rostiges Wasser aus dem Hahn...

  • ....gibt es da eine Möglichkeit, ohne die Leitungen zu erneuern? Es geht um einen Altbau, der Vermieter will angeblich lieber die Bude abreißen als neue Rohre zu legen.

  • Wieso braucht man rostiges Wasser?:sinnlos:

    Im Grunde ist der Hausbesitzer in der Pflicht wenn so etwas auftritt. Aber wenn der schon von Abriss spricht, dann wird es auch nix bringen dem auf die Füße zu treten.
    Da soll es solche Wasserfilter geben, bin aber nicht vom Fach um sagen zu können ob das was bringt bzw lohnt.
    Kam das jetzt mit der Zeit oder stand die Hütte länger leer?

  • Müsste ich nachfragen. Das hat gestern eine Bekannte von mir erzählt und keiner wusste so recht bescheid, was man tun könnte.

    Ich glaube aber das kam schleichend, weil die da schon lange wohnt und selten verreist.

  • Ja, da schreiben sie:


    "Alternativ [zu neuen Rohren] kommen chemische Mittel zum Einsatz. Diese bilden in den Wasserleitungen eine Schutzschicht und verhindern Rost im Wasser. Infrage kommen hier Inhibitoren aus Phosphaten und Silikaten."


    Hat mit einer solchen Behandlung jemand hier schon Erfahrung gemacht?

  • kommt das rostige Wasser aus allen Wasserhähnen oder nur aus einem bestimmten Hahn?


    Bei uns sind auch viele Wasserrohre aus Eisen verbaut, die allesamt von innen sehr rostig sind, aber das Wasser ist normalerweise immer klar.

    Nur wenn man einen Hahn über mehrere Monate nicht benutzt kommt in den ersten paar Sekunden etwas rostiges Wasser, danach ist es auch wieder klar.

    Und wenn Luftblasen mit durch die Leitungen kommen wird das Wasser für einige Sekunden leicht rostig...

  • Kenne ich auch. Steht das Wasser in der Leitung, beginnt nach etwa einer Woche die Färbung. Hin und wieder ist mal irgendwo ein nasser Fleck an der Wand, oder man bekommt im Keller nasse Füße.

    Nach dem fünften Mal reicht die Gebäudeversicherung die Scheidung ein und die Bude lässt sich bis zur Sanierung nur noch ohne Wasserrisiko versichern.


    In der Theorie lässt sich vermutlich der Haupthahn abdrehen, das System entleeren und über den höchsten Wasserhahn mit Fertan oder einem anderen Rostumwandler befüllen.

    Dann wäscht man sich mal einen Tag nicht und kocht nur mit Mineralwasser. Danach wieder in die entsprechenden Behälter ablassen, Wasser aufdrehen, Perlatoren reinigen und hoffen, daß das Wasser klar bleibt.

    Den einen Rohrbruch, der entstanden ist, weil die Leitung an der Stelle dann doch zu dünn war, kann man auch über die Versicherung abrechnen. Schmerzt den Vermieter dann auch nicht über die Maßen.

  • Da soll es solche Wasserfilter geben, bin aber nicht vom Fach um sagen zu können ob das was bringt bzw lohnt.

    Wo willst Du den Filter hin setzen? Vor jeden Wasserhahn?

    Filtern würde maximal helfen, wenn das Problem außerhalb des Hauses ist und der Filter direkt hinter dem Zähler sitzt.

  • In der Theorie lässt sich vermutlich der Haupthahn abdrehen...

    ...in der Praxis auch? Ist hier niemand aus diesem Berufsfeld? DC, ich habe an genau dieselbe Methode gedacht, Haupthahn zu, Entroster reinpumpen, warten, ablassen, Versiegler reinpumpen, warten, ablassen, durchspülen und freuen.


    Aber die würde vermutlich gerne wissen ob sowas tatsächlich praktikabel ist und wo die kosten liegen.

  • Wo willst Du den Filter hin setzen? Vor jeden Wasserhahn?

    Filtern würde maximal helfen, wenn das Problem außerhalb des Hauses ist und der Filter direkt hinter dem Zähler sitzt.

    Deshalb schrob ich auch das ich nicht vom Fach bin.
    Ggf gibt es die Möglichkeit da Stockwerkmäßig was zu trennen oder was weiß ich.

