Ford Knudsen Taunus Kombi - Wildes Pony oder Rappelkiste?

  • Es ist ein FoMoCo-Vergaser mit Startautomatik.

    In dem Fall könnte ich mir gut vorstellen, dass hier der Hase im Pfeffer liegt, nämlich dass die Starterklappe (manchmal) nicht öffnet und dann der Motor überfettet.

    Ich nehme im Folgenden mal an, dass die Automatik analog zu der beim Solex funktioniert.


    Edit: tut sie offenbar nicht, alles eine Stufe primitiver…


    Ist die Verbindung Stufenscheibe zu Starterklappe eingehängt?


    Arbeitet die Pulldown-Membran?


    Ist die Stufenscheibenmechanik leichtgängig?


    Ist die Starterklappe leichtgängig?


    Sind die Einstellarbeiten bei montiertem LuFi erfolgt?

    Einmal editiert, zuletzt von TufkaP ()

  • Zündverteiler ist gecheckt, neuer Kondensator und neuer Unterbrecher 0.4, Zündspule ist auch neu.

    Zündzeitpunkt 6 grad vor OT.


    Das mit den neuen Kondensator ist hier auch mal passiert... leider war der dann auch defekt. Wobei der Kondensator vermutlich nicht so halb defekt sein kann, sprich nur manchmal Probleme macht. Das wäre dann eher ganz oder gar nicht.


    Ich tendiere tatsächlich zu Elektrik-Gedöns. Kabelage. Leichter Kupferwurm, mal guten Kontakt, mal schlechten.

  • Nochmal die Frage zum Microsieb welches mit der Schwimmerkammerdüse - also unterhalb zum Gehäuse hin - eingebaut ist.

    Ich habe nochmals alle technischen Zeichnungen und Ersatzteilkataloge durchgesehen und dieses Bauteil nirgendwo gefunden.

    Auch in Revisionskits ist dieses Teil nie dabei.


    Mein Vergaser wurde komplett inklusive Membran, Düsen usw. über mehrere Tage im Ultraschall gereinigt und im Anschluss

    komplett neu aufgebaut. Alle Teile die Dabei waren wurden dokumentiert und wieder am Platz verbaut.


    Hier könnte vielleicht das Problem liegen. Es war ein Microsieb an der Düse der Schwimmerkammer verbaut und zwar auf

    der Gewindeseite. Das Sieb ist unten zu und oben offen und hat eine grösse von ca. 0,8 mm länge und 0,4 mm Durchmesser.

    Beide Einbaurichtungen also - einmal mit oben offen zur Düse und dann nochmals anders herum. Das Sieb ist ähnlich wie bei

    einem Benzinhahn (Hosensieb).


    Je mehr ich darüber nachdenke kann das Sieb nur eines bewirken insofern sich dieses frei in der Bohrung bewegen kann.

    Der FoMoCo hat keinen Rücklauf, eventuell war es so gedacht das bei Unterdruck das Sieb den Spritzulauf dicht macht, also eine

    Art mechanisches Rückstauventil. Andererseits frage ich mich ob ein Sieb an einer so schwer zugänglichen Stelle konstruktiv

    einen Sinn ergeben hätte. Es gibt ja bereits innerhalb der Benzinpumpe ein Sieb und meist wurde eigentlich immer gleich im

    Anschluss obligatorisch ein zusätzlicher Benzinfilter verbaut. Sollte also das Sieb sich in der Bohrung verklemmen oder dort

    gar nicht hingehören bzw. falsch in der Dimension sein, so wäre fast klar das die Schwimmerkammer mit zu wenig Sprit

    versorgt wird wenn der Motor saugt. Im Stand oder bei niedrigem Fluss könnte dies vielleicht gerade noch ausreichen und

    bei volllast dann eben nicht mehr bzw. sporadisch mal JA und mal Nein je nach Fahrverhalten. Klingt dies Plausibel oder hat

    jemand eine Erklärung hierfür?


    Leider aus Zeitmangel noch nicht getestet aber ich werde beim nächsten Schraubertag das Sieb definitiv mal komplett entfernen

    und dann eine Testfahrt machen.


    Danke an alle die hier Mitbetreuen bevor ich selbst noch wahnsinnig dabei werde. Rückmeldung erfolgt sobald wie möglich.

  • Das Sieb ist unten zu und oben offen und hat eine grösse von ca. 0,8 mm länge und 0,4 mm Durchmesser

    und du bist dir mit dieser größenangabe sicher?


    ich würde einfach mal in die schwimmerkammer schauen, nachdem er abgestorben ist, ob da überhaupt was drin ist...

    so wie ich das verstehe, ist garnicht klar ob er in dem moment keinen sprit oder keinen zündfunken hat.

    je nachdem wie es da drin aussieht, kann man dann weitersuchen.

  • Habe heute Microsieb aus dem Düsensitz der Schwimmerkammer entfernt. Erster test nach etwas Orgeln für Sprit war Positiv.

    Motor läuft jetzt im Stand und nimmt auch Gas an. Nach kurzer Warmlauf-Phase läuft der Motor im allgemeinen dann auch ruhiger.

    Kommendes Wochenende - so das Wetter mitspielt - Livetest in der Region.

  • So! Liebe Gemeinde ... heute habe ich eine Probefahrt mit dem Taunus gemacht. Anfangs zwar relativ langes Orgeln, naja fast

    2 Minuten ungedult, dann aber lief der Wagen. Hab Ihn erst ein wenig auf der Auffahrt warmlaufen lassen und dann bin ich

    losgefahren. Alles lief wie es sollte, das Getriebe schaltet Seidenweich, der Motor Schnurrt und der neue Auspuff verändert

    alles in sonoren Klang, der nach meinem dafürhalten für einen Vier-Zylinder-Reihenmotor dennoch schön satt klingt. Nachdem

    ich alle E-Biker hinter mir gelassen hatte und der Wagen warm war dann ein paar Tests. Fahren im Standgas, schnelle Beschleunigung, hochtouriges Fahren, Niedertouriges fahren ... einfach Wunderbar. Ich denke das Thema ist vom Tisch und

    der Rest sind noch kleine Feineinstellungen die man verbessern kann.


    Ich vermute also das das Mikrosieb zwischen Düsenstock und Düse am Ende wirklich das Problem war. Wie es dort hinein

    gelangte oder ob es im Ursprung wirklich hier mal so gedacht war konnte ich nicht recherchieren.


    Danke an alle die sich mit mir einen Kopf darüber gemacht hatten...