Ford Knudsen Taunus Kombi - Wildes Pony oder Rappelkiste?

  • Ich habe ein Knudsen Taunus Kombi GBNK mit FoMoCo-Vergaser und Kaltstartautomatik.


    Seit längerer Zeit läuft der Wagen für mich unerklärbar mal wunderbar und dann wieder gar nicht.

    Ebenso verhält es sich mit dem Kaltstartverhalten.


    Von Beginn an wurde folgendes gemacht:


    Ventile

    - Frisch eingestellt hier passt alles


    Benzinleitungen

    - Benzinleitungen vom Tank weg neu

    - Neue Benzinpumpe, dahinter sitzt ein Rückschlagventil damit man nach längerer Standzeit nicht so orgeln muss

    - Bei betätigen des Anlassers sprudelt es Benzin wie es sein soll


    Zündung

    - Zündung auf 6 Grad vor OT abgeplitzt - passt

    - Zündreihenfolge - passt

    - Zündspule bringt Leistung wie gewollt, dennoh auf Verdacht gegen neu getauscht, Leistung auch hier messbar - passt

    - Kondensator und Unterbrecher sind ebenfalls neu und korrekt eingestellt.

    - Zündkabel und Kerzen alle neu - Kerzenbild Rehbraun wie es sein soll.


    Vergaser

    - Komplett im Ultraschall gereinigt und revidiert

    - Membran fördert und Beschleunigerpumpe funktioniert auch

    - Alle Düsen sind mehrfach sauber und ausgeblasen

    - Schwimmer funktioniert

    - Kaltstartautomatik auf Mittelstellung, jede andere Einstellung verändert aber auch nicth viel (Bimetallfeder funktioniert)


    Sonstiges

    - BKV und Unterdruckschlauch samt Rückschlagventil ebenfalls neu

    - Alle Komponenten nochmals überprüft

    - Fremdluft mittels Bremsenreiniger ausgeschlossen.


    D A S P R O B L E M


    In Woche EINS

    springt der Wagen an, fährt bis zum zweiten Gang oder im Standgas relativ normal und stirbt ab dem

    dritten Gang ab. Startet man wieder läuft der Wagen eben wieder bis zum dritten oder vierten Gang, dann wieder

    das gleiche Spiel.


    In Woche ZWEI

    springt der Wagen nach einer Woche Standzeit an, stottert nun im ersten und zweiten Gang und läuft dann perfekt

    im dritten und vierten Gang. Im niedrigen Gangbereich stirbt der Wagen dann wieder ab. Nach längerem orgeln

    startet der Motor wieder und unerwartet treten nun wieder die Probleme von Woche EINS auf, die von gerade

    eben sind wieder weg.


    Nach einer Pause und nochmaliger Überprüfung der Benzinzufuhr und der Beschleunigerpume erneute Probefahrt

    ohne wirklich etwas unternommen zu haben. Der Wagen zieht auf einmal in allen Gängen wie er soll, beschleunigt

    und fährt nun so wie er soll - ein verschmerztes Lächeln bildet sich in meinem Gesicht. Abendlich nochmals eine

    kleine Probefahrt - alles Perfekt - heute schlafe ich gut!


    Woche DREI

    Tolles Wetter und ich will mit meiner Frau zum Kaffee-Trinken fahren. Nur 3 Km entfernt doch der Wagen läuft

    heute wieder wie ein Ponny. Schlechtes Startverhalten, dann warmlaufen lassen, Motor nimmt gut Gas an, man

    hofft das man nun los kommt und alles klappt. An der nächsten Kreuzung ging der Wagen wieder aus und wieder

    stehe ich beim selben Problem ohne klar erkennen zu können woran es noch liegen kann.

  • Gude

    Das klingt nach Vergaserproblem oder Spritmangel/Irgendetwas im Tank. Kraftstoff Druck messen, sollte max 0,4 bar sein, wenn gut Vergaser vom Profi checken lassen.

