T9 Vibrationen

  • Hallo, ich bin neu hier im Forum und wollte mich deshalb mal Vorstellen.

    Ich bin ein 58 Jähriger Werkzeugmacher aus dem Osnabrücker Südkreis und habe unter anderen diese 2 Oldies.

    1. 1971 Ford Capri MK 1 RS 2600 Replika mit 2,8er Vergaser mit schärferer Nocke, T9 5 Gang und 75% gesperrtes Diff.

    2. 1970 Opel Rekord C mit 2.2E, 5 Loch Commodore Achsen, Getrag 240 Gang


    Der Ford ist so gut wie fertig und läuft sehr gut.

    Nur eine Sache nervt schon sehr beim fahren.

    So um die 3500 U/min fängt der Schalthebel bei dem T9 5 Gang an laut zu vibrieren.

    Ich habe das Getriebe diesen Sommer getauscht. Das vorherige Getriebe hatte auch diese Viration, aber nur sehr leicht.

    Da reichte es wenn ich meine Hand auf den Schalthebel liegen hatte um die Vibration zu unterdrücken.

    Bei dem jetzigen muss ich den Schalthebel sehr stark nach unten drücken damit der Knüppel nicht rumrappelt.

    Leider hatte sich bei diesen Getreibe der 3te Gang mit einem lauten Knall beim Beschleunigen verabschiedet......


    Weiss jemand was diese Vibrationen verursacht und wie man diese weg bekommt?


    Grüsse, Ludger

  • Gude aus dem Westerwald, schöne Karren hast du da!

    Ist es ein originaler Schalthebel oder einer mit Schaltwegverkürzung und ohne Dämpfungsgummi? Letzterer wird auch als Sportrassel bezeichnet….. :se:

  • Willkommen bei den Verstrahl ERLEUCHTETEN!

    Die Hand auf dem Schalthebel ist keine gute Idee, da die Schaltgabeln ständig unter leichtem Druck liegen und allmählich ausleiert ...

    Ansonsten kann das alles mögliche sein, verschlissene Führungshülse in der Getriebeverlängerung hinten, verschlissene Lagerungen, oder - ssehr häufiges Problem bei 4- und 5-Gang-Getrieben von Ford - verschlissene Schalthebellagerung auf der schaltwelle. Das Teil ist aus Plastik und verhärtet / zerbröselt gern mal, dann schlackert der Hebel zunehmend in der Gegend herum. Wenn das Teil schon mal gegen ein Aftermarket-Metallteil getauscht worden ist, kommt u.U. nervtötendes Gerassel dazu.

    Abhilfe: Schalthebelschrauben ab, Hebel "entnehmen, neues Kunststoffteil einsetzen, Re-Montage, fertig ...

    Viel Erfolg.

  • Gude aus dem Westerwald, schöne Karren hast du da!

    Ist es ein originaler Schalthebel oder einer mit Schaltwegverkürzung und ohne Dämpfungsgummi? Letzterer wird auch als Sportrassel bezeichnet….. :se:

    Ist ein Originaler Schalthebel.

  • Der Plastikklip auf der Schaltwelle ist drin, heile und der Schlathebel hat auch kein Spiel. Das Getriebe lässt sich sehr exakt schalten.

    Die Sache mit den verschlissenen Führungshülsen macht mir da schon eher Sinn.

    Dummerweise Habe ich das defekte Getriebe Komplett mit Getriebeverlängerung schon verkauft.

    Hätte man ja mal fix tauschen können......Hätte hätte Fahradkette...


    Wenn man den Schalthebel herausnimmt, sollte die Schaltwelle warscheinlich kein fühlbares Spiel haben, oder?

    Soweit ich mich erinnere sind die Führungspunkte für die Schaltwelle ein wenig weiter weg vom Schalthebel, und die Schaltwelle

    lässt relativ leicht nach unten drücken.

