Kaffeesatzdeuten ... ähm ... Ferndiagnose ist bei der Sachlage dieser Symptome dann doch extrem schwierig.
Ich würde jetzt erstmal nicht sklavisch am Leerlauf-Lambdawert hängen, denn es ist herzlich egal, ob Du im Leerlauf jetzt L=0,8, oder L=1,05 hast. Im Leerlauf muß der Motor nur insoweit Leistung bringen, dass er nicht abstirbt, sägt odewr jagt ... Da ist bei gesundem Kühlsystem auch keine Überhitzung, o.ä. zu fürchten. Viel wichtiger ist der Übergansbereich(Teillast) und der Volllastbereich - wenns da nicht stimmt, hüpft die Karre bockend und schüttelnd über die Straße.
Wenn ich, der ja bekanntlich aus der Kit Car-Ecke kommt, dann lese "hab ich gerade vor zwei Jahren eingestellt", oder "sind erst vor vier Jahren eingestellt (oder gewechselt) worden", muss ich immer so ein wenig schief grinsen. Wenn da uralte Suppe im Tank war, reicht ein kurzer Probelauf, um den vorher frisch gereinigten Vergaser wieder zu verschleimen und das Spielchen geht von vorne los!
So, also: Ventilspiel i.O., Zündkabel, Kerzen, Zündzeitpunkt und Zündverstellung, Verteiler i.o. (Verkabelung, Zündschloss, Kappe, Kontakte, Kondensator, Massebändchen der Kontaktplatte , ... ) i.o., frischen, sauberen Sprit hast Du drin, der Kraftstoff-Filter ist hoffentlich auch neu (ich empfehle immer die etwas größeren Plastikfilter aus der Renault-Welt, die nicht halb so schnell verstopfen, wie diese 1-€-Schei..e), die Kraftstoffleitungen sind nicht porös oder ziehen an losen Schellen Luft, der Kraftstoffpumpendruck liegt für einen DG(A)V irgendwo bei 0,25 bis 0,3bar, erst JETZT isses Zeit, am Vergaser rumzudrehen!
Zunächst Schwimmerstand korrekt einstellen. vorher ist alles Einstellen / Umbedüsen Mumpitz.
Kontrolle / behelfsmäßige Grundeinstellung erste Stufe (zweite ist meist nicht einstellbar, "kopflose" Anschlagschraube!):
- Drosselklappen-Einstellschraube so weit rausdrehen, dass die Spitze den Kontakt zum Hebel verliert (Luftspalt).
- Drosselklappenschraube soweit wieder eindrehen, bis ein zwischengelegter, dünner Papierstreifen gerade beginnt, sich schwergängig zu bewegen. Papierstreifen entfernen, etwa eine Schraubenumdrehung weiter eindrehen.
- Motor warmlaufen lassen (Öl >=50 - 60°C)
- Am genauesten lässt sich die DK-Grundeinstellung jetzt mit einem Flüssigkeits-gefüllten U-Rohr oder einem möglichst großen Manometer 0 bis -1bar einstellen. (Im allergrößten Notfall kannst Du auch auf scharfe Zischgeräusche am Unterdruckschlauch lauschen.).
Die Drosselklappe verdeckt bei korrekter Stellung im Leerlauf mit ihrer Kante gerade eben die erste Übergangs-Bohrung und dann liegt kein Unterdruck an dem dünnen Röhrchen vom Vergaser zum Verteiler an. Mit dem U-Rohr oder dem Manometer kann man jetzt die Drosselklappenschraube im Leerlauf soweit eindrehen, dass minimaler Unterdruck auftritt (Manometernadel zittert nur) und dann wieder soweit raus, bis gerade eben kein Unterdruck mehr auftritt.
Fertig, vergleichbar werden die Vergaser im Werk auch kalibriert und wenn der Kittelknecht bei der AU da dran drehen will, gib ihm was auf die Flossen. - Beim kleinsten bissl Gasgeben muss jetzt sofort Unterdruck am Röhrchen anliegen, lässt Du das Gas los, muss der Unterdruck wieder auf Null gehen! Wird die Drosselklappe zu weit geöffnet eingestellt, ist der Motor schon im Leerlauf auf Teillastgemisch und Frühzündung, ist sie zu weit geschlossen, bockt der Motor beim Übergang auf Teillast.
Erst nach der Grundeinstellung kann das korrekte Lambda an der Gemischregulier-Schraube eingeregelt werden, dabei die DK-Einstellschraube nicht mehr verstellen!!
So, das war das Wort zum Sonn ... ähm FEIERtag, viel Erfolg!!
Bei Fragen müssten wir vielleicht mal telefonieren, Festnetznummer geb ich Dir per PN, Mobil funzt hier nicht ...