V6 Bleifrei Umbau

  • so schlimm ist das nicht. ne alte russische oberfräse reicht da schon aus. wichtig ist, dass du den kopf genau aufspannst und mit einem piloten den fräser über den ventilschaft zentrierst. und dann gehts einfach nur abwärts mit dem fräser.

    dann muss natürlich der sitzring noch gefräst werden. selbes prinzip, führung einmitteln und winkel fräsen.

    passendes werkzeug gibts regelmäßig bei kleinanzeigen

  • so schlimm ist das nicht. ne alte russische oberfräse reicht da schon aus. wichtig ist, dass du den kopf genau aufspannst und mit einem piloten den fräser über den ventilschaft zentrierst. ...

    Rischtisch ... Um aber die erforderliche Passungsgenauigkeit hinzubringen, muss man auch da seeehr vorsichtig arbeiten. Das Warm-Einschrumpfen ist für den Kopf noch am schonendsten, man muss halt den gekühlten Sitzring mit einer (selbstgebauten) Einsetzhilfe beherzt eintreiben, sonst muss der halb drinsitzende Ring wieder raus. Auch das ist uns gelungen, indem in den Sitzring eine dicke (Unterleg-)Scheibe eingeschweißt wird. Bei Abkühlung zieht sich der Sitzring etwas zusammen und läßt sich mit vorsichtigen Hammerschlägen und einem Dorn durch die Führung austreiben. Das Verfahren haben wir bei "Brasilien-Köpfen" für Käfer-Motoren angewendet, weil deren Sitzringe nur verstemmt wurden und nach Berichten anderer Schrauber im Betrieb gelegentlich lose kamen - mit entsprechend drastischen Folgen!


    Es gibt Betriebe, die klopfen Ventilführungen und Sitzringe mit einer Art "pneumatischem Bohrhammer ohne Drehung" an Ort und Stelle. Das haben ein Freund und ich tatsächlich an einem ausgedienten Zylinderkopf bei Ventilführungen geschafft ... bei den Sitzringen war das Ergebnis eher kläglich ...


    Natürlich muss nach dem Einschrumpfen der Zylinderkopf geplant werden!

  • so schlimm ist das nicht. ne alte russische oberfräse reicht da schon aus. wichtig ist, dass du den kopf genau aufspannst und mit einem piloten den fräser über den ventilschaft zentrierst. und dann gehts einfach nur abwärts mit dem fräser.

    dann muss natürlich der sitzring noch gefräst werden. selbes prinzip, führung einmitteln und winkel fräsen.

    passendes werkzeug gibts regelmäßig bei kleinanzeigen

    Da hat der Onkel den Arbeitschritt exakt beschrieben...

  • Und bei allem Werkzeug im vier- bis fünfstelligem Bereich, eins ist dabei immens wichtig:


    Die Erfahrung der Person, die dies brechnet und durchführt. Wie gesagt, mein Arbeitskollege ist gelernter Motorenbauer/-instandsetzer mit mehrjähriger Berufserfahrung, der weiß schon was er dort tut und kann über einige in der Welt rumschwirrenden Gerüchte/Arbeitsweisen zum Thema Ventilsitze nur schmunzeln.


    Der damalige Bericht in der OM war übrigens für uns der Anlass, dies selber durzuführen. Mit den Worten "Das ist doch keine Raketentechnik, das geht auch einfacher und billiger" sind wir mit der Planung gestartet.

  • Meinst Du die Werkzeuge von Hunger, Serdi, Newen ... ?

    Hunger gebraucht (meist verbraucht) und unvollständig, teilweise noch nicht für Bleifreisitze geeignet, fangen irgendwo jenseits von 500€ an ...

  • Ja so in der Richtung, der den ich mal benutz hab war einfacher als der für 1000 aber mit ner rotierenden klinge. ist aber einfacher als Maschinell denke und treffgenauer auf Anhieb.

    Da muss man halt aufpassen. Die alten sets sind oft nur fürs nachschneiden gedacht und nicht für die bearbeitung von rohhartmetalringen. Ich würd da lieber die passenden maschinenfräser neu kaufen. Mit den drei fräsern die man braucht ist man dann wahrscheinlich auch unter 500 aber auf der sicheren seite. Weil genau die winkel werden im altset auch benutzt sein.

    Ich krieg grad wieder lust mal nach ner fräse zu gucken, der alljährliche schub...

  • Ich hab hier so kleine BlingBling-Fräsmaschine und Drehmaschine (Fräsmaschine von Artec und Drehmaschine Interkrenn), damit geht sowas, aber man muss sich halt klarmachen, dass man ausgesprochen vorsichtig "spanen" muss, weil man von der Steifigkeit der Maschinenbett-Teile, Führungen, Klemmungen, .... her, an der Grenze der Möglichkeiten arbeitet. Und beim Ausspindeln der Sitzringpassungen kann man Rattermarken, Schwingungen und Ungenauigkeiten nicht brauchen ...

    Für andere würde ich solche Arbeiten schon wegen der Verantwortung nicht übernehmen, zudem dauert das Ganze schon geraume Zeit!


