Motor verschluckt sich

  • Hallo,


    ich habe seit einer Weile einen Ford. Leider mit Motorschaden.

    Habe auch schon einen neuen (gebrauchten) verbaut.


    Das blöde Ding will nicht so recht.

    Er ist mit VV-Vergaser und Unterbrecherkontakt, uraltes Ding aus den 80ern.

    Wenn ich jetzt ruckartig Gas gebe, verschluckt er sich und spuckt manchmal aus dem Vergaser ein wenig Feuer.

    Hab mich dann gefragt, wie das Feuer in den Ansaugtrakt kommt und mal eine Kompressionsprüfung gemacht:

    3x 14 und 1x 8.

    Kann es sein, daß ein Einlassventil nicht dicht ist und daher sich das Benzingemisch im Ansaugtrakt entzündet?

    Die Ventile sind noch ohne Hydro, also manuell einstellbar, habe schon nachgeschaut, sind aber nicht überzogen.

    Das Kühlwasser sprudelt wie ein Glas Sprudel, ist auch nicht grade ein gutes Zeichen.



    Dem Zündzeitpunkt habe ich schon eingestellt, die sollten also korrekt sein, sofern ich keine Kabel vertauscht habe.

    Im Stand läuft er eigentlich ganz ruhig, langsames beschleunigen macht er ohne sich zu verschlucken.


    Nun hat da einer einen Tipp?


    Gruß

  • Hallo und willkommen!

    dein Motor ist wohl ein OHC wie sich das anhört. Was für ein Auto ist es denn? Modell, Baujahr, Hubraum, PS wären wichtig.

    Die Ventile sind die Schwachstelle Nummer eins bei den alten Ford Motoren ca. bis BJ 1990.

    Vertragen kein Bleifrei und dann gibts solche Effekte wie Du schreibst.

    Fang also erstmal mit dem Ventilspiel an. 0,3mm Einlass und 0,4mm Auslass- Spiel.

    Dann Zündung auf 8-10° vor OT dann sollte er erstmal laufen.

    Der VV-Vergaser kann defekt sein, muss aber nicht. Meist springt die Karre nicht mehr an, wenn der VV defekt ist.

    Oder hat oben raus wenig Power.

  • Hallo,

    der Motor ist der GS, 1,1l um die 50 PS, Motor ist Baujahr ca. 85.

    Verbaut ist ein VV-Vergaser.

    Der Vergaser hat ziemlich lange rumgelegen, der Motorblock bestimmt auch.

    Zündzeitpunkt habe ich wie im Buch angegeben auf 6° eingestellt.


    Naja, vielleicht habe ich auch am Anfang zuviel Starterspray reingesprüht, ging zuerst garnicht an, bis ich mal darauf gekommen bin, daß der Verteiler 180° verdreht war.

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  • 1,1 Liter kling nach Escort oder Fiesta.

    Mit "GS" kann hier wohl kaum einer was anfangen.

  • Hallo und willkommen!

    dein Motor ist wohl ein OHC wie sich das anhört. .

    Fang also erstmal mit dem Ventilspiel an. 0,3mm Einlass und 0,4mm Auslass- Spiel..

    Wenn ohc, dann sind die werte für vventilspiel falsch...

  • Rainer hat es schon gesagt, Ventilspiel und Zündzeitpunkt müssen stimmen! Hast Du die Kompression bei warmer Maschine und mit voll geöffneter Drosselklappe gemessen?


    Falls der Motor warm ist (Öl/Kühlmittel min 50-60°C) und bei der Messung die Drosselklappe in Vollgasstellung ist, die Messung aber wieder 8bar ergibt, mit einer Spritze/Ölkännchen o.ä. 1-2cm³ Öl in den entsprechenden Zylinder spritzen und Kompressionsmessung sofort wiederholen.


    Ist der Wert immer noch schlecht (mehr als ca. 1,5 oder 2bar Abweichung ggü. den anderen), könnte ein Einlassventil undicht sein.


