Farbenfreund......

  • so, nachdem sich die Suche nach nem Lackierer irgendwie immer wieder in Luft auflöst, würd ich euch gern meinen Schlachtplan zum selbermachen vorstellen:


    Die Basis ist ein Kombi, mit altem Lack, bei dem sich der Klarlack an manchen Stellen ablöst. Die halbe Karre ist geschweißt.



    1. Karre reinigen in richtig
    2. Himmel und Amaturenbrett abkleben
    3. Karre schleifen (120er Papier auf der Maschine) allen losen Lack runterholen und die Reste, die verdächtig aussehen auch.
    4. Komplettbehandlung der Karosse mit 2k Rostschutz.
    5. eine Schicht 2K Füller auftragen um der Spachtelei einen feinen Spielpartner mitzugeben
    6. Nach einem Tag trocknen wird gespachtelt, was gespachtelt werden muss (Füllspachtel)
    7. Jetzt wird abschließend fein gespachtelt, dann hat die erste Sauerei ein Ende
    8. wenn der Spachtel trocken und glatt ist, wird die zweite Schicht Füller aufgetragen
    9. ein neue Runde Schleifen ist angesagt, diesmal nass mit 800er/1000er Körnung von Hand, alle Riefen sollten hier verschwinden.
    10. die ganze Karre wird nochmal mit einer Lampe geprüft, evtl. kommt noch ein Kontrollschwarz zum Einsatz, das danach wieder runtergeschliffen wird.
    11. Früh ganz zeitig am "großen"Tag: alle Teile gründlich mit Silikonentferner behandeln und staubfrei für die Farbe vorbereiten.
    12. die erste Schicht Farbe wird dünn aufgetragen Ecken und Kanten zuerst, danach die Flächen
    13. nach einer großen Kippenpause wird auf den stumpf gewordenen Lack die zweite Schicht Farbe aufgetragen, diesmal deckend.
    14. nach einer weiteren Kippenpause wird auf den angezogenen Lack die erste Schicht Klarlack aufgetragen.
    15. die zweite Schicht Klarlack bildet den Abschluss der Sauerei und macht, das Kurt schöner wird, als je zuvor.


    16. wenn die ganze Geschichte richtig trocken ist, kommt die Hohlraumkoservierung mit Mike Sanders, mach ich aber nicht selber.



    So, jetzt Ring frei für Verbesserungsvorschläge. :gruebel: Da ich sowas bisher nur im "kleinen" also an Motorradteilen gemacht habe, ist das quasi mein erstes Mal. Ich denke, so schlimm kanns nicht werden. Für die ganze Aktion hab ich mir ein Zeitfenster von 4 Wochen als absolutes Maximum gesetzt. Mit etwas Elan sollte das doch auch an 2 Wochenenden gemacht sein. (für die Vorarbeiten hab ich 2 Leute, die mir helfen)


    Türen und Haube werden getrennt von der Karosse auf einem Ständer bearbeitet.

  • lass das mit dem kontrollschwarz.


    nimm ne messingdrahtbürste, die macht auf grundierung auch schwarze streifen ohne kratzer und du musst nicht aufs trocknen warten, bevor du schleifst.probiers aus!
    lass dir zwischen deck und klarlack 2-3 kippen zeit, wenn du zu früh spritzt, läuft die scheisse.


    dito 2. schicht klarlack.


    n verlaufender lack ist ekliger als leicht stumpfer klarlack, den bekommt man mit 2000er papier/poliermaschine eher wieder hin als ne komplett abgesackte lackierung an den flanken, wo die grundierung durchscheint.

  • so, du triffst meine Bedenken genau. wenn ich sehe, wie sich unsere Beschichter mit der Kantenflucht rumärgern.... länger ablüften lassen bedeutet aber auch, länger die Möglichkeit zu bieten, das sich Biene Maja auf das Dach verirrt. Mal sehn, das wird schon.
    Die Nummer mit der Drahtbürste hab ich noch nicht geschnallt, ich will doch riefen raushaben und keine reinmachen.... :irre:

  • ganz leicht ohne druck über die fläche bürsten. nur ganz leicht...!


    wenn sich die biene maja aufs dach verirrt, ja drauflassen, nich im frischen lack rumpuhlen. wenns trocken ist, wegwischen, 1200er und 2000er papier drüber, politur, fertig.

  • Was genau jagd dich denn so fürchterlich??


    Ruf den Schäfer an.
    Der Oktober hat auch noch schöne Tage!


    Warum baust du den Himmel und das A-Brett nicht aus?

  • meister schäfer hat mir nur versprochen, das ich ihn ende septembär wieder anrufen darf. einen monat die bühne belegen, um dann festzustellen, das das alles nix wird.... sorry, fühlt sich für mich nicht so fein an. ich mach den mist jetzt selber........ so schwer kann das doch nicht sein. die brutzelei hat ja auch einigermaßen zufriedenstellend geklappt, obwohl ich vorher noch nie solches zeug gemacht hab..... trotzdem danke.