    Deswegen ja auch unbedingt die Welle abstützen, wenn man den Spannstift aus der Welle treiben muss, um die Getriebeverlängerung abzunehmen.


    Muss ich mal prüfen wenn ich wieder Zeit für das Fahrzeug habe.

    Prio 1 ist momentan den Rekord C fertig zu machen.

  • Die Schaltwelle ist nicht so supersteif gelagert, dass man sie nicht bewegen könnte ... Aber das ist ziemlich sicher unproblematisch, denn Du schreibst ja, dass das Getriebe gut und präzise mit dem passgenauen Plastikteil geschaltet werden kann.

    Da festigt sich der Eindruck, dass die Führungshülse in der Getriebeverlängerung verschlissen sein könnte.


    Ohne das passende Spezialwerkzeug ist Aus- und Einbau von Führungshülse und dahinter sitzendem Dichtring ein richtiger "pain in the ass" und man kann dann sehr leicht Schaden stiften ... Besonders das links gezeigte Ausziehwerkzeug für die Hülse selbst erspart viel Verdruß.

    Mit den abgebildeten Werkzeugen lässt sich die Hülse mit Dichtring bei ausgebauter Kardanwelle am eingebauten Getriebe wechseln. Die Getriebeverlängerung muss dafür sogar am Getriebe montiert sein, damit das Ausziehwerkzeug funktioniert!


    Vorsicht, es gibt für die Ford-RWD-Getriebe drei verschiedene Durchmesser, da muss der Durchmesser passend zur Abtriebswelle / Hülse beschafft werden.


    Der Dichtring hinter der Hülse und die Hülse müssen in einer bestimmten Ausrichtung montiert werden (Ölrücklauf der Spiralnut)

  • hab auch vibrationen in meinem t9. Kann fahren bis 130. Ab dann wirds ekelhaft. Vorher rech okay. Aber bemerkbar.


    Wenn die führungshülse hinten defekt ist... merkt man das doch wenn man an der kardan wackelt und da spiel ist oder ??


    Ps mein getriebeöl ist 1000 km alt und mit spänen drin

  • Hallo Suicide Jockey,


    wenn es die das Lager am Getriebeausgang verschlissen wäre, hätte ich die Vibrationen aber nicht in jedem Gang bei ca. 3500 U/min.

    Ich hatte bei ca. 140 Km/h eine andere Art vun Vibrationen die aber nach dem Tausch des Mittellagers weg waren.

    Ich hatte das Lager auch beim Getriebewechsel mit der Kardeanwelle geprüft und kein Spiel festgestellt.

    Hätte das Lager aber wohl ohnehin nicht ohne die von die gezeigten Werkzeuge herausbekommen, ohne den

    Lagersitz zu beschädigen.

    Neues Gleitlager (Ori Ford) hätte ich noch.

    Kann es sein das ich am Getriebeeingang irgendwo zuviel Spiel ist, da es dort ja Drehzahlabhängig ist.

    Das Pilotlager in der Kurbelwelle ist neu, das Getriebe ist ein T9 aus einem Sierra mit einer Verlängerten Welle.

    Die Verlängerung wurde aufgeschrumpft und sitzt fest drauf.

    Anbei eine Skizze von der Verlängerung.

  • wenn es die das Lager am Getriebeausgang verschlissen wäre, hätte ich die Vibrationen aber nicht in jedem Gang bei ca. 3500 U/min.

    ...

    ... am Getriebeeingang irgendwo zuviel Spiel ist, da es dort ja Drehzahlabhängig ist ...

    ...

    Die Verlängerung wurde aufgeschrumpft und sitzt fest drauf.

    Diese Verlängerungsmethode seh ich das erste Mal ... scheint aber von den Maßen vernünftig dimensioniert und in der Schrumpfungsüberdeckung zu genügen.

    So, aber der Reihe nach:

    Mit der Drehzahlabhängigkeit hast Du natürlich recht, das hab ich irgendwie überlesen. Verhält sich das Ganze im direkten (= 4.) Gang irgendwie anders, als in den Gängen 1,2,3 und 5?


