Verschiedene Hinterachsen trotz identischer Nummer?

  • Ahoi!


    Ich hab hier 2 Knudsen-Hinterachsen mit identischer Nummer, die aber verschieden sind. Z.B. Rippen am Diff, Langloch an der Lenkerbefestigung, Gumminupsies an der Bremsplatte.... Kann mir da jemand was zu sagen? Wenn ich aus zwei eine machen will, was sollte ich von welcher Achse nehmen? Achse2 hat am Kardan so ein Ölauffangring, funktioniert das gut?

    Danke!

    RnR Nico





  • Beides kleine Köln. Achse 1 ist aus einem Taunus nach 1973, Achse 2 ist Knudsen, erste Serie


    Die Teilenummer ist bei beiden Achskörpern Identisch.

    Grundsätzlich gilt 71 ist das Jahr der Einführung, BG bezeichnet das Fahrzeug, für das das Teil entwickelt wurde. BG ist Taunus an der Stelle.


    Die Achsübersetzung stand immer auf einem kleinen Blechfähnchen, am Differentialdeckel. Wenn das abgefault ist, muss man zählen.

  • Bevor Du an der Achse bastelst, lies bitte das entsprechende Kapitel im WHB.

    An der Hinterachse kann man sehr viel kaputt machen, wenn man keine Erfahrung damit und auch nicht die entsprechenden Werkzeuge hat.

  • Bevor Du an der Achse bastelst, lies bitte das entsprechende Kapitel im WHB.

    An der Hinterachse kann man sehr viel kaputt machen, wenn man keine Erfahrung damit und auch nicht die entsprechenden Werkzeuge hat.

    Kann nur empfehlen, die Teile nicht untereinander zu tauschen. Das korrekt einzumessen ist gewissermaßen Königsklasse.

    Wenn du das kannst - ok. Wenn nicht - lass es bleiben.

  • genau das hab ich gerade nach Lesen des WHB auch gedacht... hab weder Meisterritzel noch Drehmo-Messer, und das mit den Messuhren ist mir eigentlich auch zu kompliziert. Gibt es da einen Tipp für eine Werkstatt, die Ahnung von sowas hat?


    Zu Deiner ersten Antwort: laut WHB sollte die Achse2 mit den Langlöchern an der Lenkeraufnahme die jüngere Achse sein? Zumal ich mir fast sicher bin, dass Achse1 aus meinem Knudsen von '72 stammt. Hatte sie damals gegen eine andere getauscht, weil sie am Kardan-Flansch leckte und die Lager mahlende Geräusche machten. Jetzt würde ich sie gerne instandsetzen, also alle Lager und Dichtungen neu...

  • Wenn ich mich richtig erinnere, war ich im Sommer mit beim Shooting zur '50 Jahre Knudsen Taunus' Jubiläumsausgabe der Oldtimer Markt.


    Was an diesen Karren ab dem zweiten Jahrzehnt gebastelt wurde, kann niemand mehr nachvollziehen. Entsprechend würde ich da nichts als gegeben unterstellen.

    Und schon gar nicht, weil Ford selbst auch noch wild zwischen den Ausführungen Teile anders verbaut hat.

  • hm, werd mal unter meinenm Knudsen schauen, ob er so eine gezahnte Aufnahme an den Lenkern hat...

    Die Oldtimer Markt Ausgabe habe ich nicht - waren da vielleicht Adressen von Werkstätten drin? Gab es nicht früher in Köln einen Spezi für sowas?

  • Die OM musst Du auch nicht haben. Das war nur der Spannungsbogen zum Fahrzeugalter und dahin, daß an keiner unserer Karren noch alles so sein muss, wie es daß Werk verlassen hat. Egal wie original das vielleicht aussehen mag.


    In Köln an der Elbe gibt es eine Bude, die Kardanwellen überholt. Die geben ihr Bestes und wollen daß Gleiche von Dir. Lohnt aber. Nur es hilft Dir nicht beim Diff.

  • ELBE hat schon ihr Bestes an meiner Kardanwelle gegeben, noch viel mehr als ich eigentlich angefragt hatte. Sie wollten die nicht so halbfertig zurück geben, haben auch noch den Vielzahn getauscht, dynamisch gewuchtet und neu lackiert. Wollten trotzdem nur das, was ursprünglich ausgemacht war, Sie meinten, sie als Kölner hätten ja auch Spaß, wenn sie einen Kölner Oldtimer wieder auf die Straße bringen.

