Unterstützung bei Ursachenermittlung Motorruckeln bei höherer Drehzahl und Geschwindigkeit Granada 2.0 l V6

  • Liebe Mitforisti,

    ich habe an Euch eine kleine Bitte. Ich möchte gerne mit Eurer Unterstützung versuchen, ein Problem ein wenig einzugrenzen.

    Vorab noch ein kleiner Hinweis: das Ventilspiel, Zündzeitpunkt, CO etc. wurde vor wenigen Wochen alles eingestellt. Natürlich kann es sein, dass sich hier eine Veränderung ergeben hat, aber ich vermute das Problem eher in Richtung Vergaser bzw. Spritversorgung.

    Aber jetzt zum Problem.

    Bei höherer Geschwindigkeit, so zwischen 100 km/h und 120 km/h kommt es (bei unterschiedlichen Tagestemperaturen) und "normaler" Motortemperatur (der Zeiger vom Schätzeisen steht knapp über der Mittelstellung) zu einem mir unerklärlichen Motorruckeln, was durchaus auch ein heftiges Bocken ist, was für die Fahrstabilität nicht gut ist, da es bis in die Lenkung geht. Ich habe keinen Drehzahlmesser, schätze aber das die Drehzahl im 4.Gang bei diesen Geschwindigkeiten irgendwie bei 4000-4500 Umdrehungen liegt. Bleibe ich in dieser Situation auf dem Fahrpedal, dann wird das Ruckeln bzw. Bocken immer heftiger. Nehme ich jetzt den Fuß vom Fahrpedal und senke damit auch die Drehzahl und die Geschwindigkeit , dann beruhigt sich der Motorlauf wieder. Würde ich jetzt aber beschleunigen, beginnt das Problem wieder von vorn. Anfangs trat das Problem im Bereich einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h auf, mittlerweile auch bei Geschwindigkeiten zwischen 80-100 km/h. Eine Fahrt auf der Autobahn ist mit diesem Problem weitestgehend ausgeschlossen, jeder Überholvorgang ist ein erhebliches Risiko. Beim Fahren in der Stadt und dem Beschleunigen beim Anfahren in den unteren Gängen, wo die Drehzahl ja auch in den Bereich von knapp 4000 Umdrehungen kommen kann, tritt das Problem (zumindest bisher) nicht auf. Der Motor geht bei Rücknahme der Fahrpedalstellung aber nicht aus. Im Spritfilter sind auch keine Ablagerungen oder Dreck zu erkennen. In der Vergangenheit trat dieses Problem noch nicht auf und da waren viele Autobahnfahrten dabei.

    Auffällig ist, das der Verbrauch bei diesem Tempo für die bisherigen Erfahrungen relativ gering ist. Normalerweise benötige ich bei Autobahnfahrten in einem Geschwindigkeitsbereich bis 130 km/h so 10,5-11l/100 km. Aktuell liegt der Verbrauch bei ca. 9,5l/100 Km. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass der Verbrauch bei einer Geschwindigkeit von 100-120 km/h so deutlich zurückgeht.

    Ich bin nur technischer Laie und verlasse mich bei allem, was den Motor angeht auf die Erfahrungen und Kenntnisse meiner Fachwerkstatt, die mich bisher auch noch nicht enttäuscht hat.

    Dennoch beschäftigt mich dieses Problem und versuche ihm auf die Spur zu kommen, auch mit eurer Unterstützung. Meine Vermutung geht tendenziell in Richtung der Spritversorgung bei höherer Drehzahl. Die Spritpumpe schließe ich im Augenblick eher aus, sondern bin eher beim Vergaser (EEIT 32). Hier habe ich z.B. den Schwimmerstand oder die Beschleunigermembran in Verdacht. Die Membran deshalb, weil ich feststellen muss, dass der heutige Sprit deutlich agressiver auf das Material einwirkt, als es früher war. Die Membran , die im Juni 2022 neu kam wurde im März 2025 ersetzt, weil sich Risse gebildet hatten. Kann es eventuell ein hängendes Schwimmerkammerventil sein, was in dieser Situation für einen Leerlauf der Schwimmerkammer sorgt und damit für eine Unterversorgung mit Sprit? Oder wäre es möglich, das zuviel Sprit über den Rücklauf abgeleitet wird? Wäre eine Dreckablagerung in einer der Düsen nicht ausgeschlossen?

    Hatte einer von euch in der Vergangenheit bereits einmal ähnliche Probleme gehabt?

