Vergaserflansch V6 Anschlüsse

  • Hallo, mein Name ist Walter und ich bin neu hier im Forum. Ich habe mir ein englisches Kitcar (Pilgrim Bulldog mit Ford V6 Motor (Granada, ... ?)) zugelegt und habe am Vergaserzwischenflansch alle Anschlüsse bis auf Bremskraftverstärker und Zündungsverstellung entfernt, bzw. stillgelegt, da ich einfach auf minimalistische Optik stehe.

    Leider hatte ich nicht die Möglichkeit wahrgenommen den Motor vor meiner Vergaserflansch"modifikation" laufen zu lassen und frage mich inzwischen, ob ich einen zusätzlichen "offenen" Unterdruckanschluss benötige.


    Die Chokeklappen des 32-er Webervergasers habe ich komplett auf manuelle Betätigung mittels Stange umgebaut und der Motor startet einwandfrei.


    Nun zum Problem:

    Der Motor zieht beim beim Beschleunigen, bzw. Übergang vom "Leerlaufbereich" in den Teillastbereich unter Last beim Fahren nicht sauber durch.


    (Bei Volllast läuft er normal und im Stehen dreht der Motor auch problemlos hoch.)


    Die Beschleunigermembranen und die Anreicherungsmembran in der Schwimmerkammer sind neu, der Vergaser und die Düsen sind gereinigt. Zündung und Ventile sind natürlich auch eingestellt und die Kompression ist auf allen 6 Zylindern gut. Zündkerzen sind auch neu und Zündgeschirr schlägt nicht durch.


    Deshalb würde mich also interessieren, ob das System aus irgendwelchen Gründen nicht vielleicht doch einen "offenen" Unterdruckanschluss am Flansch benötigt (was ich mir zwar kaum vorstellen kann, da der Motor dann ja bei Unterdruck bei niedriger Drehzahl dauernd Falschluft ziehen würde) aber ich weiß es eben nicht und würde mich über eine Rückmeldung freuen.


    Vielleicht liegt das Problem ja auch ganz woanders und ich wäre dankbar für jeden Tipp.


    Grüße

    Walter

  • Erstmal willkommen hier im Forum. Kannst auch einen offiziellen Viratellungsthread im Treffpunkt machen. Dann gerne mit Bildern vom Fahrzeug….

    Was meinst du mit offenen Unterdruckanschlüssen? Ohne was dran offen zur Ungebung? So ist das nicht gedacht …

    Da es eigentlich keine freien Unterdruckanschlüse geben sollte, frag es ich mich schon. Was du da zu gemacht hast. Vielleicht wäre auch hier ein Nild von besagtem Teil hilfreich

  • Moin, willkommen, Bilder!


    Erstmal stellt sich auch die Frage, welchen V6 hast Du? 32er Weber wäre ein 2,0 nach 5/79.

    Vorne links auf der oberen Ecke vom Block, ungefähr da wo der Bypass-Schlauch in die Ansaugbrücke geht und der Temp-Fühler sitzt, sind Motorkennbuchstaben und Motornummer eingeschlagen.

    MKB sind drei Buchstaben. Die ersten beiden bezeichnen den Motor an sich, der dritte Buchstabe steht für das Ursprungsfahrzeug. Das kann man sich bei Motomobil aus den Motorenlisten am Anfang der jeweiligen Kataloge heraussuchen. Eventuell müsstest Du da mehrere Kataloge öffnen und suchen.

    Die Motornummer besteht aus zwei Buchstaben und fünf Ziffern. Sie entspricht der Fgst-Nummer des Ursprungsfahrzeugs.

    Die Buchstaben sind dabei der Baujahrcode. Auch dafür gibt es eine Liste bei Motomobil. Die ist dort unter FAQ. Die Nummer ist einfach nur fortlaufend.


    Um Dirk Ruddies zu zitieren: die meisten Vergaserprobleme sind in Wahrheit Zündungsprobleme.


    Nein, es gibt keine offenen Unterdruckanschlüsse.

    An der Zwischenplatte ist ein Anschluss, der die kalt/warm-Klappe am original Luftfilterkasten steuert und seitlich am Vergaser sollte der Anschluss für die Unterdruckdose vom Verteiler sein.


    Ich glaube nicht, daß Du ein Falschluftproblem hast, weil er dann auch im Leerlauf unruhig wäre.


    Wo ist die Frühverstellung angeschlossen?

    Zieht die Unterdruckdose den Verteiler wirklich in die Frühverstellung?

    Sind alle Teile im Verteiler leicht gangbar?

    Was ist mit den Fliehgewichten?

    Ist der Filz in der Verteilerwelle gut geölt?


    Nach den Kontakten frage ich nicht, weil ich davon ausgehe, daß der Motor schon mit Transistor zünden sollte.


    Am Solevergaser gibt es zwei Deckel, die sich versehentlich vertauschen lassen. Bzw die zugehörigen Membrane. Ob der Weber das auch hat, weiß ich nicht.

  • Guten Morgen,

    zunächst vielen Dank für die vielen Antworten.


    Ich habe den Anschluss der Zündverstellung natürlich am guten Weber angeschlossen . Sorry - habe ich falsch beschrieben.


    Den Schlauch des Motorentlüftungsventil habe ich in den Luftfilter gelegt: Muss dieser Schlauch zwingend an den Zwischenflansch, oder ist das eher zweitrangig?


    Die Freigängigkeit der Fliehkraftgewichte im Verteiler schaue ich mir nochmals an.

    (Wenn ich am Schlauch mit dem Mund Luft ziehe, verstellt sich zumindest die Grundplatte. Die Zündung habe ich mit der Stroboskoplampe überprüft - verstellt sich auch.


