Frage zu Axialspiel Nockenwelle Köln V4

  • Hallo zusammen,


    ich stelle meine Frage mal in diesem Forum, da der V4 bei Saab doch eher ein Exot ist, ich hoffe hier auf mehr Experten, denn die Frage wäre für den Köln V6 die selbe.


    ich bin gerade dabei einen Ford V4 als 1.7 für meinen Saab 96 aufzubauen.

    Leider musste ich mir dazu viele Einzelteile zusammensammeln die noch nicht miteinander liefen.


    Eine Frage stellt sich nun beim Axialspiel der Nockenwelle, dies wird im WHB recht eng toleriert mit 0,025-0,076mm angegeben.

    Es wird ja aus der Dickendifferenz der Halteplatte und dem auf der Nockenwelle aufgesteckten Ring gebildet (Teil 5 und 6).

    Im WHB ist von zwei verschieden starken Ringen (rot=dünn; blau=dick) zur Einstellung die Rede.


    In meiner Konstellation ergibt sich leider ein Spiel von 0,12mm.

    Es ist mir leider bisher nicht gelungen einen dünnen Ring aufzutreiben (er müsste eine Dicke von ca. 4,05mm haben, meiner hat 4,11mm)



    Mir ist nicht ganz klar, was die Folge eines größeren Spiels sein soll, bewegt sich die Nockenwelle dann hin und her und verschleißt an den Stößeln, oder läuft man Gefahr, dass der Öldruck einbricht, weil über das NW-Lager zuviel Öl aus der Hauptölgalerie entweichen kann?

    Oder was könnt es sonst sein,

    Wer weiß hier mehr?


    Oder hat jemand vielleicht noch einen dünnen (roten) Ring, oder ein abgestimmtes Set?


    Danke schon mal für Hinweise!


    Viele Grüße

  • Im WHB vom Capri V6 steht als Spiel 0,01mm bis 0,2mm. Damit bist du voll drin. Wenn du von deinen Werten ausgehst, bist du bei 0,12 und willst auf 0,07. Das heißt jetzt für mich, du brauchst einen dickeren Ring.

  • Hallo Keule, das ist ja interessant, dass beim Capri V6 da großzügigere Werte angegeben sind. Vielen Dank fürs nachlesen!

    Das ist doch auch ein Köln Motor, oder? Ich steig bei der Ford Motorenpalette nicht so ganz durch....

    Damit wäre ich ja schon im Ziel, wenn das für den V4 bei Ford auch gilt.


    Der Ring klemmt zwischen NW und Stirnrad. Die Halteplatte hat eine größere Bohrung als der Außenddurchmesser des Rings, sie umschließt den Ring also. Das Spiel ist durch Anlage der Nockenwelle an der Platte, -oder andere Richtung- des Stirnrades an der Platte begrenzt. Ich hoffe das ist verständlich?

    Es ist daher schon so, dass ich einen dünneren Ring bräuchte um das Spiel zu verringern.


    VG

  • es sollte doch möglich sein, aus dem dicken ring einen dünnen zu machen?

  • Der Ring klemmt zwischen NW und Stirnrad. Die Halteplatte hat eine größere Bohrung als der Außenddurchmesser des Rings, sie umschließt den Ring also. Das Spiel ist durch Anlage der Nockenwelle an der Platte, -oder andere Richtung- des Stirnrades an der Platte begrenzt. Ich hoffe das ist verständlich?

    Es ist daher schon so, dass ich einen dünneren Ring bräuchte um das Spiel zu verringern.


    VG

    Gut das du das erklärst, auf dem Bild ist der Ring wesentlich größer als die Bohrung der Halteplatte.

    Beim V4 ist das Spiel vermutlich wegen der Ausgleichswelle enger toleriert.

    Ich würde den Ring auf einer Drehmaschine abdrehen lassen oder wenn hart, abschleifen. Sowas in Ausführung rot zu finden, schätze ich als schwer ein.

  • Im Granada 1, 75 WHB ist das NW Axialspiel für den 1,7 V4 angegeben mit 0,020.....0,100mm, habe eben mal nachgeschaut. Gruppe 21-158

  • Mir ist nicht ganz klar, was die Folge eines größeren Spiels sein soll, bewegt sich die Nockenwelle dann hin und her und verschleißt an den Stößeln, oder läuft man Gefahr, dass der Öldruck einbricht, weil über das NW-Lager zuviel Öl aus der Hauptölgalerie entweichen kann?

    Oder was könnt es sonst sein,

    Wer weiß hier mehr?

