Radlager HA und Gleichlaufgelenke Granada ersetzen

  • Liebe Leutz,

    bitte steinigt mich jetzt nicht für meine Fragen, aber als technischer Laie frage ich lieber vorher, als am Ende vor einem großen Haufen Scherben zu sitzen, weil alles falsch gelaufen ist, was laufen kann. :crying


    Bei meinem Wagen will, bzw. muss ich endlich an die HA ran. Die Radlager müssen erneuert werden und da es gerade aus dem Bereich mittlerweile bei jeder Geschwindigkeit massiv dröhnt, will ich auch gleich die Gleichlaufschiebegelenke austauschen. (Das Kardanwellenmittellager kommt später, wenn ich eine gute Möglichkeit habe unters Auto zu kommen). Das Diff ist es nicht, da ist nichts von zu hören, hatte letztens die HA aufgebockt und vorsichtig Gas gegeben. Ich will mich nicht darauf beschränken, nur die Manschetten zu lösen und mit neuem Fett füllen, da das Dröhnen eher darauf hindeutet, dass da keine Schmierung mehr vorhanden ist und das Lager furztrocken ist, mit dem entsprechenden Verschleiß.

    Jetzt meine Fragen: lassen sich die Radlager (nach Demontage der Bremse) mit einem herkömmlichen Abzieher entfernen, oder braucht es da ein Spezialwerkzeug? Wäre es sinnvoll das alte Lager zu erwärmen, um es leicher zu lösen oder nur die brachiale Methode des aufflexen und absprengen?

    Lässt sich die Antriebswelle im Regelfall leicht aus dem Gleichlaufschiebegelenk herausziehen oder ist diese darin eingepresst und man benötigt eine hydraulische Presse, um beides von einander zu lösen?

    Dass aus dem Diff Öl herauslaufen wird, wenn die Welle herausgezogen wird, damit rechne ich und bin darauf vorbereitet.


    Habe ihr noch Tips über den Teilebezug? Mit fällt da vorrangig nur der Dealer in Zorneding ein. :rolleyes


    Ich freue mich über hilfreiche Tips und sorry noch mal, das ich so blöde Fragen stelle! :whistling

    Gruß

    Chris

  • Radlager kannst du easy mit nem stabilen Ausziehwerkzeug im Schraubstock machen.


    Die Antriebswellen sitzen differentialseitig an Flänschen, da läuft kein Öl raus . Die Verbindung Welle / Verschiebegelenk ist mit einem Sprengring gesichert.


  • Ich empfehle ein Werkstatthandbuch.

    Die Gleichlaufgelenkwellen lassen sich ausbauen ohne das Öl aus dem Diff läuft. die Gelenke sind nur mit einem Seegering auf den Wellen gesichert.

    Die Radlager sitzen in einem angeschraubten Gehäuse, eine Werkstattpresse ist für den Wechsel stark von Vorteil.


    Ich würde nichts von Alledem pauschal gegen das heutige Material austauschen wenn nicht wirklich kaputt.

    Die Gleichlaufgelenke lassen sich bis auf die letzte Kugel zerlegen. Nur wenn wirklich tiefe Einlaufspuren in den Kugelbahnen sichtbar sind oder die Kugeln selbst Verschleiß zeigen, lohnt sich das.

    Die heute erhältlichen Manschetten sind allesamt Schrott. Wenn die alten nicht wirklich rissig sind, wiederverwenden.

    Neues Fett in den Gelenken schadet nicht.

  • Werkstatthandbuch habe ich. Macht es aber nur eingeschränkt besser. Profi-Werkzeuge gerade zum Ein- und Auspressen von Lagern hab ich nicht. Ich befürchte, mit einem popeligen Schraubstock aus dem Hobbykeller wird's nix werden. Eher geht der kaputt. Bin am überlegen, ob ich gleich neue, komplette Antriebswellen einbauen, dann spare ich mir das Zerlegen der Welle und Gelenke. Das die heutige Qualität nicht mehr an die früherer herankommt, ist mir klar und fuchst mich ungemein, aber ich muss halt irgendwie einen Kompromiss eingehen.