  • Beim Thema Spritmangel und erneuerten Leitungen stellt sich ich die Frage, ob Vor- und Rücklauf korrekt angeschlossen und nicht vertauscht sind, oder ob bei der Gelegenheit der Stutzen aus dem Vergaser gezogen wurde und die Stauscheibe verlorengegangen sein könnte ?

  • mit FoMoCo-Vergaser

    das klingt doch nach einfachvergaser?


    da hatte ich mal ein problem, mit verstopfter belüftung. also der kleine schlauch, oben an der schwimmerkammer.

    da hatte sich ein insekt eingenistet und alles zugespeichelt...

    Benzinleitungen vom Tank weg neu

    wie sieht es denn im tank aus? bei den original tankgebern sitzt auf dem ansaugröhrchen ein filter. manchmal vergammeln die und

    können dann das röhrchen verstopfen.

  • Beim Thema Spritmangel und erneuerten Leitungen stellt sich ich die Frage, ob Vor- und Rücklauf korrekt angeschlossen und nicht vertauscht sind, oder ob bei der Gelegenheit der Stutzen aus dem Vergaser gezogen wurde und die Stauscheibe verlorengegangen sein könnte ?

    Anschluss korrekt - Welche Stauscheibe meinst Du, finde etwas mit dieser Bezeichnung auf keiner Explosionszeichnung. Hast Du ein Bild davon?

  • Würde auch gerne nochmal die Elektrik prüfen da ja das Fahrverhalten mal so und mal so ist. Könnte es nicht auch sein

    das ein Kabel oder Relais hier Probleme verursacht z.B. Falsche Masse oder aufgescheuertes Kabel dergleichen. Wo und

    was würdet Ihr durchmessen?

  • Anschluss korrekt - Welche Stauscheibe meinst Du, finde etwas mit dieser Bezeichnung auf keiner Explosionszeichnung. Hast Du ein Bild davon?

    Die Stauscheibe erscheint auf keiner Explosionszeichnung, weil sie kein austauschbares Teil ist, sondern durch Den Rücklaufstutzen fest im Gehäuse eingeklemmt ist.

    Ist (beim Solex) eine dünne Messingscheibe mit kleinem Loch drin, durch welches sich die heisser Sprit oder Dampfblasen verpissen sollen.


    Wenn man beim Abziehen der Schläuche am Vergaser aus Versehen den Stutzen mit rausreisst (was leicht passieren kann), kann es sein dass diese Scheibe herausfällt und verlorengeht, wodurch dann zu viel Benzin zurück fliesst.

  • Dann wird das nicht das Problem sein.

    Funktioniert die Tankbelüftung, bist Du probeweise mal ohne Tankdeckel gefahren?

    Daran hatte ich heute Morgen seltsamer Weise auch schon gedacht. Heute ist Sturm bei uns aber ich werd´s die Tage mal testen.

  • Heute habe ich den Tank gecheckt - alles in Ordnung. Entlüftung funktioniert auch. Vergaser nochmals gereinigt.

    Ergebnis, schlechtes Anspringen, dann kurz da und dann geht er auch schon wieder aus.

  • Es wäre hilfreich, wenn Du die Angaben etwas präziser machen könntest.

    Was ist kurz? Eine Sekunde, eine Minute?

    Hast Du einen Drehzahlmesser?

  • Hallo, der Wagen ist ca. eine vietel bis halbe Minute gelaufen und ging dann wieder aus.

    Das Startverhalten war extrem schlecht. Probefahrt war also nicht möglich.


    Könnte es eventuell an dem kleinen Micro-Sieb vor bzw. unter der Düse der Schwimmerkammer liegen?

    Aus meiner Sicht macht das eigentlich kaum Sinn an dieser Stelle Dreck oder Schwimmkörper

    zu filtern. ?

