Ruckeln im Schiebebetrieb, bei Vollast alles okay

  • Hallo zusammen,


    Hab meinen V6, 2,3l, 108 PS, restauriert, dem
    Vergaser einen neuen Dichtungssatz spendiert. Den Schwimmer auf 14mm
    (gemäß Ruddies Angaben)
    eingestellt. Wenn ich jetzt eine Strecke mit
    konstanter Geschwindigkeit fahre, ist die Maschine leicht am Ruckeln.
    Geb ich Gas, reagiert er sofort und
    beschleunigt wie normal. Hab den
    letzten Endtopf durch ein einfaches Rohr ersetzt. Ein Bekannter sagte,
    daß es auch daran liegen könnte, wegen
    Rückstau u.s.w.
    Vor dem
    Ausbau war alles unauffällig. Zündzeitpunkt und Ventile hab ich
    eingestellt, Kabel und Zündverteiler sind neu. Es stellt sich jetzt die
    Frage,
    liegts am Vergaser oder könnte es auch am 70 cm langem Rohr liegen?

  • yo hotte, das mit dem rückstau würde ich beim 4takter mal ausschliessen.


    mit dem Schwimmer bist du dir sicher?


    wie hast du den eingestellt, nach Gehör?

  • Hab die Schwimmerkammer mit Benzin geflutet, bis das Nadelventil zu machte. Dann hab ich den Abstand gemessen zwischen:
    höchster Stelle vom Schwimmer (schwarze Ausführung mit Metallasche) bis zur Dichtkante vom Vergaser (ohne Dichtung).


    Gruß Hotte

  • Ich hab mal einen co-Tester von Prüfrex aus einer FORD Werkstatt bekommen können,
    muß mir dazu aber erstmal die Bedienungsanleitung zu Gemüte führen.

  • Denke auch das er zu Mager läuft. Kann man auf der Bahn aber gut testen.Fahr mal Tempo 100 - 120 und versuch mal im 4. richtig durchzuziehen als wenn du zb.150 fahren möchtest. Wenn er da anfängt sehr stark zu ruckeln und nicht weiter auf Tempo kommt - läuft der Motor zu Mager.

  • Hab jetzt mal auf Verdacht das Rohr hinten gegen den serienmäßigen Endtopf getauscht - ihr habt recht, daran liegt es nicht.
    Nach einer längeren Fahrt hab ich dann die Gemisch-Schrauben unten aufgedreht auf ungefähr 2,5 Umdrehungen, jetzt komm
    ich bei uns um die Ecke, ohne auskuppeln zu müssen. Ich denke, da geht aber noch was.


    @ zoolander
    der Tipp ist gut: hatte mal hier aus dem Forum die ganzen Seiten zum 35 EEIT Vergaser ausgedruckt.
    Ruckeln bei konstanter Fahrt: Teillastanreicherung arbeitet nicht. Ursache: Anreicherungsdüsen sind verstopft oder
    Anreicherungsfeder defekt oder verwechselt. Das werde ich nochmal überprüfen, sitzt ja gleich alles vorne unterhalb
    der Benzinzufuhr.

  • So, hab den Vergaser nochmal rausgenommen, und den Bereich für die Anreicherung kontolliert und gereinigt.
    Die linke Gemischschraube war aber viel zu weit rausgeschraubt. Ohne einen speziellen Schraubendreher ist das alles suboptimal.
    Gleichzeitig hab ich den Stutzen, der diese Schrauben künstlich vor unbefugten Schraubern schützen soll, etwas gekürzt, so das ich
    auch in Zukunft da besser ran komm.


    Nach der Probefahrt ist eigentlich alles okay. Weiß nicht, ob ich das jetzt noch von einem Vergaser-Spezi gezielt mit CO-Tester
    checken lassen soll. Was meint ihr?


    Und, alle neuen Vergaser haben doch eine Grundeinstellung, irgendwo hab ich mal so was hier gelesen. Gemischschrauben z.B.
    2,5 Umdrehungen raus. Wie sieht das mit den anderen Schrauben aus?


    Gruß Hotte

  • Du müsstest das mit Co-Messer oder wenigstens Colortune-Kerze machen.


    Spätestens bei der AU kommt sonst der Moment des erwachens (oder Du hast Glück).


