Wenn es nicht auf "10.000% Originalität" ankommt, gibt es noch eine Alternative in Form eines magnetisch-elektronischen "Kontakt"-Bausteins. Diese Dinger lösen die Unterbrechung der Spulenspannung per Magnet aus ... verschleißfrei, berührungslos und mit leicht verbesserter Präzision.
Diese Bausteine sind unter "HotSpark", "Power Spark" und ähnlichen Bezeichnungen im Handel. Für rund 25€ gibt es das kleine Modul und einen Kunststoffring mit 4 oder 6 eingegossenen, winzigen Magneten, der auf die Verteilerwelle gesteckt wird.
Das Modul wird anstelle des U-Kontaktes montiert und auf möglichst geringen Abstand zum Magnetring eingestellt.
Der Kondensator des Zündverteilers (auch eine häufige Fehlerquelle) muss totgelegt werden, er wird nicht mehr benötigt.
Das rote Kabel des Moduls geht mit an Klemme 15 der Spule, das schwarze Kabel an Klemme 1.
Zündzeitpunkt einmal durch Verdrehen des Verteilers einstellen und dann "vergessen", solange das Modul funktioniert ...
Wo Licht ist, gibt es auch Schatten:
Die Zündspule darf nicht unter ca. 3 Ohm Primärwiderstand aufweisen, sonst grillst Du das Modul.
Wenn Vorwiderstände für eine Startanhebung vorhanden sind, und/oder bei induktionsarmen Zündspulen mit unter etwa 2,5 Ohm Rprim gibt es gelegentlich Funktionsstörungen. Da die Klötzchen aus Blinb-Bling-Land kommen, kann es selten vorkommen, dass so ein Kästchen nach 2 oder drei Jahren allmählich Zündaussetzer produziert, bei einem meiner Motoren passierte das dann nach Erwärmung und etwa 15-20km Fahrtstrecke.
Meine Langzeiterfahrungen mit HotSpark sind aber insgesamt sehr positiv, frei nach dem Prinzip "fire and forget", einbauen, einstellen und vergessen ... Bei einem Kent mit 2 x DCOE ist es wirklich eine Wohltat, nicht mehr, unter den Vergasern im Blindflug "trial & error-Kontakteinstellung" zu betreiben.
Es sei aber nicht verschwiegen, dass die Präzision unmittelbar vom verwendeten Verteiler abhängt. Hat der Fehler, übertragen die sich natürlich auch mit diesem Modul (z.B. ausgenudelte Passungen der Verteilerwelle, Kontaktplatte, Fliehkraftgewichten oder undichte Unterdruckdosen).
Wer bei den Kontakten bleiben möchte:
Der Schließwinkel wird zwar (für behelfsmäßige Justierung, ähnlich wie statische Zündzeitpunkteinstellung mit Prüflampe) oft in mm angegeben, das ist aber strenggenommen nur für Verteiler mit einer bestimmten Nockengeometrie gültig (Bosch häufig eben jene 0,4mm),
Der Schließwinkel ist ja aber eigentlich das zeitliche Verhältnis zwischen "Kontakt zu" (Zündspule laden) und "Kontakt auf" (Zündspule entladen), der normalerweise als Prozent- oder Grad-(Drehwinkel-)Wert angegeben werden muss.
Es gibt kleine "Automobil-Multimeter" für deutlich unter 50€, die bereits bei Anlasserdrehzahl zuverlässig diese Drehwinkelmessung durchführen. Das Multimeter wird nur an Klemme 1 und Masse geklemmt, der Anlasser betätigt und nach 1-2 Sekunden wird der Wert angezeigt (natürlich dazu Verteilerkappe entfernen, obwohl die Multimeter z.T. auch bei laufendem Motor messen können).