Getriebe Umbau T9 5-Gang beim Granada - Getriebe 62040 839T-7211-CB

  • Hat jemand nen Plan, ob das Differential ausm Granada 1700er V4 (Übersetzung dann wohl 4,11) mit nem 5 Gang-Getriebe aus nem Sierra (839T-7211-CB) harmoniert? Motor ist mittlerweile aus einem 78er Granada (2.3 L, 114 PS). Aus welcher Maschine das Getriebe ist, weiß ich leider nicht.


    Und grundsätzlich müsste für den Umbau:

    - eine neue Traverse her?,

    - Antriebswellendicke muss passen?,

    - Tachoritzel und ggf. Schneckenrad des Getriebes ändern?

    und nach Umbau im 5.Gang nicht mehr zu viel Drehmoment geben (Overdrive)?

    Gibt es die Möglichkeit so ein Getriebe zu verstärken?


    Entspricht das so halbwegs der Wahrheit? Gibt es sonst was zu beachten? Würd mich über Hinweise/Tipps freuen. :)

    Danke und schönen Sonntag.

  • Das 4.11er Diff ist geeignet, einem Fahrzeug mit absolut asthmatischem Motor irgendwie die Illusion von Vortrieb zu erlauben.

    Es harmoniert nicht mit dem 2,3. Egal ob da ein vier- oder fünfgang Getriebe dran hängt.

    Außer, Geschwindigkeiten jenseits der 100km/h ängstigen Dich, oder Du möchtest Deinen Nachbarn mit dem Elfer an der Ampel, für siegreiche fünf Meter, stehen lassen.


    Fünfgang braucht Fünfgangtraverse, die gab es für den Granada. Oder Automatiktraverse, die so ungefähr passt.

    Tachoritzel muss zum Diff passen.

  • Ja, den Vierzylinder hab ich bei diesen Autos auch nie so richtig verstanden.


    Bei 100 Km/h hab ich im vierten Gang momentan eine Drehzahl von 3500 U/Min. Also schon relativ hoch und auf dauert etwas anstrengend, deshalb der Wunsch nach Veränderung.

    Vielleicht finde ich aber nochmal raus, ob es wirklich das 4.11 Diff ist. Eventuell wurde das ja doch gewechselt. Mit Glück ist es das 3,89:1...


  • Gibt auch noch ein 3.45, oder? Für den 2,6 glaube ich.

    Ist das mit dem 2,3er und 5-Gang fahrbar? Hab so eines noch liegen, darum frage ich…

  • Aber es spricht jetzt nichts dagegen das 5-Gang in die Karre mit dem 4.11 Diff zu setzen? Wird ja auf jeden Fall die Drehzahl im Fünften senken. Mit 180 schieß ich eh nicht über die Bahn, will nur entspannter fahren können. Und ein anderes Differential wollt ich eigentlich ungern einsetzen. An das 3.86 kommt man wahrscheinlich eh schwierig.

  • Das T9 oder N-Getriebe, wie es im WHB genannt wird, hat einen unbedeutenden Nachteil: Der fünfte Gang ist nicht vollgasfest.

    Ursache, wie immer in solchen Fällen: Kaufmanderln.

    Es wurde am vorderen Lager der Vorlegewelle gespart und statt in einem echten und stabilen Kugellager, läuft die Vorlegewelle am vorderen Ende nur auf Lagerwalzen im Fleisch des Getriebegehäuse. Ohne Lagerschalen, sondern hier stecken nur die Stahlwalzen zwischen Welle und der Bohrung im Getriebegehäuse.


    Da der fünfte Gang aber über die Vorlegewelle läuft, ist auf dieser Sollbruchstelle die volle Last, wenn man vermutlich am schnellsten fährt.


    Der vierte Gang dagegen läuft 1:1 gerade durch das Getriebe durch. Da gibt es quasi keine Belastung.


    Wenn Du jetzt ein Fünfgang vor das kurze Differential spannst, hast Du selbst bei moderaten Geschwindigkeiten im Getriebe eine Situation, die das Getriebe maximal beansprucht.