    Man kann auch Druckluft über die Zündkerzenöffnung auf den Zylinder geben (nicht mehr, als 5-6 bar, dabei Vorsicht, der Motor geht auf UT (und wenn ein Gang eingelegt ist, rollt das Auto ggf. los!). Auto gut sichern, beim Anlegen der Druckluft Finger weg von drehenden Teilen!

    Faucht es jetzt aus dem Auspuff: Auslass undicht

    Faucht es jetzt aus dem Vergaser: Einlass undicht

    Luftaustritt aus Peilstaböffnung: Massive Undichtigkeit im Bereich Kolben, Ringe, evtl Risse im Block/Zylinderkopf(dichtung)

    Luftblasen im Kühlmittel: Massive Undichtigkeit, evtl Risse im Bereich Zylinderkopf(dichtung)


    Etwas "Gefauche" ist aber normal, kein Motor ist "ganz dicht" ...


    Fachwerkstätten und mancher "Petrolhead" hat einen sogenannten Druckverlustprüfer (meiner ist Anfang der 60er gebaut), der auch noch den Prozentwert dieses Luftverlustes bestimmt. Damit sind sehr genaue Diagnosen möglich. Ist der Motor erst mal zerlegt, wird es deutlich schwieriger ...

  • Die Werte, die ich angegeben habe sind Allerweltswerte mit denen man so gut wie jeden Motor erstmal zum Laufen bringt.

    War ja nicht bekannt, welcher es ist.

  • Hallo

    der Motor ist original aus einem Fiesta und ist ein OHV-Motor.

    50 PS, 1,1 l, ursprünglich mit U-Kat.

    Zündzeitpunkt Super bleifrei 2° und verbleit 6° laut Liste.

    Wenn er mit U-Kat war, sollte er eigentlich kein Blei mehr brauchen, würde dem Kat nur schaden.

    Jetzt ist er in einen Escort drin, ohne Kat.

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  • Jetz kommen wir der Sache näher. Zündung 2° erscheint mir sehr spät, aber gut, wenns so steht dann so machen. Ventilspiel

    so einstellen wie auf den Bildern. Ich würde sogar die Auslassventile auf den oberen Toleranzwert einstellen, also 0,35mm.

    Dann werden die Ventile im Betrieb nicht so heiß und die Einstellintervalle sind deutlich länger.

    Generell ist bei so kleinen Motörchen das Problem, dass sie wegen der geringen Leistung oft Vollgas gefahren werden. Wenn dann der Kopf kein bleifrei kann, stellt man ständig Ventile nach.

    Umbau des Kopfes auf bleifrei wäre dann sinnvoll.

    Wenn Ventilspiel passt, und Maschine läuft, kurz laufen lassen und dann Spiel nochmal überprüfen. Wenn gut, Kompressionscheck wie Jockey schreibt.

    Wenn Kompression jetzt gut dann etwas spielen: Zündung +-2° hin oder her probieren, wirkt oft wahre Wunder.

    Wenn das auch nix hilft, Vergaser durchchecken ob Chokeeinheit lockergeschüttelt wurde oder irgendwo Fremdluft reingeht.

    Notfalls Vergaser überholen, kann ich Dir machen, abr erst Mitte Juni.

  • 2° ? So schnell kann der Funke doch gar nicht zünden..

  • 6 cm Ventilhub ist auch sportlich :p


    Ich würd den einfach mal auf 4° Frühzündung stellen und schauen, was passiert

  • Auf diesen Bleifreiwert würde ganz gepflegt pfeifen.

    Sollte er damit Klingeln würde ich eher Plus tanken als die Zündung zurück nehmen, tanke eh nur noch plus, was soll dieser Geiz.

  • Hallo

    oke Danke für die Tipps.


    Zitat


    2° ? So schnell kann der Funke doch gar nicht zünden..

    Vorm Einstellen wird der Unterdruckschlauch noch abgezogen, da ändert sich dann sicher noch was.B


    Habe jetzt mal andere Zündkerzen eingebaut, geht schon viel besser an, die alten waren auch laut Liste nicht die richtigen, versteh nicht warum man falsche Zündkerzen verbaut....

