Hallo Fans und solche, die es noch werden wollen
![]()
Es ist wieder Freitag und die nächste Portion Text steht an. Für das Kapitel ist mir noch kein passender Titel eingefallen, darum erstmal nur als:
Kapitel 32:
Laura schlug die Augen auf. Sie streckte sich, sah zum Wecker – ihr Atem stockte – 8:04. SHIT! Augenblicklich saß sie aufrecht im Bett, stupste Lisa etwas unsanft an. „Steh auf. Wir haben verpennt.“
Lisa murmelte etwas Unverständliches, drehte sich um und klappte das Kissen über die Ohren, während Laura schon neben dem Bett stand. Hektisch warf sie ihren Kimono über, lief zum Fenster, sah auf den Hof – aber vom Schlafzimmer aus waren Tor und Halleneinfahrt nicht zu sehen.
Sie rannte ins Bad, und keine fünf Minuten später stürzte sie aus der Wohnung, die Treppe hinunter auf den Hof. Ein Stück vor der Einfahrt blieb sie überrascht stehen.
Das Hallentor war geöffnet, es roch nach Dieselabgasen. Die Schlange der Transporter bewegte sich langsam, aber kontinuierlich hinein. Laura ging weiter. Dann sah sie Nico am Tor stehen, winkend, ruhig, einen nach dem anderen Transporter einweisend. Drinnen stand Laurie mit einigen Händlern, den Hallenplan in der einen, den Kuli in der anderen Hand.
Als sie Laura bemerkte, grinste sie. „Oh, die Marktleitung a. D. Auch schon da? Bisschen viel Vino erwischt, was?“
Laura sah zu Laurie, dann zu Nico, der ihr jetzt zuwinkte und gegen die nagelnden Diesel anschrie: „Morgeen!“ Laurie wandte sich gleich wieder den wartenden Händlern zu, die sehnsüchtig auf die Zuteilung der letzten Restplätze hofften.
„Ich brauch vier Meter!“ – „Ich auch!“ – „Ich fünf!“ – „Ich nur zwei! Machst du auch geteilte Plätze? Wir brauchen nicht so viel…!“ riefen sie durcheinander. Laurie hob beide Hände, bat um Ruhe. „Einer nach dem anderen“, wies sie sie an und zeigte auf ein älteres Paar ganz vorn. „Also, ihr wollt zwei Meter? Hab ich – 3d, ein Eckplatz. Passt das?“ Der Mann nickte, die Frau stürmte sofort los, um den Platz zu sichern.
Laura trat einen Schritt näher und beobachtete, wie souverän und routiniert Laurie die Leute abfertigte. Laurie warf ihr ein kurzes Lächeln über die Schulter zu. „Alles im Griff. Leg dich wieder hin…“
Laura sah sich noch einmal um, legte ihre Hand auf Lauries Schulter. „Danke dir… euch. Ich geh nochmal kurz rauf, bin in zehn Minuten wieder da, okay?“
Laurie nickte knapp, schon wieder halb im Gespräch mit dem nächsten Händler.
„Da bist du ja schon wieder“, wunderte sich Lisa, als Laura in die Küche kam. „Ist keiner da?“
Laura nahm ihre Tasse aus dem Schrank, setzte sich, atmete kurz aus und antwortete: „Doch, läuft alles. Laurie und Nico schmeißen den Laden. Ich geh gleich wieder runter.“ Lisa grinste und Laura runzelte die Stirn. „Wusstest du das?“
Lisa grinste noch breiter, goß ihr heißes Wasser ein. „Was glaubst du, wer den Wecker ausgeschaltet hat…?“
Lauras Unterkiefer klappte herunter. „Ihr habt das abgesprochen, ihr. Das ist…“
„Jaaa?“, machte Lisa — dieser Ton zwischen gespielter Unschuld, liebevoller Frechheit und einem Hauch Ironie, der immer verriet, dass sie längst alles geplant hatte.
Laura schüttelte den Kopf, ein Lächeln im Gesicht. „Ihr hättet’s mir ja auch einfach sagen können. Es war trotzdem… wirklich lieb.“
„Na klar war’s lieb“, sagte Lisa und zog eine Augenbraue hoch. „Wenn wir’s dir vorher sagen, machst du wieder alles selbst — und wo bleibt denn da der Spaß?“
Laura lachte leise, griff nach dem Teebeutel. „Ihr zwei seid unmöglich.“
„Mhm“, meinte Lisa, „aber wenigstens zuverlässig unmöglich.“