    Anhänger im Fünften mag das T9 übrigens auch nicht.

  • Hmm, auch das klingt unentspannt. Also doch ein anderes Diff. :catch: Oder halt gar nichts ändern.

    Danke DC für die ausführlichen Antworten!

  • Die Hinterachsübersetzung zu ändern ist meist nicht die erste Wahl, wegen Preis und Verfügbarkeit und manchmal auch wegen der Einstellung der Zahnräder, wenn die Achse bleibt, wobei das beim Granada ja eher unüblich ist.

    Aber die gesamte Übersetzung mittels des Diffs an den Motor anzupassen ist technisch immer die beste Lösung, der 5. Gang rettet da nicht viel, dafür ist der Einfluss zu gering und beim T9 kommt noch die konstruktive Empfindlichkeit dazu.

  • Beim Granada easy going, aber bei anderen Fahrzeugen mit Starrachse würde ich eher das große Ganze tauschen, als zu versuchen einen anderen Zahnsatz in die vorhandene Achse zu implantieren.

  • Hallo,


    habe das 5-Ganggetriebe am 2,8i mit 4,11er Diff.

    Läßt sich bequem anfahren, man schaltet relativ zügig aber entspannt hoch, und hat den 5. Gang exakt so, als hätte man 4-Ganggetriebe mit dem originalen 3,45 Diff.


    Bei einem 2,3er Motor würde ich mir bezüglich Überlastung vom 5. Gang noch keine Gedanken machen. Habe selbst ein "normales" ohne Verstärkung an einem anderen 2,8i mit 3,45. Da hält es auch schon seit über 20 Jahren, und da waren flotte Fahrten auch bei Temperaturen über 35°C mit bei.

  • Ich hab ein Getriebe im Taunus mit 2.3er und 3.89er Achse geschrottet. Allerdings hat sich das auch lange vorher heulend angekündigt. Klang wie ein geradeverzahntes Getriebe.

    Vorteil vom leichten Taunus und relativ kurzer Achse-man kann im 4. anfahren und sich auf eigener Achse nach Hause schleppen. :biggrin

  • Bei den T9 muß man dazusagen, daß sie ein spezielles Öl bevorzugen.

    Das ist eine rote Suppe, die es bei Ford wohl so nicht mehr gibt.


    Vorsicht, jetzt kommt gefährliches Halbwissen: Habe mal gehört, daß es Leute gibt, die ATF reinkippen. Es soll aber auch ein sehr hochviskoses Öl in Ordnung sein, wobei man natürlich darauf achten muß, daß das Öl einen Reibwert (ähnlich JASO MA-Spezifikation für Motorräder, damit die Ölbadkupplungen funktionieren und nicht geschmiert durchrutschen) und ausreichende Scherstabliltät für die Zahnflanken hat.


    Evtl. ist das ein extrem einflußreicher Faktor, der darüber entscheidet, ob es an einem 2,3er stirbt oder von einem 2,8i geknechtet überlebt.


    Achso: Es gibt wohl auch unterschiedliche Gehäuse, die die Ölbohrung auf unterschiedlicher Höhe haben. Somit haben sie mehr oder weniger Füllstand. Aber das habe ich nach dem letzten Getriebehopping auch schon wieder vergessen :saint

  • Habe mal gehört, daß es Leute gibt, die ATF reinkippen

    Ursächlich, weil beides wie Campari aussieht und geschmacklich ähnlich ist.

    Aber es ist halt wie bei Campari und seiner Discounter-Kopie. Da macht das eine dicke Beine und nur das Echte einen dicken Kopp.


    Wenn man den Unterschied nicht kennt, ist es leicht zu verwechseln.


    Ganz am Anfang hatte Ford noch das gleiche dicke Öl wie für das Vier-Gang vorgeschrieben. Man hat aber wohl schnell gemerkt, daß das keine gute Idee war und auf dieses andere Öl gewechselt.