Habe Taunus, Suche "Starthilfe"

  • Hallo,




    ich habe leider noch keine Ahnung von Oldtimern und bin auf der Suche nach ehrlichen Meinungen und etwas Entscheidungshilfe.




    Durch eine Erbschaft bin ich an einen Ford Taunus aus dem Jahr 1972 gekommen. Der Wagen stand stets in einer Garage und lief bis vor wenigen Jahren. Dennoch finden sich Roststellen an der Karosserie und ohne Flüssigkeits- und Batteriewechsel ist wahrscheinlich auch nicht ans Starten zu denken.




    Nun überlege ich, den Wagen restaurieren zu lassen, aber leider kann ich vieles überhaupt nicht einschätzen. Deswegen würde ich gerne mal zwei Anfänger-Fragen stellen und hoffe auf eure Erfahrung:



    1. Was kostet das Wieder-Flott-Machen eines Oldtimers ungefähr? Klar kommt das auf den Zustand an, aber redet man von 2000 Euro oder 20000 Euro?


    2. Wie aufwändig ist der "Betrieb"? Muss man jede Woche an so einem Wagen rumschrauben, damit man ab und zu damit fahren kann? Ich habe leider kaum Kenntnisse von KFZ-Mechanik. Zwar fände ich es echt toll, mit dem Oldtimer zu fahren, wenn man aber mehr Zeit unter dem Wagen als darin verbringt, würde mich das eher abschrecken.




    Hier kommen die Fahrzeug-Daten:


    Marke: Ford (D)


    Modell: Taunus (1300)


    Baujahr: 1972


    Karosserietyp: 4 türige Limousine


    Anzahl Zylinder: 4


    Hubraum in ccm: 1.285


    Leistung in PS/kW: 55 / 40
    Fotos habe ich auch mal hochgeladen, vor allem um die Roststellen zu zeigen: http://www.flickr.com/photos/85389830@N06/
    Falls gewünscht, beschreibe ich auch den Zustand noch genauer. Ich wollte hier aber nicht direkt einen Riesenbeitrag posten. :rolleyes:




    Viele Grüße und Danke für's Lesen! :)
    Martina

  • wo in deutschland steht denn der wagen?
    das gute ist die farbe, da kein metallic sollten sich alle sichbaren schweissstellen hinterher teillackieren lassen. spart schonmal ne menge.
    die a säulen sind wohl hinüber, aber die kotflügel sicher rettbar. das spart auch geld.
    ich würde mal tippen, dass du z.b. beim peter www.hoddow.de mit deutlich unter 2000 davonkommen würdest.
    falls du einigermassen um die ecke von ihm wohnst, nimm mal kontakt auf. die telefonnummer steht irgendwo auf seiner völlig veralteten homepage... :mo:


    die forumsblechkünstler haben, soweit ich weiss, eher weniger zeit für fremdprojekte...

  • Die Frage ist was man am Ende will.
    Will man einen top restaurierten Klassiker im Neuwagenzustand dann wirds sicherlich teuer.
    Will man einen einigermassen anständigen Alltagsklassiker fahren dann gehts auch mit etwas weniger Geld.
    Technisch gesehen kann man davon ausgehen das der Wagen nach einer kleinen Überholung sicherlich recht problemlos viele Km abspulen kann.
    Natürlich muß man sich bewusst sein das gerade der kleine 1,3 Liter-Motor eher für die langsamere Gangart sorgt.
    Aber wie gesagt, die Technik ist, wenn einmal von Grund auf überholt, recht anspruchslos.

  • wo in deutschland steht denn der wagen?




    das gute ist die farbe, da kein metallic sollten sich alle sichbaren schweissstellen hinterher teillackieren lassen. spart schonmal ne menge.

    Hallo Nick,


    Danke für deine Antwort!


    Leider wohne ich nicht in der Nähe von Peter Hoddow. Der Wagen steht bei Remscheid in der Nähe von Wuppertal.


    Das mit der Farbe ist ein guter Hinweis :)




    Die Frage ist was man am Ende will. [...]


    Will man einen einigermassen anständigen Alltagsklassiker fahren dann gehts auch mit etwas weniger Geld.
    Technisch gesehen kann man davon ausgehen das der Wagen nach einer kleinen Überholung sicherlich recht problemlos viele Km abspulen kann. [...]
    Aber wie gesagt, die Technik ist, wenn einmal von Grund auf überholt, recht anspruchslos.





    Hallo Micha,




    auch Danke für deine Antwort ;)


    Neuwagenzustand ist nicht mein Anspruch. "Alltagsklassiker" beschreibt meinen Wunsch ziemlich genau. Ich möchte keine großen Touren fahren und eher gemütlich unterwegs sein.


