Innere Lager Hinterachse Taunus

  • Ich habe die Achse nun bis auf das Diff zerlegt, die Steckachsen gezogen und habe hinten an der Hauptwelle mal gedreht. Man merkt von den inneren Lagern beim drehen deutlichen „Reibwert“ also man spurt förmlich in der Hand beim drehen die einzelnen Kugeln. Schwer zu beschreiben. Ist das wohl normal bei diesen Lager oder sollten die eigentlich einfach gar nichts machen? Gibt es da ne Pfuscher Variante um diese Lager zu erneuern?

  • Die sollten eigentlich keinerlei Geräusche von sich geben.


    Bei den allermeisten "lauten" Hinterachsen ist es auch nicht das Diff bzw. Kegelrad selbst, sondern eben die inneren Radlager, die den Radau verursachen - zumindest in den 3 mir bekannten Fällen war es so.


    Quick & Dirty kenn ich da nix, sorry :dunno:

  • Die sollten eigentlich keinerlei Geräusche von sich geben.


    Bei den allermeisten "lauten" Hinterachsen ist es auch nicht das Diff bzw. Kegelrad selbst, sondern eben die inneren Radlager, die den Radau verursachen - zumindest in den 3 mir bekannten Fällen war es so.


    Quick & Dirty kenn ich da nix, sorry :dunno:

    Das sind die „inneren Radlager“, also die hier beschriebenen Kegelradlager. Da werden die Halbachsen in den Diffkorb eingeführt und gelagert.


    Diese Lager sollten ähnlich der Banjo-Achse zu wechseln sein. Schrauben auf, Diffkorb raus, Lager ab, (am Besten NOS oder sehr gute andere) Lager drauf, mit der bisherigen Anzahl von Ausgleichsscheiben wieder rein damit. Dann noch das Zahnflankenspiel kontrollieren und wenn das passt, sollte der Geräuschpegel zumindest besser sein wie vorher. Ist dann natürlich nur absolut dilettantisch „eingemessen“.

    Wenn’s Zahnflankenspiel nicht passt ist es natürlich was anderes, dann musst du die Ausgleichsscheiben von einer Seite auf die andere packen und hoffen, dass deine Teilung passt und du nicht statt einer 0,1mm Scheibe zwei 0,05mm Scheiben brauchst weil nur 0,05mm verschoben werden müssen.

    Vorspannung deiner Lager misst du bei dieser Methode natürlich auch nicht, wenn’s Lager bissl dicker oder dünner ist passt es also nicht genau. Wie das Original eingemessen wird kann ich ausm Kopf grad nicht sagen, aber morgen gern ausm WHB abfotografieren.


    Bist du dir sicher, dass es das Tellerrad ist, welches die Rastmarken hat? Bei mir war es z.B. das Kegelrad mit ebenfalls Rastmarken…

  • Vom Foto das linke Lager macht zumindest am meisten Geräusche. Kann natürlich sein, dass die anderen Beiden auch fritte sind.

  • Okay wie es original eingemessen wird werde ich mich also wohl mal mit beschäftigen müssen…

  • Kann mir jemand den Auszug aus dem WHB zukommen lassen? Hier im Dowloadbereich gibts nen Error wenn ich die Datei runterladen soll.

  • Oder vielleicht hat das ja schonmal jemand hier gemacht und kann es mir erklären als wäre ich komplett begriffsstutzig. HA überholen beschränkte sich bei mir bislang immer nur auf die äußeren Radlager. Will es diesmal aber eigentlich richtig machen und nicht erst nach der ersten Probefahrt merken, dass alles wieder auseinander muss. Vielleicht hat ja auch jemand passendes Messwerkzeug für mich zum Ausleihen, muss natürlich auch nicht umsonst sein!

  • das hat meiner Meinung nach nie jemand eingemessen.


    wie denn auch, am Band waren ungelernte Arbeiter, die habend das bei den Stückzahlen stumpf zusammengeschustert nach Arbeitsplan.


    man wusste die masse von Diffkörper, und Achsgehäuse. bei mass X lege die Scheiben ein, bei Mass Y andere lt Tabelle XY...


    wenn jetzt neue Lager auf den alten Achs und Diffkörper kommen kann das (bei den sehr engen Toleranzen der heutigen Lagerfertigung) völlig vernachlässigt werden.

  • Ich glaube auch, dass das Einmessen an der Stelle eher die Gussteile betrifft, Lager sind Präzisionsteile und einfach gegeneinander austauschbar.

  • Ich glaube auch, dass das Einmessen an der Stelle eher die Gussteile betrifft, Lager sind Präzisionsteile und einfach gegeneinander austauschbar.

    Ein Kegel- und Tellerrad muss auf jeden Fall auf einen Achskörper eingemessen werden. Einfach so tauschen ist nicht.