    Das Handbuch zum Solexvergaser EEIT 35 (der Unterschied zum EEIT 32 liegt ja nur in der Bedüsung) liegt mir vor, hat mir bei der Eingrenzung aber nicht geholfen.

    Ich bedanke mich vielmals bereits im Voraus für eure Tips, Hinweise, Ratschläge und Unterstützung.

    Gruß

    Chris

  • Für mich hört es sich eher nach einem Defekt der Zündung speziell Spule an, Drehzahl über längere Zeit braucht viel Funken und das erzeugt Hitze. Wenn da die Isolierung irgendwo schwächelt schlägt der Funke durch und du hast zündaussetzer mit Ruckeln.

    Zu wenig Sprit kann natürlich auch sein, fährt man schneller, braucht es mehr Sprit und wenn der fehlt bockt der Motor durch Abmagerung. Vielleicht ist irgendein Schlauch Richtung Tank rissig und es wird immer auch Luft angesaugt so dass die Menge die am vergaser ankommt nicht für hohe Drehzahlen reicht?

    Eigentlich ist die vollastanreicherung im vergaser recht unempfindlich gegen Dreck, da hast du zuerst Probleme im Leerlauf oder bei teillast. Die Beschleunigermembran reagiert nicht bei konstanter Drehzahl.

  • Ich hatte mal Zündaussetzer im oberen Drehzahlbereich, als der Kohlestift in der Kappe gefehlt hat. Je niedriger die Drehzahl, desto höher die Zündspannung. Obenhin sinkt sie ab und dadurch hat’s nicht mehr gereicht.

  • Hmm, Zündspule und Verteilerkappe sind neu. Lt. Werkstatt würde Ende März auch die Leichtgängigkeit im Verteiler geprüft und entsprechend gepflegt. Da gab es keine Auffälligkeiten. Der Unterbrecherkontakt ist schon einige 1000km drin, war Ende März aber noch völlig in Ordnung und brauchte nicht ausgetauscht werden.

    Ich werde mir die Zu- und Ableitungen für den Sprit ansehen. Eine Verschmutzung am Sieb des Tankgebers würde ich eher ausschließen, den Geber hab ich vor zwei Jahren draußen gehabt. Da war das Sieb auch sauber und auch im Tank sieht es perfekt aus.

    Leerlaufdüsen hab ich mir letztes Jahr neue gegönnt. Das Problem tritt erst seit ca. sechs Wochen auf. Vorher gab es das nicht.

    Gruß

    Chris

  • Eins fällt mir noch ein: Bei einem Opel hatte ich auch immer Zündaussetzer, sobald Last auf dem Motor war.


    Da war es der Zündkondensator, dessen Befestigungsschraube lose war und er deswegen keinen Massekontakt hatte.

    Festgeschraubt, lief wie eine Eins.

    Daher auch mal die Kapazität des Kondensators prüfen oder direkt erneuern.


    Edith: Evtl. auch mal vorne links im Motorraum das Vorwiderstandkabel angeln und schauen, ob die Kontaktflächen der Stecker noch sauber sind.

  • Hatte ein ähnliches Problem, bei ca 3000 Umdrehungen in jedem Gang ein echt ätzendes Ruckeln, da war es das Gemisch, n bißchen fetter gedreht und zack lief wunderbar.

  • Eine zu magere Verbrennung müsste doch auch vorliegen, wenn der Verbrauch deutlich unter den üblich ermittelten Werten liegt, oder?

    Dann wäre das zumindest ein erster Ansatz.

    Das Problem tritt ja komischerweise auch nicht sofort auf, sondern es können auch durchaus zwei Stunden Autobahnfahrt vergehen, bis das Bocken zum ersten Mal auftritt.

    Als ich letzte Woche nach Bockhorn fuhr, war es erstmals nach gut 170 km. Auf der Rückfahrt dagegen bereits nach gut 50 km. Da trat es dann auch immer häufiger auf, da dann bereits bei Geschwindigkeiten von um die 100 km/h. Da hatte ich es dann vorgezogen, die restlichen 200 km auf der Landstraße nach Hause zu fahren.

    Gruß

    Chris

  • Eine zu magere Verbrennung müsste doch auch vorliegen, wenn der Verbrauch deutlich unter den üblich ermittelten Werten liegt, oder?

    Eigentlich ja aber dann wäre es ständig da. Dann vielleicht doch Richtung Zündung suchen ob Du irgendwo nen Wackler hast.