    Der Grundleerlauf wird ja über Drosselklappenspalt und die Schrauben im DK-Teil eingestellt,


    EDIT: bei geschlossenen oberen Schrauben


    dann die Nenn-Drehzahl und entsprechendes Gemisch über die oberen beiden Schrauben.


    Dafür gibt es m. W. keine Faustregel, und ohne Diagnosemöglichkeit wird es schwer...

    Einmal editiert, zuletzt von TufkaP ()

  • Hab vor kurzem einen alten neuen Polo-Vergaser gekauft. Der war noch original verplombt. Hab ihn draufgeschraubt und der Wagen fuhr 1a.
    Wie war das denn früher in der Produktion. Die Vergaser müssen doch eine Grundeinstellung haben, Kann mir nicht vorstellen, daß die da an jedem
    Motor/Vergaser lange rumgeschraubt haben.


    TufkaP
    AU kommt auf mich nicht zu, der FORD ist Bj. ´67. Aber werd mal testen, was der Spritverbrauch sagt.

  • Was denkst du wozu es Co Tester gibt? denkst du die gaben in der Produktion am Auspuff geschnuppert? eine Grundeinstellung bewerkstelligt höchstens dass dein wagen irgendwie anspringt. wenn dir das reicht ist es mir egal. wenn du willst dass er besser läuft und dir nicht die Haare vom Kopf frisst stellst du ihn richtig ein. und das geht nur mit Tester. lies mal ein werkstatthandbuch .

  • naja schon. einen CO Tester muss ich gestehen hab ich allerdings noch nie benutzt , hab irgendwo noch einen aber denke der war schon immer defekt.Früher wo ich noch zum TüV musste haben die mir meine Kisten auch immer mit den Dingern so krass verstellt das danach alles scheisse lief und ich nach verlassen des Geländes erstmal wieder selber nachregeln musste.Man muss seine Autos schon etwas kennen und auch zuhören, weshalb ich zb. auch Musik im Auto eigentlich überhaupt nicht mehr höre

  • Das mag sein dass du ohne Tester auskommst, aber alleine mit der Frage nach einer Grundeinstellung ist dem hotte nicht zu helfen. da spielen ja noch viele andere Faktoren rein. dann lieber an den Tester und man hat zumindest die Klarheit dass der gaser annähernd richtig steht. ich hatte meine beiden am Tester und kann nicht sagen dass die schlecht laufen. Co natürlich nach werkstattangabe. warum der TÜV dann da Rum drehen soll weiss ich nicht.

  • Also ich hätte jedenfalls ohne Colortune nicht mit dem Gehör feststellen können, wenn der Motor zu fett läuft...


    Und riechen tut CO ja nun mal leider auch nicht.


    Ehe ich mir ein Loch in den Kolben brenne oder die Zylinder durch Ölverdünnung ruiniere, würde ich doch mal einen Tester zurate ziehen.

  • Tufka, Wort. Ich hatte meinen vergaser am taunus nach dem Überholen so eingestellt wie in ' jetzt mach ich's mir selbst' beschrieben steht. Die karre lief gut. Allerdings hab ich ihn zur Sicherheit an einem geliehenen mobilen Tester gehängt.


    Ergebnis war Co 9,99 (der Tester geht nicht höher als 9,99 :michi: ) jedenfalls dann auf überhöhte 3,5 eingestellt und was soll ich sagen, der läuft einfach noch besser als vorher, dh er geht sogar besser, verbraucht krasserweise nicht mal viel weniger benzin ( war auch bei co 9,99 weit unter 10l) und ich weiss einfach dass ich keinen motorschaden fürchten muss.


    Dass vor dem vergaser einstellen ventile und zündung kontrolliert werden und ansaugsystem und Auspuff dicht sein müssen versteht sich ja von selbst.