    Ruckartiges Beschleunigen mag er aber immer noch nicht, aber läuft immerhin im Stand ziemlich ruhig. Langsames gasgeben macht er eigentlich ganz ordentlich.

    Vielleicht hat es was mit der Beschleunigerpumpe zutun.


    Zitat


    Bei der Zündung auch Kontakte richtig eingestellt ?

    Meinst du den Unterbrecherkontakt?

    Den kann man sicher noch verbessern.

    Der alte war ziemlich abgebrannt, da hab ich einen neuen reingemacht.


    Hab den Motor mal warmlaufen lassen und die Kompression gemessen, sieht schon bedeutend besser aus, 14-14-13-14, ich denke damit kann ich leben, er brauch ja keine Rennen zu fahren.


    Zu den Ventilen bin ich noch nicht gekommen.

    Aber die Kühlung scheint auch nicht in Ordnung zu sein, werd mal besser ein neues Thermostat bestellen.


    Der Vergaser müsste auch mal eingestellt werden.


    Also noch eine Menge zutun, aber wenn er dann mal läuft und TÜV kriegt, bin ich zufrieden.

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  • also, gerade beim Schließwinkel macht ein halber mm Welten aus - wenn der nicht stimmt, stimmt gar nichts. Jetzt bitte nicht mit der 0.4mm Blattfühlerlehre kommen, ab an den Schließwinkeltester

  • Jetzt bitte nicht mit der 0.4mm Blattfühlerlehre kommen, ab an den Schließwinkeltester

    Mal so nebenbei.. ich hab vorhin ein Video auf yt gesehen wo gerade der Kontakt eingestellt wird. Auch mit 0.4mm. Meinen stell ich auch immer mit 0.4 ein. Und wenn ich so drüber nachdenke, ich hab immer nur wenns um den Kontakt einstellen geht von 0.4mm gehört. Hört sich ja fast schon so an als wenn jede Kiste mit Kontaktzündung diesen einstellwert hat.


    Achso, damit hab ich mich hiermit auch geoute das ich nur per Fühlerlehre einstelle, auch wenn ichs bei meinem in den letzten 10 Jahren nur ganze 2 mal machen musste. Trotzdem rennt der Hobel und macht und tut.

  • Mal so nebenbei.. ich hab vorhin ein Video auf yt gesehen wo gerade der Kontakt eingestellt wird. Auch mit 0.4mm. Meinen stell ich auch immer mit 0.4 ein. Und wenn ich so drüber nachdenke, ich hab immer nur wenns um den Kontakt einstellen geht von 0.4mm gehört. Hört sich ja fast schon so an als wenn jede Kiste mit Kontaktzündung diesen einstellwert hat.


    Achso, damit hab ich mich hiermit auch geoute das ich nur per Fühlerlehre einstelle, auch wenn ichs bei meinem in den letzten 10 Jahren nur ganze 2 mal machen musste. Trotzdem rennt der Hobel und macht und tut.

    Wenn du es kannst, ok - das kann aber nun mal nicht jeder, hier ging es mir im speziellen um die Ausgrenzung des Fehlers. Fühlerlehre ist halt nicht sehr genau und funktioniert im Grunde nur bei nagelneuen Kontakten. Daher der Rat Schließwinkel prüfen, ggfs korrigieren und gut.

    Ventile müssen natürlich stimmen, wie Moritz richtig bemerkt.

  • Sollte man eigentlich nur machen um ihn erstmal Starten zu können, bei neuen Kontakten klappt das auch eigentlich recht gut.

    Ein alter Hase vom Fach wie Bruno einer war, stellte nach Augenmaß ein und es passte bei Kontrolle mit dem SW-Tester exakt.

    Wenn man keine Blattlehre hat tut´s auch eine stinknormale EC-Karte, kann man so machen, ist aber u.U. recht ungenau, daher sollte man wirklich mit dem SW-Tester kontrollieren/feineinstellen, bei gebrauchten Kontakten mit Berg und Tal wird´s dann zum reinen Glücksspiel, da wirklich zwingend mit dem Tester einstellen.

