Köpfe nachziehen V6

  • Mahlzeit Gemeinde,

    Werden die Schrauben beim Nachziehen jede für sich und dann wieder auf 115 nm oder erst alle angelöst und dann in WHB Reihenfolge wieder angezogen?

  • Gude

    Nachziehen heißt Nachziehen und nicht lösen und wieder festziehen.

    Losbrechmoment musst halt beim Nachziehen auch noch überwinden und das wird dann oftmals knapp.


    Von dem her jeweils n paar wenige Grad anlösen und dann nachziehen.

  • Thomas Liebl sagt das auch so. Eine viertel Umdrehung lösen und dann auf Nennmoment wieder festziehen.


    Problemlos ist es trotzdem nicht da die Schrauben die unterm Ventildeckel sitzen besser geölt sind und nicht so heiß werden wie die außerhalb.

    Das hat Auswirkungen auf die Gewinde,- und Unterkopfreibung und damit auf die resultierende Klemmkraft bei Drehmomentanzug.

    Man muss also die außen sitzenden Schrauben eigentlich mit höherem Drehmoment anziehen um die gleiche Klemmkraft zu erreichen.


    Theoretisch wäre es demnach sinnvoller alle Schrauben mit einem bestimmten Winkel nachzuziehen damit die Klemmkraft möglichst gleich ist.

  • Gut beschrieben, laut WHB sollen die Schrauben vor dem Einbau auch eingeölt werden.

    Das ist richtig und wichtig.


    aber nach dem ersten Anziehen soll man den Motor ja laufen lassen und nach einer Zeit X nochmal nachziehen. Schon da hat man das Problem das die äußeren Schrauben heisser geworden sind und mindestens das Öl unter der Kopfauflage weggebrutzelt ist.


    Wenn die Schrauben nach langer Zeit nachgezogen werden sollen, ist der Reibwertunterschied enorm.


    Das muss einem klar sein denn bei einer (optimal leicht geölten) Schraubverbindung gehen schon 80-90% des aufgebrachten Drehmomentes durch die Reibung unter Kopf und im Gewinde verloren . Nur 10-20 % werden in Klemmkraft umgesetzt.


    Steigen die Reibwerte, ist der Verlust noch größer und die Klemmkraft kleiner.

    Einmal editiert, zuletzt von Bibo ()

  • Hab mal von einem "Fordler" erzählt bekommn, bei der Erstmontage späterer Köpfe sei der letzte Durchgang mit 135 - 140Nm erfolgt, ohne später noch mal nachziehen zu müssen / dürfen. Ob das wirklich so gemacht wurde, weiß ich nicht. Es soll bei den technischen Mitteilungen einen Hinweis dazu gegeben haben, den ich aber noch nicht gesehen habe und der sich möglicherweise nur auf bestimmte Zylinerkopfschrauben bezieht ...

  • Hab mal von einem "Fordler" erzählt bekommn, bei der Erstmontage späterer Köpfe sei der letzte Durchgang mit 135 - 140Nm erfolgt, ohne später noch mal nachziehen zu müssen / dürfen. Ob das wirklich so gemacht wurde, weiß ich nicht. Es soll bei den technischen Mitteilungen einen Hinweis dazu gegeben haben, den ich aber noch nicht gesehen habe und der sich möglicherweise nur auf bestimmte Zylinerkopfschrauben bezieht ...

    Ich denke mal das es genau so gemacht wurde.


    2010 habe ich meine Köpfe nach Liebl geschickt zum Bleifreiumbau. Beim Abschrauben der Köpfe kamen mir die Schrauben schon zu lose vor.

    Später bei Liebl bestätigte sich das die Köpfe krumm waren. Er hat die dann geplant. Der Motor hatte gerade mal 100000 gelaufen. Ich gehe davon aus das die Köpfe bis damals unangetastet waren. Ob die im Werk wirklich nochmal nachgezogen wurden?

    Ohne Dehnschrauben ist eine Konstruktion mit weicher Zwischenlage immer problematisch.

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    Ohne Dehnschrauben ist eine Konstruktion mit weicher Zwischenlage immer problematisch.

    Wurden aber mehre Millionen V6 Gußklumpen so gebaut. Und Kopfdichtungsschaden war eigentlich kein Thema bei denen.


    LG

    Andreas

  • Warns nicht 1500?


    Egal. Ich mach das mit den Kopfschrauben immer so: Ich öle die Schrauben nicht, sondern fette die dünn am Gewinde und an der Auflagefläche. Allerdings mit speziellem Fett extra für diese Anwendung. Zum Beispiel das Zeug, was immer bei ARP Schrauben dabei ist, das ist wirklich super.


    Dann ziehe ich die Schrauben nur bis zur unteren Grenze des endgültigen Drehmoments an, V6 so mit 85 Nm. Dann Warmlauf ohne Last, danach 100 bis 110 Nm, das geht dann prima ohne die Schrauben einzeln zu lösen. Und gut ist, Nachziehen nach 1500 km schenke ich mir mittlerweile, da war auch immer alles gut. Nachziehen nach dem Warmlaufen finde ich am wichtigsten.

  • Dann ziehe ich die Schrauben nur bis zur unteren Grenze des endgültigen Drehmoments an, V6 so mit 85 Nm. Dann Warmlauf ohne Last, danach 100 bis 110 Nm, das geht dann prima ohne die Schrauben einzeln zu lösen. Und gut ist, Nachziehen nach 1500 km schenke ich mir mittlerweile, da war auch immer alles gut. Nachziehen nach dem Warmlaufen finde ich am wichtigsten.

    Finde ich eine super praktikable Lösung!

  • Finde ich eine super praktikable Lösung!

    Vor allem macht Willi das vermutlich öfter als jeder andere von uns.

    Ich werde das in meinen Wissenscontainer übernehmen. Diese ARP Schrauben kommen aus Amiland...wir werden nie erfahren was die da fürn Fett beilegen.

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    Dann ziehe ich die Schrauben nur bis zur unteren Grenze des endgültigen Drehmoments an, V6 so mit 85 Nm. Dann Warmlauf ohne Last, danach 100 bis 110 Nm, das geht dann prima ohne die Schrauben einzeln zu lösen. Und gut ist, Nachziehen nach 1500 km schenke ich mir mittlerweile, da war auch immer alles gut. Nachziehen nach dem Warmlaufen finde ich am wichtigsten.

    Hier mal der Text von Thomas Liebl von meiner letzten Rechnung wo ich mir die 97,3 mm ZK-Dichtung machen lassen habe:

    "Gemäß unserem Merkblatt für Kopfdichtungen montieren.

    1.: 40Nm, 2.: 70Nm, nach 10min 3.:115Nm, sofort nach Warmlauf 80°C 4.:135Nm"


    Deckt sich fast mit dem Text von Willi , scheint also eine gute Methode zu sein.


    LG

    Andreas

  • Ja genau, dieses ARP Ultra Torque Fett. Mit Sicherheit funzen auch andere Sachen, aber weil ich davon immer was da habe nehme ich das und das ist wirklich gut. Ist halt immer so eine kleine Packung davon bei den ARP Schraubensätzen dabei, das schafft Vorrat.