  • von welchem vergaser sprechen wir überhaupt? vielleicht machst du einfach mal ein paar bilder...


    ich habe was von fomoco vergaser gelesen, das wäre der einfachvergaser.

    in einem anderen beitrag schreibst du von einem vv vergaser...


    und was ist mit diesem rücklauf ventil, das du eingebaut hast? funktioniert das,

    bzw. hat das bisher funktioniert? ist das richtig herum eingebaut?

  • Es ist ein FoMoCo-Vergaser mit Startautomatik. Bi-Metallfeder ist o.k., eingehängt und Automatik steht auf Mittelstellung.

    Rückschlagventil sitzt hinter der Benzinpumpe, ist richtig eingebaut und funktioniert. Siehe Anfangsbeschreibung des Beitrags.

    Er läuft ja eben mal richtig gut und dann wieder gar nicht. Hatte auch auf Zündung oder Sprit getippt, mein Bauchgefühl

    sagt mir das auch irgendwo hier der Fehler liegt. Nur die Ursache ist mir bislang nicht klar.

  • Zündverteiler ist gecheckt, neuer Kondensator und neuer Unterbrecher 0.4, Zündspule ist auch neu.

    Zündzeitpunkt 6 grad vor OT.

  • Die Nockenwelle ist auch noch gut? Passt jetzt eigentlich nicht so zum Fehlerbild aber beim OHC laufen die auch gerne mal derbstens ein, sodass die Motoren dann natürlich auch nicht mehr ordentlich laufen.

  • Es ist ein FoMoCo-Vergaser mit Startautomatik.

    In dem Fall könnte ich mir gut vorstellen, dass hier der Hase im Pfeffer liegt, nämlich dass die Starterklappe (manchmal) nicht öffnet und dann der Motor überfettet.

    Ich nehme im Folgenden mal an, dass die Automatik analog zu der beim Solex funktioniert.


    Edit: tut sie offenbar nicht, alles eine Stufe primitiver…


    Ist die Verbindung Stufenscheibe zu Starterklappe eingehängt?


    Arbeitet die Pulldown-Membran?


    Ist die Stufenscheibenmechanik leichtgängig?


    Ist die Starterklappe leichtgängig?


    Sind die Einstellarbeiten bei montiertem LuFi erfolgt?

    Einmal editiert, zuletzt von TufkaP ()

  • Zündverteiler ist gecheckt, neuer Kondensator und neuer Unterbrecher 0.4, Zündspule ist auch neu.

    Zündzeitpunkt 6 grad vor OT.


    Das mit den neuen Kondensator ist hier auch mal passiert... leider war der dann auch defekt. Wobei der Kondensator vermutlich nicht so halb defekt sein kann, sprich nur manchmal Probleme macht. Das wäre dann eher ganz oder gar nicht.


    Ich tendiere tatsächlich zu Elektrik-Gedöns. Kabelage. Leichter Kupferwurm, mal guten Kontakt, mal schlechten.

  • Nochmal die Frage zum Microsieb welches mit der Schwimmerkammerdüse - also unterhalb zum Gehäuse hin - eingebaut ist.

    Ich habe nochmals alle technischen Zeichnungen und Ersatzteilkataloge durchgesehen und dieses Bauteil nirgendwo gefunden.

    Auch in Revisionskits ist dieses Teil nie dabei.


    Mein Vergaser wurde komplett inklusive Membran, Düsen usw. über mehrere Tage im Ultraschall gereinigt und im Anschluss

    komplett neu aufgebaut. Alle Teile die Dabei waren wurden dokumentiert und wieder am Platz verbaut.


    Hier könnte vielleicht das Problem liegen. Es war ein Microsieb an der Düse der Schwimmerkammer verbaut und zwar auf

    der Gewindeseite. Das Sieb ist unten zu und oben offen und hat eine grösse von ca. 0,8 mm länge und 0,4 mm Durchmesser.

    Beide Einbaurichtungen also - einmal mit oben offen zur Düse und dann nochmals anders herum. Das Sieb ist ähnlich wie bei

    einem Benzinhahn (Hosensieb).