    In einer Werkstatt hatte man mir gesagt, dass man schon oft "Leitungen erneuern oder Kleinigkeiten reparieren" müsste. Also, eine Birne auszuwechseln traue ich mir zwar zu, aber kann man so einen Wagen wirklich instandhalten als Laie? Ich habe hier im Forum gelesen, dass man mit Lernwillen und Zeit alles gut hinkriegen kann. Kannst du ungefähr schätzen, wie viel Zeit du im Monat für die Pflege deines Autos aufbringst?






    Liebe Grüße


    Martina

  • Hi Martina,


    ich kann Dir den Uwe Hochstein aus dem Link unten wärmstens empfehlen, er sollte sich das Auto angucken und kann Dir sagen was es kosten würde. Er hat etliche alte Fords(meistens Granada) und kennt sich bestens aus. Ausserdem macht er moderate Preise. Bestell ihm einen schönen Gruß von mir...


    AHS Autodienst

  • Der Karosse sieht noch gut aus!


    Weiter soll es Wenig Probleme mitbringen.
    Der Motor ist einen zgn OHC Motor welchen auch in 1600cc und 2000cc sind.
    Das Getriebe hat auch keinen Mängeln, aber der Schalthebel hast einen Nylon Gummi, welche nach 30 oder 40 Jahren Trocken wird, und kaputt geht.


    Teilen sind gut vorhanden (Leider sind der Blinkerreflektoren und koti's teuer)


    Habe für 2 Jahren Zurück einen Taunus nach 6 Jahren Standzeit wieder Fahrbar gemacht.


    Ich musste nur der Bremsen uberholen, Auspuff machen und der Reifen erneuern :thumbsup:



    Viel Spass mit es wieder Fahrbar machen
    :thumbsup:

  • Wenn Du die Technik jetzt auf Vordermann bringst, läßt sich ein Taunus mit wenig Aufwand recht günstig bewegen. Der Zeitaufwand für die Pflege steht im direkten Zusammenhang mit dem Einstiegszustand. Ich habe zu beginn Bremsen neu gemacht und den Motor komplett neu gelagert und auf Bleifrei gemacht. Dafür muß ich mich jetzt so gut wie nicht drum kümmern. Dürchschnittlich 1 Tag / Monat ist schon hoch gegriffen.
    Beim Blech ist es erfahrungsgemäß so, daß während einer Reparatur immer noch 2-3 Stellen auftauchen, die auch Zuwendung brauchen. Das läßt sich von den Bildern her nur bedingt einschätzen.
    Du solltest Dich hier registrieren und vielleicht wen aus der Gegend finden, der den Wagen mit geübtem Auge anschaut.


    Preislich sehe ich das erstmal so wie Nick.


    Betriebskosten:
    Steuer 191,- (mit H)
    Versicherung etwa 100,-
    Sprit etwa 10ltr/100km


    Der 1,3er wird sich im Bergischen als merklich leistungsarm herausstellen.

  • blech ist die eine sache,technik die andere.karosse einmal recht gut instandgesetzt und gut konserviert,sollte im schönwetterbetrieb einige zeit halten.technik einmal durchchecken,verschleissteile wie zahnriemen,keilriemen,kerzen,filter,bremse etc.und alle flüssigkeiten erneuern.dann ist so ein wagen genauso oder genausowenig zuverlässig wie ein normaler gebrauchtwagen jüngeren datums.klar,vergaser,zündung und ventiltrieb brauchen mehr zuwendung als bei ner modernen karre,dafür hats nicht soviel elektronik-klimmbimm der,wenn kaputt,meist gleich 3stellige summen kostet.mit ner werkstatt,die noch alte schrauber hat,ist das übersichtlich.ich als berufsschrauber freu mich immer wenn so ne alte karre aufn hof kommt.entspanntes schrauben ohne arme-und-fingerbrechen, übersichtlich und meist solide gebaut.man darf nur keinen "wartungsstau" aufkommen lassen.


    das wird schon,wenn das teil rennt,(sorry,1300er??dann eher rollt) ist nachher der aufwand eh vergessen.


    registrier dich halt mal.aber vorsicht,ist kein altenheim hier,eher ne ballerburg :evillaugh: :evillaugh:



    PS:der wagen steht in remscheid,ist das auch dein wohnort?muss es ja nicht zwangsläufig..

    Einmal editiert, zuletzt von Kardankarl ()

  • In Remscheid und Umgebung haben wir doch auch Leute hier ?
    Ansonsten gibts auch wen in W-Tal.


    Technik ist ,wie gesagt, recht einfach auf Vordermann zu bringen.
    Wobei ich einen 1,3er Motor nicht komplett zerlegen und neu lagern würde.
    Ich würde da, wenn er denn mal stirbt, mindestens eine Motornummer größer wählen. Aber das ist immer Ansichtssache und meine persönliche Meinung.
    Wenn man einiges selber machen kann, oder jemanden kennt der einem hilft (findet sich hier meistens) dann ist das auch alles nicht teuer.
    Ein Vergaser-Überholsartz kostet z.B. ca. 30,- Euro, Zahnriemen und Spannrolle sind ab ca. 50,- Euro zu haben, evtl. noch ne neue Wasserpumpe, die gibts um 25,- Euro.
    Wenn man dann noch etwas Kleinkram dazurechnet dann hat man für ca. 200-300,- Euro Materialwert den Motor soweit überholt das er etliche Jahre ohne größere Probleme laufen sollte.