    Hotte Tu mal so :thumbup:

    Einmal editiert, zuletzt von eisenmann ()

  • das das gemisch zu fett ist kann man doch durch sehr kurzes ruckartiges gasgeben schon sehr gut feststellen. Wenn der Motor sofort gut gas annimmt , "am gas hängt " ist er entweder gerade richtig eingestellt oder aber auch zu mager,aber niemals zu Fett - bei zu fetten gemisch braucht der Motor seine gedenksekunde und nimmt erst verspätet gas an - schaukelt sich eventuell hoch - du "presst" also erstmal zuviel - bzw. zu fettes gemisch rein.Zu mager eingestellt kann ich (!) nur wie oben beschrieben auf der Bahn feststellen.
    Bei Wagen mit Choke kann man solch Sachen auch gut auf die schliche kommen - bei noch kalten und eben gestartetten Motor bei der anfahrt und bei halben Choke das Gaspedal ca. 1/3 durchtreten um zb. auf ca. Tempo 50 zu kommen , wenn er da kaum bis gar kein Gas annimmt bzw. kaum bis gar nicht beschleunigen will - Choke komplett reindrücken - schon beim reinschieben des Chokes und beim weiterhin 1/3 gehaltenen Gas sollte er wie Wild lossprinten - also willig sein , dann ist der Wagen zu Fett eingestellt.Wenn bei gehaltenen Gas und Choke wird reingedrückt nur sehr wenig bis kein Unterschied festzustellen ist , liegst du schonmal im grünen Bereich :) Mein Golf 1.1 (mit Choke) zb. ist mit 7,5 Litern ausserorts - Innerorts 9 Liter angegeben , und ich muss wirklich schon Gewalt anwenden um diese verbräuche überhaupt zu erreichen.TufkaP - Ich dachte die Coloretune Kerzen sind ein Kind der 80er gewesen. Benutzt man nur eine oder mehrere beim einstellen ?

  • Kann mir nicht vorstellen, daß man den Verbrauch mit der Standgasregulierschraube wirklich dolle beeinflussen
    kann.
    Das Gedrehe macht auch keine Löcher in den Kolben.
    Verbrauch entsteht im Lastbetrieb. Wenn da etwas nicht stimmt gibts auch Schäden.


    Ich könnte mir bei deinem Vergaser evtl. Vorstellen , daß dein Drosselklappenspalt zu groß eingestellt ist.
    Somit läuft dein Vergaser im Schiebebetrieb nicht wirklich im Standgas sondern Teillastbereich.
    Düsentechnisch gesehen , holt er sich den Sprit ja über die Standgasdüsen
    Durch den Zu großen Spalt bekommt er dann aber auch Mehr Luft somit ist er im Schiebebtrieb zu Mager da der Motor noch Drehzahl hat vom schieben und auch kräftig saugt.
    Zumal man nicht vergessen darf , das der Unterdruck im Ansaugtrakt auch die Zündung beeinflusst.


    Was Du versuchen kannst, ist denDrosselklappenspalt kleiner machen.
    Wenn die Drehzahl dann in den Keller geht mit der Gemischschraube nachregulieren und zwar in beide Richtungen.
    Drehst Du die Schraube rein und die Drehzahl nimmt zu dann dreh sie rein bis sie wieder abnimmt.
    Dann dreh sie raus bis sie wieder zu nimmt.So dürfte der Motor im Schub nicht mehr Käsen.
    Hast Du zwei Gemischschrauben ,dann mach das mit beiden.
    Der Gaser ist nun total fett im Standgas eine Probefahrt zeigt Dir aber schnell ob es der Richtige Weg ist , wenn ja kann man nacher wieder mager stellen.

  • Also, hab heute die 1. große Ausfahrt über 80 km gehabt. Der OSI läuft so gut, daß ich jetzt nichts mehr verstellen möchte.
    Nimmt das Gas in allen Fahrstufen sauber an, bei Teillast kein Ruckeln mehr und die Kurven komm ich im 2. Gang gut rum.


    2 Sachen mache ich noch:


    Spritverbrauch ermitteln - hab ihn heute vollgetankt
    CO-Gehalt messen - hab das heute mit dem Prüf-Rex IR 310 gemacht, da kamen ca. 2,7% raus. Hab allerdings die 30-
    Minuten Aufwärmzeit nicht berücksichtigt. Das werde ich dann wiederholen müssen.


    Weiß nur, wenn ich damals zum Bosch-Dienst für die ASU gefahren bin, hat ich immer 2 Besuche denen abgestattet:
    der 1. für die ASU-Bescheinigung, den 2. , damit der Wagen wieder rund lief.