Grüner Knudsen in Usbekistan unterwegs....

  • Guten Morgen in die Runde,

    kurz zu mir und meinem Fahrzeug bzw Fahrzeugen. Ich bin der Tom und mittlerweile schon 37 Jahre alt. Habe ja im technischen Bereich schon eine kleine Diskussion zwecks Höherlegung angeleiert. Grund ist der dass hier in Usbekistan wo ich derzeit lebe die Strassen nicht immer den besten Belag haben und auch kleine und auch sehr große Schlaglöcher aufweisen. Um diese nicht immer ganz so großzügig umfahren zu müssen würde ich den Taunus eben gerne höherlegen um größere Reifen draufmachen zu können, interessiert hier eh keinen da es keinen TÜV oder dergleichen gibt!
    Desweiteren haben wir hier noch einen Mitsubishi Pajero der auch hier rein passt da er meist im Hecktrieb bewegt wird ;-)
    Und in Deutschland haben wir noch einen alten Nissan Patrol Y60 stehen für unseren alljährlichen Urlaub zuhause...
    Falls wer Fragen zu Usbekistan hat versuche ich sie gerne zu beantworten, bin schon über zwei Jahre hier im Land.


    Grüße aus Taschkent

    Tom

  • Na dann willkommen hier im Irrenhaus. :uglybeer:

    Das mit den schlaglochübersäten Straßen kennen wir in einigen Ecken hier auch, insofern ist die Frage nach höherlegen nur logische Konsequenz.

  • top.

    is das ne hydraulische hebebühne? geld scheint nicht das problem zu sein, was? :biggrin

    willkommen im irrenhaus.


    die stoßdämpfer, die dani im anderen thread abgebildet hat, fahr ich auch seit über 10 jahren hinten im knudsen. aber nicht wegen der größe sondern der breite der räder...

  • Du meinst bei dem Patrol?
    Das war in Österreich in einer Toyota Werkstatt nachdem die Kupplung komplett durch war und ich dringend eine neue gebraucht hab...

  • Ja war ein schöner Zufall mit den grünen Kennzeichen hier, er wird aber vermutlich eh bald hier vor Ort neu lackiert werden

  • So kurz zur Geschichte wieso weshalb warum ich/wir in Usbekistan sind aktuell...
    Meine Frau arbeitet für das auswärtige Amt an der hieseigen Botschaft. Das heisst im Regelfall für uns alle 3 bis 5 Jahre umziehen, meist ist reguläre Standzeit 4 Jahre dann geht es weiter. Normalerweise zwei Mal im AUsland und dann einmal nach Berlin oder Bonn und dann wieder raus, da aber nicht so viele raus wollen oder können sind wir nach Russland (Jekaterinburg 2011-2014) und Österreich (Wien 2014-2017) jetzt seit 2017 im schönen Usbekistan in Taschkent. Den Pajero und auch den Taunus haben wir beide in Österreich gekauft und mit dem gesammten Umzug mit hierher genommen. Sind beides sehr dankbare Autos für die Gegebenheiten hier und auch für das reparieren hier...

    Falls es sonst noch Fragen gibt nur her damit :thumbsup:

  • das is doch hier mittlerweile standard, dass die frau nen guten job hat und die männer nix machen... :michi:

  • Naja nix machen ist bei drei kleinen Kindern (knapp 6 Monate, knapp zweieinhalb und gute dreieinhalb Jahre) jetzt nicht so wirklich das was ich mache...

  • Wie sieht es denn mit russischen Fahrzeugen in Usbekistan aus?


    Wolga M21 findet der noch statt? Oder fahren da alle schon KiaHuyndaiDacia?

  • Klar gibt es noch Wolga, und auch Gaz und natürlich Lada, aber am meisten sieht man Chevrolet. Ich denke so 90% sind Chevrolet und davon fahren 90% mit Gasanlagen umgebaut...

    Man sieht aber durchaus auch immer mehr importierte Autos und auch noch alte Autos wie Granada oder Opel Monza und dergleichen

  • Schön das es noch wen gibt der nichts tut, Frau ist immer berufstätig und ich chille mit den Kindern.


    Enkel hab ich 7/24 mit 20 Monaten, den eigenen mit 16 und die eigene mit 23, die Kinder der Nachbarn mit 12 und 14.


    Alles Easy und chillig.


    Spaß beiseite, werde dann oft gefragt was machst du so beruflich ?


    Hmmmmmmmmmmmmm ?


    Inge Meisel als Mutter der Nation vieleicht.


    Hier sieht´s immer aus wie Harry und mit 30 Stunden am Tag würde das vielleicht klappern


    Im Knudsen hab ich vor Tüv wenigstens mal die Brezelreste vom Kleinen auf dem Aldiparkplatz entsorgt.