    Wenn eine Nockenwelle, die von einem schrägverzahnten Stirnrad angetrieben wird, Axialspiel hat, so verändern sich mit dem Spiel die Steuerzeiten.

    Das ist natürlich nicht viel, aber erklärt wohl die engen Toleranzen. Bei 0,12mm bist Du zwei bis fünf Hundertstel über dem Sollbereich, je nachdem welche der oben genannten Zahlen stimmen. Vorsichtiges Abschleifen des Ringes (auf einer Glasplatte mit nem Sandpapier drauf) müsste Dich wieder in den

    Sollbereich bringen.

    Ob es Auswirkungen auf den Motorlauf oder Verschleiß hat glaube ich nicht, eigentlich zweifle ich eher daran. Aber die Sollwerte gibts ja nicht ohne Grund, also wenns geht, würd ich sie einhalten.

  • Leute,

    ich wusste doch dass hier das Wissen (und auch die Bereitwilligkeit zum Teilen) zu Hause ist!


    Danke schon mal für alle Beiträge!


    Also, der Hinweis auf die Steuerzeiten ist auf jeden gut, ich denke auch dass das der Grund für die enge Tolerierung ist.

    Es ist also auch mein Ziel dieses richtig einzustellen.


    Ich habe etwas Sorge, einen solchen Ring dünner zu schleifen, denn der Ring stellt ja die Verbindung zum NW-Rad her, überträgt die Pressung der Verschraubung. Wenn das nicht gleichmäßig wird, taumelt das Rad im schlimmsten Fall, oder die Klemmung hält nicht.

    Vielleicht seh ich das zu kritisch, aber mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln hab ich da kein gutes Gefühl.


    Ich würde zumindest weiter nach einem Ring oder einer Platte+Ring suchen.


    Ich hab mal 2 Dokumente angehangen, das eine aus einem Saab WHB, das andere für einen Capri V4.

    Es ist fast wieder typisch, dass die Saab-Leute es noch genauer haben wollten...


    VG

  • Das mit den Steuerzeiten ist eher unwahrscheinlich.


    Du hast was für einen Dirchmesser vom NW Rad? Grob 200mm?


    Da beträge bei einer Schrägverzahnung von 30° und einer Überschreitung des Axialspieles um 0,05mm die zusätzliche Verschiebung der Steuerzeiten ~0,014 Grad.

  • Erstaunlich das Saab ein eigenes WHB für den Motor aufgesetzt hat.

    Laut dem Ford- Blatt oben gibt es die Halteplatte auch in 2 verschiedenen Stärken. Das SAAB WHB erwähnt das nicht. Warum das Ding bei SAAB "Druckscheibe" heißt, bleibt deren Geheimnis.

  • Der Ring soll 6 Hundertstel dünner!?

    ...ein HALBES Zehntel...


    Oben wurde die Glasplatte erwähnt.

    Feines Schleifleinen und jeweils um 90° versetzt angefasst 5x hin und her gefuchtelt...


    Klemmen MUSS das doch nicht wegen der Feder?

  • Hallo Franz,


    ich hätte da doch gern einen schönen Kraftschluss, ohne alles auf die Passfeder zu leiten,

    aber genau so wie du schreibt (schleifen wie weiter oben auch schon vorgeschlagen wurde) hab ich es gemacht.

    Ring in 4 Quadranten geteilt, jeweils nach einigen Hüben um 90° gedreht, wieder geschliffen.

    Am Anfang auf einem neuen, planen Abziehstein, dann auf feinem Schleifleinen auf Glasscheibe egalisiert.

    Zwischendurch gemessen.

    Ist schön plan geworden.


    --> Einbau-Axialspiel nun bei 0,045mm

    ...daran wird der Motor nicht leiden!!


    Vielen Dank euch!!

    Erstaunlich das Saab ein eigenes WHB für den Motor aufgesetzt hat.

    Laut dem Ford- Blatt oben gibt es die Halteplatte auch in 2 verschiedenen Stärken. Das SAAB WHB erwähnt das nicht. Warum das Ding bei SAAB "Druckscheibe" heißt, bleibt deren Geheimnis.

    Das ist wirklich erstaunlich, die Plattenvariation wird der Saab Werkstatt vorenthalten. Die WHBs weisen auch sonst soweit ich das sehen kann recht wenig parallelen auf.

    Gut, das deutsche Saab-WHB ist sicher aus dem schwedischen rückübersetzt, da finden sich zusätzlich so einige seltsame Formulierungen...


    VG