    Ebenso der Rest der Technik. Bremsenteile sind auch recht günstig und relativ problemlos zu bekommen. Ebenso Achsteile oder, falls defekt, komplette Lenkungen.


    Vieleicht solltest Du mal in Dich gehen und überlegen welche Summe du auszugeben bereit wärst.
    Dann hier fragen ob Dir jemand bei bestimmten Arbeiten zur Hand gehen kann. Dann kann man ja immer noch über Preise verhandeln.
    Bleibst Du in Deinem Rahmen ist doch alles gut.


    Das teuerste ist meistens halt Blech und Lack.
    Wenn Du jemanden hast (oder findest) der Dir das Blech in Ordnung bringt, dann ist der Rest eigentlich eine Kleinigkeit.

  • und ford-schriftzug noch auf haube.also 74.wenn nicht gemixt wie bei mir,ich hab auch 74,aussen aber 1. serie-optik.denke aber bei dem ist nix gefuckelt,sieht wie so n typisches,vergessenes rentner-auto aus.was schonmal n pluspunkt ist:die möbel scheinen gut und komplett,ne gute IA kost ja auch entsprechend,wenn kaputt oder verbastelt.

  • die forumsblechkünstler haben, soweit ich weiss, eher weniger zeit für fremdprojekte...


    ....und die ganzen motoren-experten sind gerade in würzburg.................


    Ansonsten gibts auch wen in W-Tal.


    yepp.


    hi martina,
    remscheid ist keine weltreise und bei interesse kann ich mir den wagen ´mal anschauen und dich bei deiner entscheidungsfindung unterstützen - egal, wie sie nach der bestandsaufnahme ausfällt !
    melde dich doch ´mal hier an, dann kann ich dir eine nachricht mit meiner rufnummer zukommen lassen.

  • Also um 20000 in nen Taunus zu versenken muss man schon ordentliche Pläne haben, wie Komplettresto mit Flip-Flop-Lack, Airride, Cosworth-Motor, etc.
    Ob du mit 2000 hinkommst, wenn du gar nichts selbst machen kannst/willst ist fraglich. Kommt halt auf den Zustand des Fahrzeugs an und die gewünschte Qualitätsstufe der durchzuführenden Arbeiten. Kann sein, dass du mit unter 1000 schon zufrieden mit dem Wagen sein kannst, kann auch sein, dass du deutlich mehr reinsteckst. Aber du wirst niemals 5-stellig reinstecken ohne dich vollkommen übers Ohr hauen zu lassen.
    Ansonsten gilt: so ein altes Auto ist oft (wenn man den Willen hat) learning by doing. Reparaturanleitungen findest du zuhauf und Tips gibts hier auch umsonst. Viele Arbeiten an so einem alten Wagen sind auch vom Laien problemlos durchführbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Tommy ()

  • motor nicht "trocken" starten nach der langen standzeit.


    ein paar sprühstösse caramba o. ä. in die zündkerzenöffnungen und einmal von hand durchdrehen.

  • Hallo mal wieder,




    ich war so frei, mich hier mal zu registrieren :)




    Und noch einmal ganz lieben Dank für eure Antworten!!




    (Leider bin ich nicht so oft online, um zu antworten.. Ja, und das in der heutigen Zeit *g*)








    Ihr seid ja echte Experten! :) Ja, dann ist der Wagen wohl von 1974. Erstaunlich, dass ihr das so erkennt :rolleyes:




    Mittlerweile freunde ich mich mit dem Gedanken an, den Taunus abzugeben. Ich wäre zwar bereit, Geld in die "Wiederflottmachung" zu investieren, habe aber wohl zu wenig Zeit, um das dann selber zu machen. Außerdem fehlt mir dazu eine Garage am Wohnort, die zusätzlich zum Transport auch wieder kosten würde. :S




    motor nicht "trocken" starten nach der langen standzeit.




    Was müsste man denn alles machen, um den Wagen noch einmal zu starten?




    Könnte man "einfach so" Batterie und Flüssigkeiten austauschen, um ihn dann wenigstens einmal zu fahren?


    Liebe Grüße,


    Martina

  • nach langer standzeit würde ich erstmal das öl wechseln und dann die kerzen raus schrauben durch die öffnungen ein paar spritzer motoröl rein spritzen (mit der ölkanne oder so) und dann den motor erstmal ein paar umdrehungen mit der hand durch drehen, sodass erstmal eine vernünftige schmierung gewährleistet ist.