    Die Transistorzündungsbox von Motocraft ist halt eine "Blackbox" und ich habe mich darauf verlassen, das diese entweder komplett korrekt funktioniert (da der Motor ja läuft) oder eben gar nicht. Liege ich damit richtig?


    Ich versuche demnächst noch ein Bild meiner Konstruktion zu machen und hier einzustellen.


    Ich schließe aus euren Antworten aber auf jeden Fall, dass ich am Flansch eigentlich nur Unterdruck für den Bremskraftverstärker brauche, da ich alle anderen Systeme (Luftfilterklappe, automatischer Choke, ... nicht habe).

  • Den Schlauch des Motorentlüftungsventil habe ich in den Luftfilter gelegt: Muss dieser Schlauch zwingend an den Zwischenflansch, oder ist das eher zweitrangig?

    Wenn man den Schlauch an der Brücke angeschlossen hat, merkt man einen deutlichen Drehzahlabfall wenn man ihn aus dem Ventideckel zieht und das Ventil zuhält.

    Es geht also in den „normalen“ Motorlauf mit ein.

    Wenn man den Schlauch in den Lufi legt (ich nehme an „hinter“ dem Filtereinsatz) zieht man den ganzen Schmodder durch den Vergaser, ob das Sinn macht?

  • Die Transistorzündungsbox von Motocraft ist halt eine "Blackbox" und ich habe mich darauf verlassen, das diese entweder komplett korrekt funktioniert (da der Motor ja läuft) oder eben gar nicht. Liege ich damit richtig?

    In letzter Zeit häufen sich die langsamen Ausfälle der Zündboxen.

    Das ewige Leben haben die Dinger leider auch nicht, Austausch gegen neu ist nicht verkehrt.

  • Duraspark ist digital. Wenn es funktioniert, passt es.


    Kurbelgehäuse muss an den Zwischenlansch. Sonst lüftet das nur, wenn Du Gas gibst und vor allem ziehst Du Dir Dreck in die Umluftkanäle.


    Frühverstellung kommt seitlich an den Vergaser.

  • Hallo kuty, hallo Keule, hallo Micha-05, hallo DC, hallo Tufcap


    klasse Informationen - danke: Also, dann werde ich die Motorentlüftung auch an den Zwischenflansch machen.


    Fliehkraftgewichte sind beweglich (war ein echter Akt, den Verteiler zu zerlegen), Filz ist mit Öl versorgt.


    Mir ist gestern auch noch aufgefallen, dass der Unterdruckschlauch für die Zündverstellung aus einem normalen Benzinschlauch besteht, der den gleichen Innendurchmesser wie die Anschlüsse an der Unterdruckdose, bzw. dem Anschluss am Weber hat. Glücklicherweise habe ich aber noch einen "echten" Unterdruckschlauch mit den passenden Anschlüssen, der aber einen wesentlich dünneren Innendurchmesser hat und sich auch nicht "zusammenziehen" kann, also auch bei Unterdruck einen konstanten Querschnitt beibehalten kann.


    Ich komme am Wochenende wieder zum Werkeln und werde dann kurz berichten.


    Grüße

    Walter

  • Wenn die Zündung eingestellt , Dir aber erst jetzt aufgefallen ist dass der Unterdruckschlauch eigentlich ein dünner Benzinschlauch ist , wie hast Du dann die Zündung eingestellt , denn diese wird mit abgezogenem Unterdruckschlauch geprüft bzw justiert ....?

  • Hallo Ford 17m,

    oh je, wenn die Zündung tatsächlich mit abgezogenem Schlauch eingestellt werden muss, dann habe ich wohl Glück gehabt, dass die Zündzeitpunkte stimmen, da ich ja mit der Stroboskoplampe die Markierungen auf der Riemenscheibe bei laufendem Motor und aufgestecktem Unterdruckschlauch für Früh- und Spätzündung überprüft habe und diese stimmen.

    Oder habe ich da jetzt einen Denkfehler?

  • Die Zündung wird mit, an der Unterdruckdose abgezogenem und verkorktem Schlauch eingestellt. Der Schlauch lässt sich wunderbar mit einem Philips 1 Schraubendreher oder einer M6-Schraube verschließen.


    Wer sagt Dir, daß der Letzte das schon richtig gemacht hat?

    Bei den alten Karren gilt grundsätzlich: glaube nur, was Du selbst überprüft hast.


    Davon ab, sind es im Leerlauf nicht ewig viele Grad, die die Unterdruckverstellung dran zieht.

    Insbesondere nicht, wenn Du den Verteiler südlich der Drosselklappen angeschlossen hast.

  • Ja , das mit dem OT und Riemenscheibe kenne ich :-))) zB wenn ein Depp, nämlich ich , Riemenscheibe ab macht, nicht merkt dass Keil mit rausgeht , er sich beim Ablegen der Scheibe verabschiedet. Neuen Siri und Verteiler eingebaut.....

    Beim wieder aufstecken gefreut dass ich die Nut gleich getroffen habe :-)))

    Der Rest war dann ewiges Suchen nach dem ZZP einstellen wieso die Scheiss Karre nicht läuft....( ich mache das zuerst immer ohne ZK , nur mit Anlassergeschwindigkeit)


    Wie DC schon sagte , viel Grade sind es nicht bei aufestecktem Schlauch , aber stimmen tut deine Einstellung definitiv nicht ....

  • Oh Mann, an sowas wie einer verdrehten Riemenscheibe hätte ich nie gedacht. Gut, dann überprüfe ich zunächst auch ob der OT an Zylinder 1 mit der OT-Markierung an der Riemenscheibe übereinstimmt. Und dann wird die Zündung korrekt eingestellt.

    Also zumindest stimmt es mal wieder: "Man wird alt wie ne Kuh und lernt immer dazu ... ."