    Die Eingangswelle hat im Normalfall ganz geringes Spiel (wenige Zehntel Millimeter), was aber zum Ausgleich von Füge-Toleranzen / minimalen Winkelfehlern zwischen Motor und Getriebe vermutlich vom Hersteller da reinkonstruiert ist. Die Nase der Welle für das Pilotlager vorn (15mm) ist ja jetzt an der aufgeschrumpften Verlängerung. Ist dieser Bereich nicht (bzw. nicht mehr, durch die Wärme beim Aufschrumpfen) einsatzgehärtet und geschliffen, würde ich am ehesten den Entstehungspunkt hierher verorten ... ohne es wirklich zu wissen.

    Wie funktioniert diese Lösung denn mit der Verzahnung der Kupplungsscheibe, ist da genügend Raum für die Längsbewegung der Kupplungsscheibe beim Ein- und Auskuppeln und trägt die Kupplungsscheibe auf voller Verzahnungslänge? Nicht, dass da irgendwas unter "Druck gerät" oder kippelt und dann dadurch Resonanzen entwickelt ...?


    OT1: RedTaunus80 Spiel ist da teilweise nur mit Messuhr festzustellen, da der Simmering das übliche "Klacken" unterbindet. Stativ der Messuhr dabei am Getriebe befestigen ...


    OT2: Mafijoosi93

    Normalerweise verleihe ich Werkzeuge und eigene Autos nach sehr negativen Erfahrungen prinzipiell nicht mehr, aber für alteingesessene Schraubären mach ich damit auch ne Ausnahme (beim Werkzeug) ...Derzeit sitze ich aber blöderweise im Rolli, hab hier noch keinen Plattform-Lift und das Werkzeug befindet sich in irgendeiner Kiste im Keller, hab das wegen KH-Aufenthalt auch nicht selbst eingelagert. Sobald ich da drankomme, gebe ich Dir Bescheid ...

  • Die Verlängerungsmethode habe ich selbst auch verbaut und lange Zeit gefahren. Nur ohne Aufschrumpfen, sondern wurde exakt gedreht und ging saugend drüber. Verlängerung war gehärtet und angelassen, Zeichnung ist unter Downloads.


    Vibrationen kann es dadurch eigentlich nicht geben, man hat ja keine Relativbewegung beim Fahren, und die Kupplungsscheibe hat auch ausreichend Platz zum Wandern.





    Wünsche dir gesundheitlich alles Gute!!! Ja melde dich dann wie es aussieht.

  • Ich bin unwissentlich, aufgrund von Auswanderung, eine Weile ohne Pilotlager gefahren. Das hat zwar in der Folge das getriebeseitige Lager hart rangenommen, so daß die Eingangswelle jetzt wackelt wie ein Lämmerschwanz, aber Vibrationen hatte ich deshalb trotzdem nicht.


    Außerdem bekommt das Pilotlager nur im ausgekuppeltem Zustand Relevanz.

  • Werde, wenn das Wetter mal wieder besser ist nochmal Testfahrten machen.

    Hatte gedacht, daß das Vibrieren häufiger auftritt, da das bei meinem alten Grtriebe, wenn auch schwächer, auch vorhanden war.

  • Wenn man eine genauere Analyse machte, wäre wohl Kardanwelle, Mittellager und Ausrichtungsfehler (Winkelfehler des Diff, ...) an der Spitze der Ursachen, gefolgt von verschlissenen Silentblöcken und so Zeuch ....


    Dafür, dass das T9 nur für rund 200Nm gerechnet waren und im Dauerbetrieb eher noch etwas empfindlicher, als das B-Getriebe / Rocket-Box, sind die Boxen eigentlich recht dauerhaft im Alltag, zumindest in der verstärkten Ausführung mit der dickeren Vorgelegewelle ...