    Wenn ich mir im Handbuch den Ausbau der Radlager anschaue, wird mir jetzt schon schlecht! 😡

    Ich glaube, ich gebe das Auto lieber zur Fachwerkstatt und investiere das Geld. So beschissen es auch für mich ist.

    Habt Dank für die Tips.

  • Wenn die Antriebswellen dröhnen, soll ein Einbau um 180° verdreht manchmal Abhilfe schaffen. Würde ich als erstes versuchen, bevor ich irgendwas "neues" einbau.


    Meine HA Radlager ließen sich echt wie Butter aus- und einziehen, viel schneller als der Typ mit der Werkstattpresse. Der Schraubstock war nur halb befestigt und kein großes / solides Modell .

  • Wenn die Antriebswellen dröhnen, soll ein Einbau um 180° verdreht manchmal Abhilfe schaffen. Würde ich als erstes versuchen, bevor ich irgendwas "neues" einbau.

    Yessir!


    Dabei schadet es absolut nicht, die Gelenke zu reinigen, inspizieren und frisch zu lubrizieren. LM-47 von Liqui Moly ist da die Mumpe der Wahl. Gibt es in kleinen Tuben oder als Kartusche für die Fettpresse. Letzteres ist Deine Schuhgröße.


    Wenn das Kugelgelenk von der Antriebswelle runter ist, kann man das im Profi-Teilereiniger genau so gut reinigen, wie im aufgeschnittenen Ölkanister voll Diesel.

    Wenn Du es nicht von der Antriebswelle ziehen möchtest, dann beide Schellen am Gummi lösen und die Manschette möglichst weit hoch schieben.


    Neue Manschetten immer von innen gut einfetten. Das erhöht die Lebensdauer.


    Wenn sauber, schauen wie die Kugeln aussehen und welche Laufbahn sie eingefressen haben, Bild posten, Antriebswelle umgedreht (innen nach außen und umgekehrt) einbauen und fahren.


    Vor dem Lösen der ATW, jeglichen Dreck aus den Köpfen der Inbusschrauben herauskratzen. Dann kannst Du die evtl auch heile ausbauen. Ach ja, auf die rückwärtigen Gewindeenden guten Rostlöser großzügig auftragen.

    Das ist definitiv nicht WD40. Aktuell spiele ich gerne mit Rostlöser von Petec.

  • Neue Schrauben in der Rückhand sind kein Fehler.

    Inbusschrauben M8x50 oder 55. Da bin ich mir unsicher. Gibt es bezahlbar über eBay. 8.8 ist Minimum....

  • Wolfsburg hat den gleichen Scheiß übrigens in Moderner und evtl sogar noch lieferbar. Das hier hat einen Lockkreis vom 6x87mm.




    Wenn man den inneren Ring im Verhältnis zum Äußeren auf etwa 90° kippt, kann man die Kugeln entnehmen.

    Aber unbedingt ursprüngliche Einbaurichtung markieren. Auch, wenn man die Gelenke von der Welle zieht schon...

  • Ja genau, unbedingt markieren. Die gehen nur in einer Stellung wieder zusammen.

    Überhaupt ist markieren immer ratsam. Weißen LackEdding nehm ich gern nach dem entfetten.

  • Wobei Diesel zwar reinigt, aber nicht entfettet. Dafür eignet sich Isopropanol.

    Wenn das Material nicht zu hart ist, geht auch ein Strich mit der Reißnadel oder ein Körnerschlag

  • Ich glaube, ich gebe das Auto lieber zur Fachwerkstatt und investiere das Geld. So beschissen es auch für mich ist.

    Habt Dank für die Tips.

    Es wird noch beschissener wenn du merkst das die Fachwerkstatt nur Mist baut. Ich empfehle das Studium dieses Threads

  • Welches Werkstatthandbuch hast Du? Eins aus dem Buchhandel, oder original Ford? Hier aus dem Download?


    Ansonsten, wie geschrieben. Antriebswellen ausbauen, Gelenke reinigen, neu fetten und 180° verdreht einbauen.


    Wenn Du die Gelenke ausbauen bzw von der Welle trennen möchtest, brauchst Du den heimischen Schraubstock, eine passende Seegerringzange und einen handelsüblichen 2-3 Armabzieher.