  • ich würde den lack vorm klarlackieren richtig abtrocknen lassen und nochmal nass zwischenschleifen. obwohl, würde ich wohl doch nicht machen, aber das sieht man auch am produkt. nich zu dick auftragen die schichten, lieber mehrmals. schreib doch mal den harry an, bei ihm sieht ne garagenlackierung aus wie vom band.


    auf jeden fall pro selber machen!

  • meister schäfer hat mir nur versprochen, das ich ihn ende septembär wieder anrufen darf. einen monat die bühne belegen, um dann festzustellen, das das alles nix wird.... sorry, fühlt sich für mich nicht so fein an. ich mach den mist jetzt selber........ so schwer kann das doch nicht sein. die brutzelei hat ja auch einigermaßen zufriedenstellend geklappt, obwohl ich vorher noch nie solches zeug gemacht hab..... trotzdem danke.

    Ich sagte ja, dass er bis dahin ausgebucht ist.


    ...überleg´ dir das mit dem selberfrickeln.
    Kost´ alles genug Geld, um´s zu versaubeuteln.

  • Hallo erstmal, hab deine Arbeit an dem Autowagen verfolgt und ist bis jetzt super geworden. Allerdings fangen nun die Feinheiten bzw. Vorarbeiten welche für ne anständige Lackierung das a und o bedeuten. Mit bissl Übung und Talent die Beulen, Dellen etc. zu finden und auch raus zu bekommen kann man das auch selber machen. Wichtig ist vor allem der Hang zur Selbstgeißelung so lang zu spachteln und zu schleifen bis das Blech eben ist. 100% wirds eh nicht. Ebenso beim Lacker, der hat gar nicht die Zeit so lang daran rum zu eiern- deswegen sind die bei dir auch alle abgesprungen. Mach du doch die Vorarbeiten und gib dann die Karre zum Lacker, der muss halt nur noch Farbe drüber jauchen.


    :uwe: Wie gesagt Vorarbeit ist das Wichtigste, hier noch paarTips:
    - ist klar, sag aber nochmal trotzdem 100% Rost entfernen an zu spachtelnden Stellen (zB. Sandstrahlen)
    - wenn nicht sicher das alles weg ist Rostschutzgrundierung (Brantho Korrux)
    - zu spachtelnde Stelle mit 120er anschleifen, spachteln- bei tieferen Dellen Glasfaserspachtel verwenden, zuletzt ein oder mehrere Gänge Feinspachtel
    - Spachtel nicht zu dick auftragen, ablüften lassen, schleifen zuerst mit Schleifmaschine, anschließend mit Schleifklotz (unterschiedliche Größen, für große Flächen eignet sich auch ne Schleiffeile oder einfach ein entsprechendes Kantholz mit abgerundeten Ecken) im Keuzgang bzw. kreisende Bewegungen- von grob nach fein (80er- vorsicht tiefe Schleifrillen, 120er, 180er Endschliff für Spachtel, event. noch 240er)
    - bei jedem neuen Schliff Kontrollschwarz (mit Spraydose aufnebeln) oder mit Kohlenstaub- hier eignet sich ne olle Socke oder ein kleiner Leinenbeutel, gefüllt mit geriebener Zeichenkohle oder was dir sonst so einfällt- Vorteil hier ist dass sich das Schleifpapier nicht so schnell zusetzt, kann man auch im Fachhandel kaufen (also nicht die Socke)
    - spachteln auch immer im Kreuzgang- einmal paralleler Gang, schleifen, danach senkrechter Gang, schleifen
    - biegsame Japanspachtel (die breiten Dinger, Plaste) zb. für Radläufe
    - event. nachdem Spachtelarbeiten fertig gestellt sind 2- 3 Schichten Spritzspachtel- eignet sich zB. bei Radläufen, keine großen Bereiche damit sinnlos zu jauchen- wird immer leicht wellig
    - Spachtel NICHT nass machen- abwischen, naßschleifen etc. weil hygroskopisch
    - vor jeden Spachtelgang mit Kompressor abblasen, event. Silikonentferner
    - nicht tragfähige Lackschichten abschleifen, zum schleifen eignet sich allgemein ne Excenterschleifmaschine am besten- bis 240er Körnung reicht für Endschliff alter Lackschichten aus, wenn darauf Füller kommt, wenn nicht 360er oder 400er, anschließend Naßschliff 800er- wenns ne Volllackierung werden soll dann Vorzugsweise komplett füllern/ grundieren
    - Steinschläge oder ähnliches großflächig ausschleifen- es sollten dabei keine Lackschichten mehr mit Finger zu spüren sein, sprich eben sein