    Je mehr ich darüber nachdenke kann das Sieb nur eines bewirken insofern sich dieses frei in der Bohrung bewegen kann.

    Der FoMoCo hat keinen Rücklauf, eventuell war es so gedacht das bei Unterdruck das Sieb den Spritzulauf dicht macht, also eine

    Art mechanisches Rückstauventil. Andererseits frage ich mich ob ein Sieb an einer so schwer zugänglichen Stelle konstruktiv

    einen Sinn ergeben hätte. Es gibt ja bereits innerhalb der Benzinpumpe ein Sieb und meist wurde eigentlich immer gleich im

    Anschluss obligatorisch ein zusätzlicher Benzinfilter verbaut. Sollte also das Sieb sich in der Bohrung verklemmen oder dort

    gar nicht hingehören bzw. falsch in der Dimension sein, so wäre fast klar das die Schwimmerkammer mit zu wenig Sprit

    versorgt wird wenn der Motor saugt. Im Stand oder bei niedrigem Fluss könnte dies vielleicht gerade noch ausreichen und

    bei volllast dann eben nicht mehr bzw. sporadisch mal JA und mal Nein je nach Fahrverhalten. Klingt dies Plausibel oder hat

    jemand eine Erklärung hierfür?


    Leider aus Zeitmangel noch nicht getestet aber ich werde beim nächsten Schraubertag das Sieb definitiv mal komplett entfernen

    und dann eine Testfahrt machen.


    Danke an alle die hier Mitbetreuen bevor ich selbst noch wahnsinnig dabei werde. Rückmeldung erfolgt sobald wie möglich.

  • Das Sieb ist unten zu und oben offen und hat eine grösse von ca. 0,8 mm länge und 0,4 mm Durchmesser

    und du bist dir mit dieser größenangabe sicher?


    ich würde einfach mal in die schwimmerkammer schauen, nachdem er abgestorben ist, ob da überhaupt was drin ist...

    so wie ich das verstehe, ist garnicht klar ob er in dem moment keinen sprit oder keinen zündfunken hat.

    je nachdem wie es da drin aussieht, kann man dann weitersuchen.

  • Habe heute Microsieb aus dem Düsensitz der Schwimmerkammer entfernt. Erster test nach etwas Orgeln für Sprit war Positiv.

    Motor läuft jetzt im Stand und nimmt auch Gas an. Nach kurzer Warmlauf-Phase läuft der Motor im allgemeinen dann auch ruhiger.

    Kommendes Wochenende - so das Wetter mitspielt - Livetest in der Region.

  • So! Liebe Gemeinde ... heute habe ich eine Probefahrt mit dem Taunus gemacht. Anfangs zwar relativ langes Orgeln, naja fast

    2 Minuten ungedult, dann aber lief der Wagen. Hab Ihn erst ein wenig auf der Auffahrt warmlaufen lassen und dann bin ich

    losgefahren. Alles lief wie es sollte, das Getriebe schaltet Seidenweich, der Motor Schnurrt und der neue Auspuff verändert

    alles in sonoren Klang, der nach meinem dafürhalten für einen Vier-Zylinder-Reihenmotor dennoch schön satt klingt. Nachdem

    ich alle E-Biker hinter mir gelassen hatte und der Wagen warm war dann ein paar Tests. Fahren im Standgas, schnelle Beschleunigung, hochtouriges Fahren, Niedertouriges fahren ... einfach Wunderbar. Ich denke das Thema ist vom Tisch und

    der Rest sind noch kleine Feineinstellungen die man verbessern kann.


    Ich vermute also das das Mikrosieb zwischen Düsenstock und Düse am Ende wirklich das Problem war. Wie es dort hinein

    gelangte oder ob es im Ursprung wirklich hier mal so gedacht war konnte ich nicht recherchieren.


    Danke an alle die sich mit mir einen Kopf darüber gemacht hatten...