    Das Werkzeug kostet, geschätzt, einen Fuffi und wenn die Welle nackig ist, kannst Du die auch noch mit Hammerite aufhübschen.


    Die hinteren, aüsseren Radlager benötigen dicke Nüsse und ordentlich Hebel zum lösen, so wie einen Drehmoment aus der Eisenbahnerabteilung zum Festziehen.


    Ich würde vermuten, daß es bei Dir im Dorf, eine Mietwerkstatt gibt, die entsprechende Werkzeuge hat.

  • Ich habe mir das Werkstatthandbuch hier mal vor langer Zeit heruntergeladen, abgespeichert und ausgedruckt. Nicht nur deiner Erläuterung nach, sondern auch der anderen Unterstützer wären die Gleichlaufschiebegelenke nicht das große Problem, ich sehe die Schwierigkeiten eher bei den Radlagern. Aber gut, ich denke, ich werde mir die kompletten Antriebswellen incl. der Gelenke besorgen, der Wechsel scheint ja mit dem Lösen der besagten Imbusschrauben und der Neumontage mit neuen entsprechenden Schrauben doch recht schnell gemacht zu sein. Was ich jetzt mit den blöden Radlagern anstelle, weiß ich noch nicht.

  • Nochmal: Neuteile sind nicht mehr das, was Neuteile in den 80ern mal waren.


    Investiere in eine Kartusche Fett, mach die Gelenke sauber, neues Fett rein und beim Einbau innen mit aussen vertauschen.

    Wenn es dann immernoch rumpelt, kannst Du weiter sehen.


    Die Gelenkwellen auszubauen ist schnell gemacht, wenn man mit Rostlöser vorbeihandelt und die Schraubenköpfe penibelst reinigt.


    Radlager lass erstmal gehen. Die sind es eher nicht.

  • Danke DC,

    ich werde deinen Rat mit dem Drehen der Wellen annehmen und die Gelenke neu mit Fett füllen. Wenn ich die Sache abgeschlossen habe, werde ich kurz berichten.

  • Guten Morgen,

    leider muss ich dieses leidige Thema nochmal hochschieben. Ich habe mich zwischenzeitlich an den Antriebswellen versucht. So weit so gut, aber ...

    von den 12 Schrauben (je Sechs innen und außen) auf der linken Seite ließen sich genau 11 relativ problemlos mit Bit und Knarre lösen, die letzte ist jetzt nahezu rundgedreht und mit dem Sechskantbit nicht mehr zu lösen. Leider auch noch auf der Radseite.

    Hat einer von Euch einen Tip, wie ich diese schei... Schraube lösen kann? Ich hatte es nahezu vorschriftsmäßig mit viiieeel Rostlöser im Vorfeld eingejaucht (bei den anderen Schrauben hat es ja funktioniert), versucht das Metall mit einem Heißluftgebläse (Brenner hab ich nicht) zu erwärmen um wenigstens den physikalischen Effekt versucht mitzunehmen - alles Fehlanzeige.

    Ich habe drüber nachgedacht, wenn sich die Gelegenheit bietet, den Bit an der Schraube festzuschweißen oder einen anderen Sechskantbit, der etwas größer ist, mit Gewalt in die Aufnahme der Schraube zu prügeln. Wären diese durchaus brutalen Methoden hilfreich?

    Also hab ich frustriert die ganzen Schrauben gegen neue ausgetauscht und wieder zusammengebaut. Außer viel Zeit hat mir die Sache nichts gebracht. Auf der rechten Fahrzeugseite habe ich es dann auch seingelassen, vorallem, weil ich in der Garage nicht den Platz habe, um vernünftig arbeiten zu können. Der Wagen stand ohne Hinterrädern auf Böcken, aber bequem arbeiten ist anders.

    Gruß

    Chris

  • Ordentliche gripzange festkrallen und damit probieren?

    oder ggf. eine Mutter aufschweissen (Gummibalg mit dünnem Blech schützen) sind keine Möglichkeiten..?


    Schrauben vorher mit passendem Dorn und kurzem kräftigen Hammerschlag „aufwecken“..


    Die Inbusse hattest du vorher sorgfältig gereinigt?