    Füllern:
    - alles mit Silikonentferner abwischen
    - ausreichend groß dimensionierter Kompressor, wenn möglich mit Kondenswasser- und Ölabscheider
    - Füller anmischen und mit Farbsieb in Pistole einfüllen, gibts keine Popel aufm Füller
    - 1. dünne Schicht, rauchen
    - 2. Schicht, rauchen
    - 3. Schicht auf den Stress eine rauchen/ optional Bier trinken-
    - erst Kanten, dann flächen
    - im Kreuzgang füllern bringts nur bei einer ausgebauten Motorhaube
    - Werkzeug peinlichst säubern


    - schleifen mit Excenterschleifmaschine, nur die Flächen (360er, oder 400er)
    - nachfolgend Naßschliff 800er Naßschleifpapier
    - wenn an Kante oder so durchgeschliffen, insbesondere blankes Blech (mag die Farbe nicht), reicht auch mit einer 1K Grundierung wieder drüber zu gehen
    - alles abdichten, U- Schutz
    - Bier
    - sollte allgemein für solche Arbeiten nicht zu kalt sein, unter 15°C wirds scheiße
    - Lehrgeld bezahlt man dabei aber immer, auch das ganze Werkzeug und Material ist recht teuer



    ... so viel wollte ich gar nicht schreiben, egal hau rein dass das was wird bevor Gevatter Frost zuschlägt :se:


    Grüße, Rico

  • Ganz ehrlich, Bier über 15 Grad mag ich gar nicht. An Werkzeugen steht mir folgendes zur Verfügung:


    Werkstatt mit abgehangener Fläche, Zippo Bühne zum hoch und runter. Kompressor mit 600 Liter Abgabemenge bei 4 Bar. Schutzausrüstung.
    Leitungen fest 25,4 mm, Schläuche 13 mm, Bosch Banane mit Absaugung, Absaugung, Fein Multimaster mit selbst gebastelteer Absaugung.
    Geliehen kann ich zwei Pistolen bekommen, Walther Pilot für Füller und Lack. Den ganzen Materialkram kann ich mir hier im Netz kaufen, einen Trockner hab ich nicht für die Luft, hoffe aber, das in geschätzten 20m Leitungsweg das Kondenswasser durch Ausdehnung raus ist Öl kann ich vermeiden. Das ich Spachtel nicht nass schleifen kann, weiß ich.
    Ach egal, ich mach einfach.


    Die Lackies wollen nicht, das ich die Vorarbeit mache, weil die sagen, das der Lack, den Sie verwenden nicht zu dem passt, was ich vorher da drauf mumpe. Auf die Antwort, das ich draufmumpe, was die mir sagen gibts immer nur.... naja, du hast eh keine ahnung. das stimmt zwar, hilft aber nicht weiter.


    Wegen Halle und Platz, frag mal beim Coupériemer und beim OnkelB nach, die kommen aus deiner gegend. Hast du Lust, meinen Kombi anzupusten?

  • Pfui warmes Bier! Nee, nee. Wie der Coyote bereits bemerkte, war natürlich die Raumtemperatur gemeint.
    Hast doch alles da, leg los. Wenn du dann ne 2K- Grundierung (Füller) drauf hast, sollte das kein Problem sein fürn Lacker. Ich persönlich würde das neue Kleid eher vom Lacker anlegen lassen. Der hat Lackierkabine (staubfrei) und konstante (warme) Temperaturen- können nicht so schnell "Läufer" entstehen. Musst du halt wissen.


    Bei Metalliclack lackieren (lösemittelhaltig, kein Wasserbasislack- wieder ne andere Gechichte), sofern es dieser werden soll, ist auch einiges zu beachten.
    zB. bei Basislack (nur Farbe, ohne Härter) + Verdünnung (glaube 2:1 wars, man möge mich korrigieren)
    - 2-3 Schichten auftragen, zwischen jeder Schicht ablüften lassen (Kippe)- Verdünnung verdunstet
    - event. letzte Schicht zwischenschleifen mit 2000er leicht feuchter Naßschliff, trocken wischen/ pusten (Kompressor)- dient dazu Unebenheiten im Lack, welche bei Metalliclackiereungen auftreten können, abzunehmen
    - "Ausnebeln" (egal ob Zwischenschliff oder nicht), d.h. Druck herunter regulieren (wieviel Bar weis ich grad nicht, über die Hälfte weniger als normal)- dadurch wird der fleckige Auftrag der Metallicfarbe deutlich reduziert (Metallflitter liegen in unterschiedlichen Richtungen)- durchs Ausnebeln im Kreuzgang ensteht homogenes Bild, da alle Metallflitter in etwa gleich auf liegen (klingt komisch is aber so, wichtig ist dass der Druck ziemlich niedrig ist)
    - 2 Schichten Klarlack drüber jauchen
    - kaltes Bier trinken


    ...so