    In der Vergangenheit hab ich es mir teilweise "quick & dirty" vereinfacht, Sitzringbohrung im Kopf ein paar Hundertstel mm zu knapp ausgespindelt, genau vermessen, Sitzring an der Drehmaschine mit der passenden Überdeckung gedreht und eingeschrumpft. Dabei reicht es, den Kopf auf etwa 140 - 150°C zu bringen und den Sitzring mit selbstgebastelter Führung ins Gefrierfach des alten Kühlschranks zu legen, der sonst für die "Braunschen Röhren" zuständig ist.


    Die Sitze wurden dann mit VHM-Fräsern fertigbearbeitet, wobei ich zunächst mittels Pilotdorn den Sitzring genau ausgerichtet habe, dann das Werkzeug gewechselt und alles fertig bearbeitet, Sitz 44,5°, Korrektur 15° und 75°,. Dauert schon einige Zeit, aber das ersparte Geld zu verdienen, das Ganze zum Motorenfach betrieb in 20km Entfernung zu schleppen und dann wieder abzuholen, dauert genauso lange und so machts mehr Spaß ...


    Etwas OT, aber wer die Anschaffung solcher Maschinen überlegt: Was Klein kann, kann Groß auch, will heißen, so robust und steif wie möglich kaufen, so große Verfahrwege, wie möglich und unterbringbar, am Besten direkt stufenlose Drehzahlregelung des Dreiphasenmotors, Glasmaßstäbe zur Digitalanzeige sind auch von Vorteil. Wer schon mal die Spindelskalen der BlingBling-Maschinen gesehen hat, weiß, was ich meine ...

    Das Gewicht spielt insoweit eine Rolle, dass die Maschine möglichst ohne größere Zerlegung an Ort und Stelle gelangen kann.


    Nicht zu unterschätzen auch der Aufwand für robuste Spannmittel (Niederzug-Schraubstock, Pratzen, T-Nutensteine, Spanntreppen, ...) und vernünftiges Fräs- und Drehwerkzeug.

    Mit China-Maschinen bin ich erst nach intensiver Überarbeitung zufrieden gewesen (z.B. Futterflansch der Drehmaschine nachdrehen, danach lief das Spannfutter dann genauer)

  • finde das nicht OT ist doch super wenn hier verschiedene an des gleiche Problem heran gehen und auch mutig das mit einer kleinen Cjina Maschine zu machen.


    Ich träumte schon seit der Lehr 80-83 von eigenen Maschinen und hab auch einige Anläufe gewagt.


    Jetzt eine Meuser Drehbank, Deckel KF1 einen Hobel mit 550 Hub und eine selbst gebaute CNC auf Stahlgestell .


    Trotzdem ist ein Rundlaufendes Werkstück, wenn nicht aus dem Vollen gedreht nicht selbstverständlich, das gerade aufspannen eines Kopfes nicht mal eben gemacht und das senken des eingebauten Ringes auch ohne Führung nicht zwangsweise ohne Probleme möglich.

    Deshalb für mich auf jeden Fall Hut ab für die Arbeit vom Jockey.


    Finde aber die Herangehensweise super um den Fehler zu minimieren, den ausgebauten Ring an die gemachte Bohrung anzupassen, so sehe ich da auch weniger Probleme bei der Wiederholgenauigkeit der Bohrungen. :thumbsup: Super Idee.

    Wie Hoch sind die Ringe ? 10-15mm ?

  • was kostet es denn so im schnitt, dass machen zu lassen ?

    Hättet ihr das Planen nicht auch machen können / sollen?


    Das ist sicher auch noch mal ein erheblicher Teilbetrag

    Hab das mal bei einem unmöglich geformten 2 Zyl. Motorrad gemacht der sich richtig Sch... aufspannen ließ und eine Schweißung hinter sich hatte.

    Hat aber geklappt und gehalten

  • Der erwärmte Kopf kann sich recht leicht verziehen, so dass die Dichtfläche der Zylinderkopfdichtung nicht mehr plan ist. Graugußköppe sind zwar unempfindlicher, als Aluköppe, aber ich hab nie erlebt, dass nach dem Erwärmen auf 120 - 150°C der Kopf plan blieb ...


    Aluköpfe werden zum Teil schon krumm, wenn sie nicht total ausgekühlt abgebaut werden und obwohl vorher nichts war. Planen geht am Besten mit einem großen Messerkopf, der über die Dichtfläche seitlich tüchtig übersteht, aber um solch ein Werkzeug sauber zu führen, kannst Du "Heimwerkermaschinen" vergessen ... Planen selbst ist unproblematisch und schnell, die Ausrichtung auf der Maschine muss aber sorgfältig geschehen ...

  • Ich habe schon unzählige V6 Köpfe demontiert und wieder montiert, noch nie hatte ich einen undichten Kopf der geplant hätte werden müssen. Wenn Köpfe geplant wurden dann ausschliesslich absichtlich wegen Verdichtungserhöhung....

  • Planen am Vierzylinder ist weitgehend unproblematisch. Die Steuerzeiten mögen sich beim OHC minimal verschieben, aber ansonsten gibt es nur zwei Flächen, die danach etwas dichter beisammen liegen.

    Anders beim V6. Hier sind zusätzlich die Winkel zur Ansaugbrücke und gleichermassen von dort zum anderen Kopf zu beachten.

    Am V6 würde ich nicht ohne große Not rumplanen.

  • V6 Köpfe 1mm planen lassen , das planen an der Brücke übernimmt eine gute Feile, sind ja nur die Dichtflächen vorne und hinten, kein Problem.