    So, muss jetzt wieder chillen, das Schreiben hat mich dann doch sehr angestrengt :benno:


    Ich liebe das und würde nie tauschen wollen.


    Kinder sind schon der beste Job den gibt.


    Gruß Hagen, sorry wenn ich beim Chillen gestört habe

  • Wow, Usbekistan, das ist ja mal richtig weit weg! Willkommen hier, lass ruhig mal bisschen was raus wie es da so ist, zumindest einen interessierten Leser hast Du schonmal! :thumbsup

    Gibt es Tourismus in nennenswerter Größenordnung oder ist Usbekistan noch "unerschlossen"? Im letzteren Fall würds mich sehr reizen, Samarkand ist ja so eine Stadt aus alten, romantisch verklärten Büchern über den Orient. Bin mal gespannt!

  • Also ich denke so richtig "unerschlossen" war es nie wirklich. Was es hier seit vielen Jahren recht häufig gibt sind Studienreisen, meist mit Rentnern die dann per Bus von einem zum nächsten Punkt gekarrt werden. Diese Art von Tourismus ist der Regierung hier auch am liebsten weil man dann immer weiss wer wo im Land unterwegs ist. Es gibt hier, wie in Russland auch, eine Registrierungspflicht für Touristen. Hört sich wild an macht aber das Hotel oder Hostel automatisch mit bei Check In. Schwieriger wird es bei Individualtourismus, also Airbnb oder Couchsurfing, ist aber auch nicht unmöglich...allgemein ist recht vieles möglich hier im Land wenn man die nötigen finaziellen Mittel hat, und das muss für einen Europäer nicht viel sein wenn man denkt dass der Durchschnittslohn sich hier bei etwa 150$ im Monat befindet...Ich hatte zu anfang auch einen kleinen Erfahrungsbericht für Freunde und Bekannte geschrieben den ich einfach mal hier anhänge, bei weiteren Fragen einfach fragen...



    ***UPDATE*** (wird immer unten angehängt mit Datum)

    Erste Eindrücke und Erfahrungen…

    Das soll ein erster kleiner Eindruck von mir werden (worauf einige ja schon gespannt warten). Nachdem ich schon Anfang September hier war um ein geeignetes Haus für uns zu suchen, was mir am Ende auch halbwegs gelungen ist, kamen wir Anfang Oktober aus Wien kommend in Taschkent an. Der Flug war, trotz zwei kleiner Kinder und vielen Koffern und einem Umstieg, fast schon angenehm.

    Nach vier Tagen im Hotel war es schon soweit und der LKW mit unseren ganzen Sachen kam an und es ging ans ausladen und koordinieren was wohin kommt.

    Ein leidiges Thema hier sind allerdings die Autos. Sie sind zwar recht zeitnah im zweiten LKW in Taschkent angekommen, stehen aber seitdem im Zoll da wir erst noch auf unsere Anmeldung warten müssen um DANN erst die Autos anmelden zu können was nochmals dauern wird. Mittlerweile sind über 5 Wochen vergangen aber bis die Autos zugelassen sind werden sicherlich nochmal drei Wochen vergehen. Und solange ist es ein bisschen ein goldener Käfig hier, da ich ungern mit Taxi (ohne Gurte oder Kindersitze) rausgehe. Denn der Verkehr hier ist auch eine ganz eigene Sache für sich. Der Usbeke fährt mehr oder weniger auf der Strasse wie es ihm gefällt. Spuren werden willkürlich, und natürlich ohne zu blinken (blinken würde nur alle anderen irritieren), jederzeit wild gewechselt und auf Strassenmarkierungen (falls vorhanden) wird sowieso kaum bis gar nicht geachtet. Selbst innerhalb der Stadt gibt es 5-spurige Strassen und auf allen Strassen mit zwei oder mehr Spuren ist 70km/h erlaubt, also auf fast allen Strassen. Trotz allem hoffe ich natürlich damit die Autos bald zugelassen sind und ich mit den Kids die Stadt und Umgebung mit dem Auto erkunden kann.

    Derzeit sind wir noch viel im und ums Haus (mit großem Garten und natürlich einem eingerichteten Gästezimmer) unterwegs. Das Pamir-Gebirge ist allerdings fast zum Greifen nah, ansonsten gibt es wohl in Taschkent selbst nicht wirklich viel zum anschauen oder erleben. Es soll ein recht gutes Eisenbahnmuseum geben und natürlich die ganzen Basare sind es immer wert besucht zu werden.