    Lager sind da normalerweise unempfindlicher. Deshalb der Hinweis mit dem Zahnflankenspiel: das ist einfach zu messen und wenn das passt hat man gewonnen (wenn das Kegelrad nicht angefasst wurde)


    Muss aber auch nicht immer so sein, dass gute Lager auch gut sind. Bei SEW Getrieben hatte ich es schon mehrfach, dass die ab Werk verbauten Ausgleichsscheiben bei der Überholung mit bei SEW gekauften FAG-Lagern nicht mehr alle reingepasst haben und dazu auch das Zahnflankenspiel absolut am Arsch war.

  • Ich glaube auch, dass das Einmessen an der Stelle eher die Gussteile betrifft, Lager sind Präzisionsteile und einfach gegeneinander austauschbar.

    Auf das kann man sich leider nicht verlassen.

    Die Lager sind zwar (meist) Präzise, was zB bei normalen Kugellagern die Durchmesser innen und außen betrifft, aber was die Breiten betrifft haben selbst die namhaften Hersteller sehr große Toleranzen, welche auch genutz werden.

  • Ein Kegel- und Tellerrad muss auf jeden Fall auf einen Achskörper eingemessen werden. Einfach so tauschen ist nicht.


    Lager sind da normalerweise unempfindlicher. Deshalb der Hinweis mit dem Zahnflankenspiel: das ist einfach zu messen und wenn das passt hat man gewonnen (wenn das Kegelrad nicht angefasst wurde)


    Muss aber auch nicht immer so sein, dass gute Lager auch gut sind. Bei SEW Getrieben hatte ich es schon mehrfach, dass die ab Werk verbauten Ausgleichsscheiben bei der Überholung mit bei SEW gekauften FAG-Lagern nicht mehr alle reingepasst haben und dazu auch das Zahnflankenspiel absolut am Arsch war.

    Kegelrad werde ich definitiv auch das Lager neu machen. Wenn ich da jetzt dran gehe, dann mache ich einmal alles

  • Ich nehme mal die beiden seitlichen Lager raus und schau mal wie die anderen so vom Gefühl her sind. So kann man das irgendwie schwer nur beurteilen, die sitzen ja auch weiter im Gehäuse drin.

  • Danke Joosi!


    Ohman das sieht aber alles schon sehr konfus aus....und die Werkzeuge sind auch sehr speziell, habe bei uns im Lager mal geschaut, ob wir irgendwas vergleichbares aus dem VW-Stall da haben...leider Fehlanzeige. Es wird wohl die Bauernmethode werden und dann hoffen und beten.

  • Ist dir schonmal aufgefallen, dass in Bauernmethode das Wort Meth drinsteckt? Also Panzerschokolade futtern und das Ding ist in zwei Stunden erledigt :laugh:

  • Leute, das geht auch mit Universal-Werkzeugen. Wichtig ist daß vor der Demontage damit Messungen gemacht werden.

  • Moin!


    Wie schon erwähnt, erst mal alles messen. Vor allem die Lagerbreite und das Zahnflankenspiel.

    Habe damals bei meiner Kölnachse auch nur das Tellerrad rausgenommen wg. Einbau Sperre.

    Kegelrad habe ich nicht angefasst weil Zahnflankenspiel gut war.

    Neue Sperre inkl. neuen Lagern, eingebaut, fertig.

    Läuft sehr gut seit 2019.

    Evtl. braucht man einen guten Abzieher, um die alten Lager abzubekommen.

    ...und eine Presse für die neuen Lager.


    Gruß


    Steve

  • Das würde ich auch empfehlen. Wenn Tragbild und Flenkenspiel ok sind, lass die Kegelradwelle drin. Den Tellerradblock kannst du rausnehmen und die Lager begutachten.


    Bei unserem ollen 63er Rekord P2 war nur noch eine Pfütze Öl im Diff. Ich habe das Telleradgedöns rausgenommen weil ich die von innen verrosteten Achsrohre reinigen wollte ohne das die Lager kontaminiert werden. Rohre entrostet, die Lager als noch gut befunden, alles wieder rein. Neues ÖL und MoS2 Zusatz von ML....läuft geräuschlos.


    Die Vorspannung der Lager war nach meinem Dafürhalten auch noch gut. Im WHB stand, die Vorspannung wäre ok wenn man den Tellerradblock von Hand etwa 1/3 in das Gehäuse drücken kann. Genau so war es auch.


  • Neuesten Erkenntnissen zur Folge ist wohl eins von den Lagern des Kegelrades defekt. Die beiden Lager rechts und links am Tellerradblock sind soweit i.O und machen keine Geräuche. Habe den Block auch einmal per Hand rausgeholt und dann nur die Kegelradwelle gedreht. Die macht leider die Geräusche und auch diese unangenehme Schleif-Gefühl in der Hand beim drehen.

  • Neuesten Erkenntnissen zur Folge ist wohl eins von den Lagern des Kegelrades defekt.

    Ds ist natürlich blöd.

    Also wirst du wohl 'all in' gehen müssen. Dann brauchst neben neuen Lagern auf jeden Fall eine neue Schrumpfhülse und die Mutter.

    ... und gutes Werkzeug :thumbsup


    Gruß


    Steve