  • Eigentlich wollte ich wirklich wissen, ob man den Rost aus Leitungen rausbekommt. Hätt ja sein können dass hier ein Fachmann auf diesem Gebiet rumläuft.

  • Ich empfehle den Einsatz einer (sehr langen) Roßhaar-Flaschenbürste in Verbindung mit einem Akkuschrauber. Alternativ könntest du auch im lokalen Blättchen eine Anzeige schalten, in der du jemanden suchst, der dir das Rohr poliert.

  • Aber die mechanische Nummer ist doch bei normalen Wasserleitungen eher schwierig, oder wie kurz sind die bei euch.
    chemisch mag gehen, Phosphor oder Essig oder Zitrone. Aber das Problem ist doch dass diese rostigen Leitungen mächtig Querschnitt eingebüßt haben und wenn dann auch noch die Säure kommt hat’s ganz schnell Leckagen.

  • Also das mit dem von innen Sandstrahlen scheint wohl ganz gut zu funktionieren, so wie ich das verstanden habe wird Druckluft + Sand durchs Rohr geschossen und überall wo das Rohr noch gut und glatt ist, kann der Sand einfach durch schießen ohne viel Material abzutragen, während die hervorstehenden Rostbrocken weggesandstrahlt werden...

  • Eigentlich wollte ich wirklich wissen, ob man den Rost aus Leitungen rausbekommt.

    Wie willst du den denn komplett rausbekommen wenn danach eh wiederum über die nächsten Jahre Wasser drin stehen wird ? Ich würde entweder alles komplett neu machen, oder anfangen ersteinmal die wichtigste Leitungen zu erneuern und dann strang für strang zu erneuern. So teuer sind ein paar schieber und die Leitungen auch nicht.

  • Hehe....er hat Rohr poliert geschrieben :irre:

    Natürlich hat er das. Ich wäre auch sehr enttäuscht gewesen, wenn diese Steilvorlage unbenutzt liegengeblieben wäre.

    Nur hat unsere Kanzlerin die Rohrpolierbetriebe in ihrer Ansprache zu Lage der Nation im Frühjahr persönlich und auf unbestimmte Zeit für geschlossen erklärt.

    Wer polieren möchte, muss das schon selber machen.

  • Stimmt natürlich DC. Nur in dem Haus was wir in den 90ern mal gekauft haben hatten wir das auch. In einen 32er Rohr konntest du nichtmal mehr den kleinen Finger reinstecken so zugekeimt/verrostet waren die Leitungen. Die Leitungen wogen durch den Rost gefühlt das doppelte wie als wenn sie frei wären. Und wenn man den wirklich rauskriegen möchte, stellt sich wie schon geschrieben das eventuelle Problem der Rest-Wandstärke. Deshalb, wenn die Leitungen so richtig alt sind - raus damit.

  • Und wie lange braucht die Phosphorsäure um eine vermutlich mindestens 5mm dicke Rostschicht aufzulösen?


    Und wie oft müsste man dann die Säure im Rohr wechseln weil sie verbraucht ist? Weil sich in den Rohren vermutlich mehr Rost befindet, als überhaupt noch Platz für Säure ist...


    Und was macht die Phosphorsäure mit den Messingteilen? ( Absperrhähne, etc.)


    Hier Mal ein Bild, wie die Rohre wahrscheinlich von innen aussehen werden, ich glaube mit Phosphorsäure hat man da keine Chance...

    hRohrinnensanierung-1-beispiel21.jpg


    Edit:

    Das Bild stammt von sonne-rohrsanierung.com , ich hoffe das ist OK wenn ich das hier verlinke, ansonsten bitte entfernen...

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  • Das da ne wirklich vernünftige Lösung für die nächsten Jahre rum kommt ist ja eher unwahrscheinlich.
    Das Problem ist wohl das der Vermieter kein Geld in die Hand nimmt. Und dann wird der auch nicht für alternative Lösungen zahlen wollen. Egal wie gut diese erscheinen.

    Vielleicht wäre es angebracht sich ein paar Gedanken über eine andere Wohnung zu machen.

  • Hab gerade die Referenzen bei sonne-rohrsanierung.com durchgelesen, die Rohre werden (wie?) entrostet, getrocknet und innen beschichtet (womit?).

    Also scheints sowas tatsächlich zu geben. Ich ruf die Leute morgen einfach mal an.


    Danke euch für die vielen Tipps!