    Land und Leute sind sehr liebenswert und gastfreundlich, vor allem auch sehr kinderlieb. Wobei es hier natürlich der Frau überlassen wird sich um die Kinder zu kümmern und ich mitunter schon eine kleine Sensation bin wenn ich mit den Kindern in Buggy und Trage unterwegs bin. Trotz muslimischem Land ist hier alles sehr gemäßigt muslimisch. Klar gibt es Kopftücher, aber nicht alle Tragen welche und Verschleierung hab ich hier noch keine gesehen. Alkohol gibt es auch, allerdings nur in entsprechenden "Alkomarkts“ zu kaufen und nicht im Supermarkt. Ansonsten gibt es hier im Supermarkt recht viel und auf dem Basar noch mehr. Besorgt werden kann so gut wie alles gegen das entsprechende Entgeld versteht sich. Es geht, wie bei vielen Dingen, darum die richtigen Leute zu kennen!

    Sollte ich irgendwas vergessen haben oder jemand hat Fragen...nur her damit...

  • ***UPDATE*** (29.11.2017)


    Übers letzte Wochenende waren wir alle in Buchara mit dem „Afrosiyob“, einem Schnellzug spanischer Herkunft. Das gleiche Modell fährt auch in Spanien und kann hier in Usbekistan bis 230km/h schnell werden, was einer Reisezeit von Taschkent nach Buchara von knapp 4h entspricht (bei knapp 600km). Das Ganze kostet in der Econom Klasse stolze 7€ mit Sitzplatzreservierung, einem Snack und einem Tee. Der Snack stellte sich als zuckersüßer Donut mit einer Käsefüllung heraus was komischerweise echt lecker war. Die Beinfreiheit war enorm und wir hatten mehr als genug Platz für alles Gepäck und uns selbst. Um eine Vergleich zu haben sind wir zurück Busines gefahren was allerdings nicht wirklich „besser“ oder komfortabler war.

    Derzeit ist in Buchara keine Saison mehr. Man trifft zwar vereinzelt Touristen an aber keine Reisegruppen mehr wie Gebeco oder Studiosos wie sie in den Sommermonaten zuhauf hier anzutreffen sind. Jetzt sind es mehr russische Reisegrüppchen oder einzelne Individualtouristen. Wegen der wenigen Touristen sind vielerorts Baustellen, allerdings nicht wie man es vielleicht aus Europa gewohnt ist sondern etwas altmodischer und selten modern. Zum Beispiel habe ich gesehen wie ein Holzstamm von zwei Männern mit Eisen die Rinde entfernt wurde und am einen Ende zwei Männer mit einer Säge den Stamm auf das entsprechende Maß gekürzt haben während ein dritter auf dem Stamm saß um ihn festzuhalten. Oder beim aufstellen eines neuen Mastes für ein Telefonkabel wurde mit einem Stück Bewährungseisen von einer Baustelle, welches am einen Ende flach geschmiedet und geschärft wurde, die Äste vom Stamm entfernt. Viele Häuser bestehen hier auch noch aus Lehm welcher mit Stroh vermischt als Baumaterial dient. Vielleicht macht das mitunter den Charme hier aus. Die Strassen sind auch, naja sagen wir vorhanden, aber meist in sehr miesem Zustand, vor allem nachdem es geregnet hat. Alles matschig, viele große Schlaglöcher und auch sehr enge Strassen mit Nebengassen in die oft nichtmal ein Auto passt weil sie so schmal sind.

    Das Essen ist im ganzen Land wunderbar und ich habe bisher einiges an landestypischen Sachen gekostet und bisher war eigentlich alles lecker. Besonders lecker ist hier das Fladenbrot das man an so gut wie jeder Ecke für wenig Geld bekommt. Und natürlich Obst/Gemüse und Fleisch. Besonders gut zubereitetes Lammfleisch ist der Wahnsinn. In Buchara zb waren wir in einem Restaurant da kostete 1kilo Lammfleisch ca. 8€ und 1kilo Hühnchen ca. 3,50€. Alles hier recht günstig, trotz Touristenhochburg, und vor allem fast immer sehr lecker.

    In Buchara lohnt es sich durchaus zwei/drei Tage zu bleiben. Es gibt viele Basare, Medressen, Museen, eine befestigte Anlage, Mausoleen und einfach eine urige, nostalgische Altstadt.

    Bei Fragen, nur her damit….