  • Beides kleine Köln. Achse 1 ist aus einem Taunus nach 1973, Achse 2 ist Knudsen, erste Serie

    Woran hast Du erkannt, von welchem Modell welche Achse ist? Habe jetzt festgestellt, dass sie auch verschiedene Übersetzungen haben. Kann ich von außen sehen, welche Übersetzung zu mienem Getriebe/Tacho passt? Ich weiß leider echt nicht mehr, welceh Achse damals aus meinem Knudsen war :/

  • Das Langloch mit Zahnscheibe für die Aufhängung gab es nur in der ersten Serie.

    Übersetzung musst Du zählen, wenn das Schild weg ist. Schreib ich aber.

  • Grundsätzlich gilt 71 ist das Jahr der Einführung, BG bezeichnet das Fahrzeug, für das das Teil entwickelt wurde. BG ist Taunus an der Stelle.

    Nicht ganz richtig. Nur das B steht in diesem Fall für Taunus, G dafür, daß das Teil in Deutschland produziert wurde.

    GG z.B. ist ein Granadateil, das in Deutschland produziert wurde, GB ein Granadateil, das in Genk produziert wurde.

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  • Kann ich die neuere Achse, die ohne Langlöcher, in meinen Knudsen mit Langlöchern einbauen? Oder braucht der alte Knudsen zwangsläufig diesen WInkelausgleich? Ich würde nämlich gerne die neuere Achse nutzen, sie hat deutlich weniger Spiel und dreht "satter". Ich würd dann nur neue äußere Radlager einbauen, um die komplizierte Ausdistanzierung und Einstellung des Diffs zu umgehen...

  • Die "neue" Achse ohne Langlöcher lässt sich 1:1 verbauen. Mit neuen Gummilagern (ich würde hier PU (blaue SuperProPoly via MM) nehmen.) ist die Achse automatisch in der korrekten Position und die Winkel der Kardanwelle passen.


    Für die Achse mit Langlöchern brauchst Du zwingend die verzahnten Plättchen, sonst geht das nicht.

  • die oberen gummilager, die in den ohren am getriebe sitzen, tausche ich immer gegen pu. die anderen kann man meistens lassen. die sind vollgummi und bisher (bei mir) nie wirklich defekt gewesen.

  • Super! Vielen Dank, das sind gute Tipps. Die oberen Gummilager muss ich eh tauschen, die sind rissig.


    Steckachsen sind raus, die Lager fühlen sich von Hand noch einwandfrei an - ich hoffe das heißt, dass die Achse bzw. das Diff auch noch gut ist ;-) Ein befreundeter alter KFZ Meister, der den Taunus noch aus seiner aktiven Zeit kennt, will mir zeigen, wie ich die Lager und Klemmringe tausche :)


    Wie maßhaltig sind die Lager links und rechts vom Diff? Kann ich da neue verpressen, ohne komplett neu ausdistanzieren zu müssen? Bei Kegelrollenlagern bin ich da skeptisch, ob neue Lager exakt so distanziert sind wie die vor 50 Jahren. Sonst würd ich die lieber drin lassen...

  • Warum nimmst Du die Lagerböcke raus, wenn Du nicht weißt, ob es sinnvoll ist, die Lager anzufassen?


    Was die äußeren Lager betrifft, wenn die spielfrei sind und sich sauber drehen lassen, warum dann tauschen?

    Neues Material ist nicht besser, nur weil es neu ist. Eher umgekehrt.


    Beim Einbau die äußeren Lager mit Loctite einsetzen. 638 ist vermutlich das beste für diesen Zweck, 620 geht auch.

    Vorher die Flächen entfetten. Aceton oder Bremsenreiniger. Ersteres ist auf jeden Fall rückstandslos.

  • Die Lager habe ich nicht bewegt, die sitzen noch fest. Die Lagerdeckel habe ich abgenommen, um die Rollen des Kegelrollenlagers sehen zu können.


    An der Achse, die ich jetzt im Knudsen habe, fühlten sich die Lager auch gut an. Trotzdem macht die Achse mahlende Geräusche in Kurven, was bei anderen Fahrzeugen ein Zeichen für verschlissene Radlager war. Da ich diese Achse gerade auf der Werkbank habe, will ich die Radlager erneuern. Warum sind neue Lager nicht besser als gebrauchte?


    Danke für den Tipp mit dem Lagerkleber!