Ok, nun hab ich es verstanden, glaube ich. Also der Taunusrainer, der kannte den Maik vom Deuvet und ist damit so eine art G-Promi und möchte dementsprechend gewürdigt werden. Ok, ist anerkannt.
Nun hatten Rainer und Maik damals die tolle Idee ein Oldtimerkennzeichen einzuführen. Danke dafür! Ist eine Superidee gewesen und das alles durch alle Instanzen zu bringen erfordert sicher verdammt viel Durchhaltevermögen und Vehemenz. Respekt und Kudos dafür! Ein Bier auf dich
! Mein ich ernst! Vielen, vielen Dank! Ihr habt mir mit Eurer Idee als jungem Mann ein Ziel gegeben: ein schönes, altes Auto so lange zu fahren und erhalten, bis es durchs H geadelt wird. Das ist wie eine Auszeichnung für mich, wie eine Medaille auf die man bei Erlangen stolz sein kann.
Jetzt leben wir aber dummerweise in einer Demokratie und die Gesetzgeber haben, nachdem sie einen grundlegenden Sinn im Vorhaben der beiden erkannt haben, im Endeffekt nicht den exakten Wortlaut von Rainers und Maiks Vorschlag übernommen, obwohl die doch die ursprüngliche Idee hatten. Doof für Rainer, aber Mehrheitsentscheidungen, die die Mehrheit betreffen, erfordern nunmal Kompromisse. Nur weil ihr die wirklich gute Idee zu einer Verbesserung des Staates hattet, seid ihr doch keine Alleinherrscher darüber! Es dürfen auch andere daran herumwerkeln und sie noch verbessern - manchmal auch verschlimmbessern. "Besser oder schlimmbesser" liegt halt immer im Auge des Betrachters. Eine persönliche Meinung. Und da gibt es halt viele verschiedene. Und der kleinste gemeinsame Nenner im Moment ist, dass
a) H-Kennzeichen für die meisten Oldtimer der 80/90er keine Steuererleichterung darstellen
b) die 90er-Jahre-Kisten für uns im Forum olle Gebrauchtwagen sind, weil wir sie so aus den 2000ern kennen. Für jüngere Generationen sind das aber schon Oldtimer (so wie wir selbst vermutlich). Ich kenne junge Leute, die fahren total auf Golf 3 ab. Kann ich nicht verstehen, aber es sei ihnen gegönnt. Konnte doch früher auch kaum einer der "älteren" verstehen, warum wir die ollen 70er/80er Fords mögen.
c) das H-Kennzeichen dazu da ist, dass man die Karren eben nicht nur im Museum sieht, sondern dass diese aktiv bewegt werden. Im Museum oder auf einem Autotrailer braucht man ja kein Kennzeichen. Und jeder von uns dürfte die Tankstellen- und Parkplatzgespräche kennen bei denen die Passanten diesen rosigen freudigen "dass ich das nochmal sehen darf"-Gesichtsausdruck haben.
d) das Fahrzeug einen gepflegten Zustand haben muss. Ob man den mutwillig zerstört, durch regen Gebrauch bei gesalzenen Straßen oder indem man mit einem Kettenfahrzeug drüberfährt, ist dem Besitzer selbst überlassen. Die Konsequenzen wird er ja auch selbst tragen müssen. Du darfst den Besitzer idiotisch und dumm finden, ihm aber (nach aktueller Gesetzeslage) nicht das Recht absprechen, genau solche dämlichen Aktionen durchzuführen.
e) Oldtimer im Moment ca. 0,5 Prozent der Gesamtfahrzeugmasse ausmachen. Selbst wenn sich die Anzahl drastisch steigern sollte, was dank Punkt a) und viel irreparablem Elektronikmüll unwahrscheinlich ist, wo sind wir dann? 0,7 Prozent? Werden deswegen Konsequenzen vom Gesetzgeber ergriffen? Halte ich persönlich für unwahrscheinlich. Aber das ist zugegebenermaßen ein Meinungsding.
Also nochmal: danke für die gute Idee damals, aber bitte akzeptiere, dass man Entscheidungen für die Gemeinschaft in Deutschland nicht als Alleinherrscher von seinem persönlichen Standpunkt aus treffen kann. Wir sind ja nicht in Trumpistan!