Granada 2,6 Anfahrruckeln

  • Guten Tag,

    ich habe ein '72er 2,6 Coupé GXL, der u.a. mit folgenden Neuteilen ausgestattet wurde:

    Motor komplett überholt

    Kupplung keine 1000 km

    Kardanwelle (Kreuzgelenke) komplett neu (bei ELBE in Köln gebaut)

    Differenzial klapperfrei

    Antriebswellen (große) neu

    Radlager klapperfrei


    Problem: Beim Anfahren - besonders am Berg - schüttelt sich der Antriebsstrang einmal durch, danach läuft alles ruhig.

    Die Winkel der Welle wurden im Stand gecheckt und sollen o.k. sein.

    Das Gerappel lässt sich mit etwas schleifender Kupplung mindern, aber nicht beseitigen.


    Die Räder sind neu gewuchtet und die Achsvermessung ist heute erfolgt.

    Leider ohne wirklichen Erfolg.


    Ich bin seit Jahren auf der Suche nach einer Lösung für dieses nervige Problem und habe diverse Fachleute/ Werkstätten hinter mir. Alles wirklich erfahrene Ford- Schrauber!

    Da der Bock lustig weiter rappelt und ich fürchte, dass auch die neue Kardanwelle (ist schon die zweite neue) wieder zerdengelt wird, bin ich für jeden, auch kleinsten Hinweis mega dankbar!


    Gruß an alle, Thomas

  • Da der Bock lustig weiter rappelt und ich fürchte, dass auch die neue Kardanwelle (ist schon die zweite neue) wieder zerdengelt wird


    Willkommen.


    Was meinst du mit "wieder zerdengelt wird", ist sie dir um die Ohren geflogen oder...?

  • Kann von der Kupplung kommen. Hatten die Transit MK3 sehr gern, daß trotz neuer oder relativ neuer Kupplung das Teil rupfte. Wenn man beim Anfahren bissel zügiger losmachte, war davon nichts zu merken.

  • Wenn die ungünstige Seite Motorlager gerissen ist, kippt der Motor zwar, aber er würde dann erst beim nächsten Schaltvorgang in seine ursprüngliche Position zurückfallen.

    Clarkhülse wäre denkbar. Aber auch hier klackert das meistens nur einmal kurz. Das aber bei jedem Lastwechsel.


    Kupplung rupft, wäre auch mein Tipp.


    Ist die schwungscheibe geschliffen worden?

    Ich bevorzuge hier abdrehen. Zahnkranz mit Hammer und einem stabilen Durchschlag in mehreren Runden von der Schwungscheibe runter schlagen, Zentrierstifte austreiben und Schwungscheibe von der Mitte bis zum Rand mit einem flachen Meißel abdrehen.

    Zahnkranz erhitzen und aufschrumpfen. Stifte vorsichtig einschlagen.

  • bei mir lag das massive anfahrruckeln am vergaser. dachte immer die kupplung rupftt und ist am ende. seit der vergaser überholt und richtig eingestellt ist, ist das ruckeln komplett mit weg

  • Ich habe bei der Beschreibung auch sofort an Vergaser gedacht.

    Hatte das gleiche Problem. Vergaser eingestellt, Ruckeln weg

  • Ich bevorzuge hier abdrehen.

    :thumbsup:


    Noch als Hinweis: soweit ich weiß muss der montagerand der schwungscheibe um das Maß, welches von der schwungscheibe innen abgedreht wurde, ebenfalls abgedreht werden, sonst läuft die reibscheibe nicht mehr symmetrisch.

    Siehe auch WHB

  • Je nach Bauart ist der Rand auch höher als die Reibfläche. Ich hab ja viel mit der Kupplung in der V6 Transe herumgedoktert und ich meine es hieß schleifen wär besser, aber so ganz genau weiß ich es nicht mehr.

    Auf jeden Fall rupft die Kupplung mit den anderen Belägen beim ersten losfahren immer, aber wenn sie erstmal richtig rangenommen wurde beim Anfahren ist das weg. Der Wagen ist halt im ersten Gang zu lang übersetzt.