    ***UPDATE*** (11.01.2018)


    Mittlerweile ist schon wieder einiges an Zeit vergangen…endlich sind unsere beiden Autos zugelassen und auch der Winter hat Einzug gehalten in Taschkent, obwohl es an Weihnachten fast 20 Grad hatte schneit es heute und alles ist weiß draußen. Jetzt wo wir die Autos haben komm ich auch endlich mal dazu selbst einzukaufen und selbst den Verkehr hier zu „geniessen“. Zum Einkaufen selbst, naja es gibt hier auch größere Supermarktketten wie „Korzinka“ oder „Makro“ aber günstiger kauft man hier natürlich auf dem Basar ein. Ein kleiner Umstand, den man nicht auf Anhieb gewohnt ist, ist, dass man in keinem Supermarkt Alkohol kaufen kann, also auch kein Bier. Hierfür gibt es extra sogenannte „Alkomarkts“ wo man dann alles bekommt was das Land zu bieten hat, inclusive einiger Importsachen welche natürlich ihren Preis haben. Auch sonst ist Bier im Alkomarkt, ob Dose oder Flasche, meist teurer als im Restaurant wo man es zum Teil frisch gezapft bekommt.

    Eine weitere, sehr große Umstellung, ist das Orientierungssystem hier. Mit einer Adresse kann hier im Land eigentlich niemand etwas anfangen. Das ganze funktioniert mit sogenannten „orientirs“, sprich Orientierungspunkten die (fast) jeder kennt. Zum Beispiel ein bekanntes Hotel oder ein Regierungsgebäude dienen dabei als orientir. Von dort aus wird dann der Weg zum eigentlich Ziel erklärt, also zB hinter orientir zweite Strasse rechts und dann zwischen einem 9-stöckigen und einem 4-stöckigen Gebäude. Für Ausländer sehr verwirrend, da man die ganzen orientirs natürlich nicht kennt! Mittlerweile gibt es aber auch, zum Glück, ganz gute Apps die mit Straßennamen und Adressen klarkommen, zur Not eventuell noch google maps befragen oder einen netten Einheimischen, der dann natürlich wieder versucht anhand von orientirs das ganze zu erklären ;-)

    Zum Verkehr selbst gibt es nur so viel zu sagen dass einen hier nichts überraschen sollte. Innerhalb der Stadt gilt 70 sobald die Strasse 2 Spuren in einer Richtung hat, die meisten großen Strassen innerhalb der Stadt haben aber 4 oder 5 Spuren. Zum Thema Spuren, naja was soll man sagen. Es gibt zwar Markierungen auf den Strassen, diese sind aber wohl nur als nett gemeinter Hinweis zu verstehen, zumindest erscheint es einem oft so. Spurwechsel erfolgen hier fast immer ohne blinken und oft auch über 3 oder mehr Spuren hinweg. Ich vergleiche das alles hier gerne mit einem Fischschwarm, man muss einfach nur mitschwimmen im Tempo der anderen dann klappt das alles wunderbar. Und falls man ein Auto alleine vor einem hat welches schlagartig einen Bogen fährt, so sollte man das am besten auch machen, da er bestimmt eines der unzähligen Schlaglöcher, welche mitunter sehr groß und sehr tief sein können, umfahren hat. Ein weiteres Problem sind die äußeren beiden Spuren. Da hier jedes Auto auch ein potenzielles Taxi ist (es stehen immer Leute an der Strasse und winken Autos ran, funktioniert hier sehr gut und ist sicher) kann es auf der rechten Spur jederzeit sein dass ein Auto anhält und den an der Strasse wartenden fragt wo er hin will und man sich dann auf einen Preis einigt. Zum anderen die linke Spur auf der es jederzeit sein kann dass jemand natürlich links abbiegen will, oder was wohl öfters der Fall ist, einen U-turn machen will, sprich wenden auf die entgegenkommende Spur. Deshalb versuche ich mich auch meist auf den mittleren Spuren zu halten und erst kurz bevor ich abbiegen muss auf die jeweilige äußere Spur zu wechseln.


    Falls noch jemand was wissen will kommentiert das Ganze einfach.


    Achja und wer vorbeikommen will sollte sich frühzeitig melden (am besten per Nachricht an mich), da wir des öfteren auch unterwegs sind...

  • Total coole Sache. Ich bleibe dran. Finde es sehr interessant solch einen entfernten und auch exotischen Winkel der Erde von einem Mitteleuropäer beschrieben zu kommen.


    Mario

  • Herzlich willkommen hier!


    Interessante Geschichte!


    Bilder von Frau, Landschaft und Straßenbild werden natürlich gerne im Forum gesehen!


    Gruss Diethardt

  • willkommen im glasfaserverkabeltem irrenhaus. und danke für die usbekische morgenlektüre. kaffeeprost.

  • Da hier jedes Auto auch ein potenzielles Taxi ist

    Das kenne ich aus Ecuador, ist zwar einerseits angenehm, wenn man ein Taxi braucht, nervt aber, wenn man keins braucht. Als Fußgänger und Europäer fällt man auf und wird dauernd angehupt, weil man ja vielleicht doch mitfahren möchte...:-)