HILFE - Taunus OHC springt nicht an, Zündung?

  • Hallo, ich bin gestern noch mit dem Taunus zu Schwiegervater nach Südthüringen gefahren, jetzt springt er nicht mehr an.

    Sprit ist da (Kerzen werden nass). Von der Zündspule kommt noch ein Funken, aber an den Kerzen kommt keiner mehr an.

    Also wahrscheinlich was am Verteiler?

    Einen neuen Unterbrecherkontakt hatte ich zufällig dabei, half aber nichts.

    Von Zündung hab ich echt keinen Plan, habt Ihr Tipps für mich?

    Oder kommt zufällig jemand aus der Ecke Hinternah/Schleusingen und könnte helfen?

    beste Grüße

    Constantin

  • Moin

    Ich hatte mal ein ähnliches Problem, da war es am Ende der Kondensator. Hat mich wahnsinnig gemacht.


    Ansonsten können auch deine Kabel einfach fritte sein und der Widerstand ist zuhoch.

    Hast du n Multimeter zur Hand und weißt grob wie man es benutzt?

    Masse am Block ist i.O?

  • Schwiegervater war Elektriker, klar haben wir ein Multimeter da :)

    Kabel sind erst n Jahr alt oder zwei, die sollten doch OK sein? Wie viel Widerstand dürfen die haben?

  • Je nachdem woher die Kabel sind können die durchaus schon ihr Lebensende erreicht haben. Ist wie mit allen „neuen“ Teilen, oft billigster Plunder. Optimal wäre es wenn Du die alten Kabel noch im Kofferraum hast.

  • Ist der neue Unterbrecher eingestellt?

    Mit dem Multimeter geprüft ob er öffnet und schließt?

    Verteilerfinger geprüft?

  • Beides möglich.

    Kondensator abklemmen zum Kurztest.

    Wenn es der Kondensator ist muss er anspringen.

    Blattfeder vom Unterbrecher liegt am Gehäuse an ?

  • Würde denn noch ein Funken von der Zündspule kommen, wenn der Kondensator kaputt ist?

    Verteilerfinger und Kohlestift sehen gut aus, Kerzen auch.

    Finds halt komisch, dass er so plötzlich nicht mehr ging. Vormittags 150km gemacht, Nachmittags sprang er noch ein mal kurz an, ging dann aus und seitdem geht nichts mehr.

  • Kappe ist heile.

    Kabel haben je nach Länge 3,5-5kOhm. Das von der Spule zum Verteiler 2,8 - passt oder?

  • Ich würde mir auch Finger und Kappe mal anschauen.


    Da fällt mir gerade ein: Hast Du den Unterbrecher an der Achse immer schön geschmiert?

    Sonst kann der auf offen stehenbleiben, ein Tröpfchen Öl wirkt Wunder, selbst schon gehabt.


    Auch hat sich bei mir mal der Unterbrecher gelöst und verstellt - kein Funke mehr.

    Also check mal den Abstand.

  • Jo, Finger dreht sich.

    Unterbrecher versuchen wir dann als nächstes einzustellen. Wie gesagt, kein Plan davon :confused

    Danke schon mal für die Tipps :thumbsup:

  • Wie gesagt, kein Plan davon :confused:

    Auf der Verteilerwelle sind Berge und flache Stellen. Die Berge drücken die Kontakte auseinander.

    Nimm die Verteilerkappe ab und Dreh den Motor so, daß der kleine Gleitstein vom Kontakt auf einer Bergspitze steht und der Kontakt weitmöglichst öffnet.


    Ich meine der Abstand sollte dann 0,4-0,5mm betragen. Da Du vermutlich keine Fühlerlehre dabei hast, Funktioniert auch der Bundespersonalausweis oder der neue Führerschein als Fühlerlehre. Dann ist die Pflasterausführung wenigstens zu etwas gut.

    Wenn das schmatzend oder mit etwas Druck zwischen die Kontakte passt, stimmt der Abstand.


    Grünes Kabel vom Verteiler an der Zündspule abziehen.

    Multimeter auf Widerstand zwischen dem grünen Kabel vom Verteiler und einer guten Masse anklemmen. Wenn möglich Messgerät auf 'piepsen bei Durchgang' stellen.


    Dann Motor auf 1. Zylinder ZZP (6°vor OT) drehen. (Markierung Riemenscheibe und Verteilerfinger zeigt grob auf Kerbe im Rand vom Verteiler). Dabei langsam den Motor durchdrehen. Wenn die 6° vor- Kerbe erreicht wird, sollte das Piepsen aufhören bzw der gemessene Widerstand auf unendlich springen. Wenn das so ist, stimmt auch der ZZP.


    Ein Grad rechts oder links ist an der Stelle für den Motor kein Grund nicht anzuspringen.


    Lässt sich der Verteiler von Hand drehen, ohne daß Du die Klemmschraube gelöst hast?

  • Danke für die Anleitung, Unterbrecher ist eingestellt, daraufhin zuckte der Motor zumindest mal ein bisschen beim Anlassen.

    Verteiler lässt sich zwar nicht drehen, mir fiel aber jetzt erst auf, dass er mit dem Unterdruckdings schon am Einlasskrümmer anschlägt und sich den Schlauch abdrückt.

    Das bestimmt nicht normal.

    Jetzt erstmal Ostern :uglybeer:

  • Wenn der Motor im Zünd-OT steht, kann man den Verteiler auch ziehen und versetzt wieder einbauen.

    Dazu zeigt der Finger vom Bosch - Verteiler auf den Punkt nahe der Kerbe. Wenn er dann steckt, wird der Finger auf den Strich zeigen. (Drehung wegen Schrägverzahnung)

    Einstellen wie oben.


    Btw. Auch von unterwegs lässt sich hier in den Downloads ein passendes Handbuch finden.