    Btw, ich halte genau gar nix von Kontaktzündungen, man sollte alle naselang kontrollieren, da mit sich (zwingend von alleine) änderndem Schließwinkel auch der ZZP wandert, das ist Mist, klar kann man auch immer wieder den ZZP korrigieren so lange der Kontakt noch irgendwie seine Funktion erfüllt, ist aber auch Hasenköttel.

  • Naja, aber kennt hier jemand ein anderes Maß wie 0.4mm ? Egal bei was für ein Fahrzeug ?

    Meine Granate hat - noch - eine nachträglich eingebaute Kontaklose Zündung drin. Verteiler mit Kontakt liegt schon bereit und den werd ich auch einbauen. Ich hab nur nur einmal sowas zurückgerüstet. Nicht selten geht auch mal das Zündsteuergerät mal hopps, und dann stehste erstmal da. Kontaktzündungskram wie eben Kontakt oder Kondi (Die 2 Sachen - das wars ja auch schon) hat man immer zu liegen und ist in ein paar Minuten auch verbaut. Problem ist natürlich das zb. die Nocke am Kontakt ein verschleissteil ist, und sich so die Zündung langsam aber sicher - aber eben über die Jahre - unzwar viele Jahre - verstellt. Ansonsten kann ich nix Negatives über Kontaktzündung sagen. 1-2 Kontakte und genausoviel Kondies sich ins Regal packen, damit hast du auf viele Jahre Ruhe. So meine Erfahrung.

  • Wenn du es kannst, ok

    Glaub mir, das kann absolut jeder. Im Grunde nur Kappe ab, 2. oder 3. gang einlegen. Mit den knien das Auto 5-10cm soweit von dir wegdrücken bis eine Nocke von dieser vierkantnocke die den Kontakt auseinanderdrückt auf der höchsten stelle aufliegt, Fühlerlehre rein, Schraube auf - Schraube wieder zu - nochmal - mit der Lehre nochmals checken ob beim anziehen sich die 0.4mm nicht verstellt haben ( was sehr oft leider passiert) - Verteilerkappe drauf und abfahn ! :thumbsup Ich denke mal auch nicht das die Leute in den 60ern und 70ern alle einen Schliesswinkelmessgerät hatten, sonder das mit der Blattlehre gang-und-gebe war. Kann mich aber auch irren.

  • Glaub mir, das kann absolut jeder. Im Grunde nur Kappe ab, 2. oder 3. gang einlegen. Mit den knien das Auto 5-10cm soweit von dir wegdrücken bis eine Nocke von dieser vierkantnocke die den Kontakt auseinanderdrückt auf der höchsten stelle aufliegt, Fühlerlehre rein, Schraube auf - Schraube wieder zu - nochmal - mit der Lehre nochmals checken ob beim anziehen sich die 0.4mm nicht verstellt haben ( was sehr oft leider passiert) - Verteilerkappe drauf und abfahn ! :thumbsup Ich denke mal auch nicht das die Leute in den 60ern und 70ern alle einen Schliesswinkelmessgerät hatten, sonder das mit der Blattlehre gang-und-gebe war. Kann mich aber auch irren.

    Nicht dass wir uns falsch verstehen - ich weiß sehr wohl, wie das geht und auch gut genutzte Kontakte einigermaßen sauber hinbekommen, doch kenne ich weder den Fragesteller noch seine Fertigkeit, eine Blattfühlerlehre wirklich plan zwischen die Kontakte zu legen, damit das mit den 0.4 mm passt :)

  • Die optimale Ladung der ZS hängt vom korrekt eingestellten Schliesswinkel ab.


    Die 0,4mm statischer Kontaktabstand bei max. Hub werden immer nur eine

    Etwa-Lösung bleiben - IMMER!

  • Verschlucken hatte ich mal beim 2.0 OHC (ewig gesucht) und es war schlichtweg eine zu starke Benzinpumpe, da war eine für nen 3.6l oder 3.2l Motor drin.

    Kleinere Pumpe rein, Schluckauf weg.