HBZ Girling vs ATE

  • Hi zusammen,

    an meinem Cortina ist der HBZ von Girling (19mm- Zweikreis, zwei Anschlüsse ohne BKV) durch und ich bekomme keinen Ersatz. Habe einen von ATE rum liegen. Was sagt Ihr dazu? Einfach den nehmen oder wird das nicht gut? Anschlüsse passen auf jeden Fall schon mal nicht so richtig. Die Durchmesser der Anschlüsse ist genau andersrum.

    Der Instandsetzer hat mir für den Girling einen Preis 1700 Euro aufgerufen.


    Oder weiß jemand wo ich einen passenden Girling her bekomme?

    Günter

  • Preis 1700 Euro

    WTF? Für die ATE gibt es auch Dichtsätze, die kosten 3,50 …

    Der Taunus ATE hat meiner Meinung nach auch 19 mm. Mit Cortina kenne ich mich gar nicht aus, aber wie sieht denn der Rest der Bremse aus? Wenn der Bremssattel vorne der gleiche ist wie beim Taunus, würde ich den Weg mit dem ATE gehen. Anschlüsse umbördeln und Glücklich sein …


    Aber: jeder handelt auf eigene Gefahr

  • Ich glaube hier stand auch das ein oder andere zum Thema Bremse beim Cortina, hab's jetzt aber nicht durchgelesen, vielleicht ist ja was Informatives dabei.

  • Ja, die 1700 Euro haben mich auch extrem geschockt. Soll gehont werden, dann neue Übermaß Kolben gedreht etc. Bremse sieht alles wie beim Taunus aus. Cortina und Taunus waren technisch doch in den späteren MK identisch meiner Meinung nach.

  • Aber die Hauptfrage ist wirklich, kann man Girling und ATE untereinander tauschen? Unabhängig ob Cortina oder Taunus. Girling gabs beim Taunus ja auch.

  • Ja, kann man tauschen.

    Aber wäre das jetzt nicht auch die Chance gleich auf den Komfort eines BKV aufzurüsten?

  • Wenn der HBZ bis jetzt gelaufen ist, dann würde ich kleines Geld in einen Dichtsatz investieren und ggfs in einen passenden Hohnsatz (Achtung: die bis 17 mm angegeben passen trotzdem nicht ohne Modifikation in einen 19er HBZ, der Spannteller größer ist - ask why I know) und ihn mal zerlegen. Wenn es schlimmer ist, kann man immer noch auf einen anderen umbauen…

  • Bau auf BKV um und nimm ATE Brocken---wird auf Dauer einfacher und billiger sein------wirst hier bestimmt die passendenTeile bekommen...

  • Danke für das Angebot, hab schon einen da liegen. Komme aber die nächsten Wochen nicht zum Umbau mit BKV. Wenn BKV dann nicht geht würd eich auf Dich zurück kommen.


    Aber gleich noch ne Zusatzfrage: Hab mal eben den ATE HBZ reingeworfen. Bin nun verunsichert. Welcher der beiden Anschlüsse ist für den vorderen und welcher für den hinteren Bremskreislauf? Der vordere in Fahrtrichtung und zugleich mit größerer Verschraubung ist für die Vorderachse oder denk ich da falsch?

  • Imho spricht nichts gegen die Verwendung des ATE-Zylinders, die ATE-Klamotten waren immer einwandfrei, trotz etwas härterer Scheibenbrems-Beläge, die minimal stärkeren Scheibenverschleiß zur Folge hatten ... Ob der HBZ jetzt 19,00mm oder 3/4-Zoll (= 19,05mm) Nennmaß hat, ist hydraulisch/technisch nun völlig unterschiedslos

    Klär sicherheitshalber auch noch mal ab: Bei Cortinas kööönnten zöllige Nippel-Verschraubungen am HBZ verwendet worden sein (3/16"-28 UNF), das war aber scheinbar auf frühe Modelle beschränkt ... Motor / Getriebe und Achse meines ersten Seven waren von der Tina Mk5, da wurden schon M10x1mm metrisch verwendet, Der ATE ist 99,9% sicher metrisch ... Die Gewindmaße liegen sehr dicht beieiander, so dass Grobmotoriker problemlos die zölligen Nippel in die metrischen Gewindbohrungen schießen ... Reparatur ist i.d.R. nur noch durch unsachgemäßes aufpfuschen auf 3/8-24 oder M12x1mm möglich, was aber wieder mit den 4,75mm-Bremsleitungen nicht harmoniert.


    Ja, die, in Fahrtrichtung vorn liegenden Anschlüsse sind für den vorderen Bremskreis, (ob das tatsächlich noch eine echte Rolle spielt, kann ich nicht 100% sicher sagen, falls keine Vordruckventile in einem Bremskreis integriert sein sollten.)

    In weit über 90% der HBZ-Ausfälle, die mir unterkamen, waren übrigens nicht die HBZ-Zylinderwände ausgewaschen / riefig, sondern die Manschetten selbst am Dichtrand verschlissen. Manschettentausch reichte dann aus. Recht sicheres Erkennungsmerkmal: Bei sehr kräftigen Bremsdruck erscheint zunächst noch alles bestens, da die Dichtlippen fest an die Wandung im HBZ gepreßt werden und noch abdichten. Reduziert man den Fußdruck deutlich, fällt das Pedal langsam tiefer durch, als vorher, weil der Anpreßdruck geringer wurde. Erst wenn die Manschette riss, war kein Gegendruck am Pedal aufbaubar.


    Den alten HBZ würde ich erstmal zerlegen, alles mit Brennspiritus auswaschen, dann mit der blauen ATE-Bremszylinderpaste versehen und einlagern, wenn die Bohrung keine mechanischen Beschädigungen hat.