  • Danke für die Tipps und guten Ansätze!


    Die Schwungscheibe ist bisher nicht bearbeitet worden, auch nicht ersetzt, also, soweit ich das weiß.


    Vergaser ist neu und auf den Motor abgestimmt und eingestellt worden.


    Die Motorlager sind in Ordnung. Ich wollte die beim letzten Motorausbau ersetzen lassen. Davon wurde mit abgeraten, weil die noch tiptop seien.

    Es gab auch die Vermutung, der seitlich zwischen Motor und Karosserie verbaute Schwingungsdämpfer könnte die Ursache sein. War er aber nicht.


    Mit Kardanwelle "zerdengelt" meinte ich, dass die erste Welle, die ich bei Welte habe bauen lassen, nach wenigen Kilometern (vllt. 2000 max) wieder im Eimer war. Die Kreuzgelenke, die neu waren, waren ausgeschlagen und hatten Spiel. Ich hatte vermutet, dass das an dem Getrappel lag. Kann natürlich auch schlechte Quali gewesen sein. Um die Ohren ist sie mir nicht geflogen. Das möchte ich auch nicht erleben.


    Das Thema Schwungscheibe/ Kupplung werde ich mal angehen.

  • Vergaser ist neu und auf den Motor abgestimmt und eingestellt worden.

    Was bedeutet neuer Vergaser? Der EEIT wird seit einigen Tagen nicht mehr hergestellt. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen 35er EEIT und 35er EEIT. Lufttrichter zum Beispiel. Und Düsen. Das eine ist absolut nicht mehr lieferbar, das andere nur bedingt. Hast Du den originalen Vergaser noch? Schick den zum Rainer, und bau den drauf, wenn er zurück ist.


    #Vergaser. Da ich gerade keinen CO-Tester in der Nähe hatte, das völlig verstellte Miststück aber eine bessere Einstellung bekommen sollte, bin ich zum Freundlichen gefahren.

    Man hat mich gnädigst mit in die Werkstatt gelassen.

    Das anwesende Personal war gnadenlos überfordert und auch das mitgebrachte Vergaserhandbuch hat die Situation nicht verbessert.

    Ende vom Lied: der anwesende Meister und der Altgeselle haben sich angeregt Unterhalten. Der Lehrling hat mir derweil interessiert zugeschaut, wie ich den Vergaser mit deren CO-Tester eingestellt habe. Grundeinstellung und so weiter. Das volle Programm.

    Immerhin hat man sich auch nicht getraut, mir in den Beutel zu greifen.


    Wäre ich draußen auf der Wartebank gesessen, hätte das ganze vermutlich €103,28- gekostet und man hätte einfach an irgendwelchen Schrauben gedreht.

  • Eine rupfende Kupplung kann man sich auch einhandeln, wenn das Schwungrad leicht schlägt. Und das kommt nicht selten durch die tolle und weit verbreitete Methode des Pilotlagerausbaus mit Fett oder Knete oder sowas. Wenn das Lager richtig fest sitzt und man mit dem dicken Hammer ordentlich draufdrischt kann die Kurbelwelle im Bereich der Hupzapfenwangen schon leicht verformt werden und das Schwungrad dadurch minimal schlagen.

  • Da ein völlig falscher Vergaser auf dem 2,6er verbaut war, und alles was an Solex aufzutreiben war, krumm und ausgenudelt war, hat es einen 38DGAS Weber als Neuteil gegeben, der bei IOZ in Mülheim- Kärlich auf dem Leistungsprüfstand eingestellt und mit abgestimmter Bedüsung aufgebaut wurde.

    Der läuft seitdem problemlos.

  • Welchen erhabenen Rand?

    Ah, sorry, hab noch die Kupplung vom P7 vor Augen, da hatte ich die schwungscheibe abdrehen lassen.

    Vorher unfahrbar, war zum Teil schon blau angelaufen das Teil..