Granada aus Dornröschenschlaf erwecken

  • Nach langem hin und her habe ich mich entschlossen meinen grünen Kombi, der jetzt TÜV hat, zu verkaufen und die rote Limo wieder zurecht zu machen. Der rote ist auch ein MK1 mit 2.0 V6 und knapp über 60tkm auf der Uhr.


    Er stand nun seit 9 Jahren in einer beheizten Garage und sieht äußerlich noch recht gut aus. Aber nach einem Blick in den Motorraum habe ich festgestellt, dass fast alle Flüssigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Kein Kühlwasser, wenig Motoröl, kein Servoöl, nur die Bremsflüssigkeit ist noch da.
    Da die Flüssigkeiten ja nicht einfach entmaterialisiert werden können, vermute ich mal, dass sie verdunstet sind - obwohl es mir neu ist, dass sich Öl verdunsten kann.


    Wenn ich nun den Wagen aus seinem Dornröschenschlaf erwecken will, ist es wahrscheinlich nicht einfach damit getan die Flüssigkeiten nachzukippen, da sich die nicht verdunstbaren Teile irgendwo abgelagert haben, oder? Wie würdet ihr da vorgehen?


    Neben dem Tausch der Flüssigkeiten würde ich noch die Ventile einstellen, neue Zündkerzen und Verteiler, neue Bremsklötze und neue Reifen verbauen.
    Anschließend noch etwas WD40 in den Brennraum geben...


    Hätte ich jetzt noch etwas wesentliches übersehen?

  • 9 Jahre ist doch noch keine Zeit. Meiner Stand über 20 Jahre und läuft wieder tiptop. Öl war in voller Menge noch drin, auch null verharzt. WD40 würd ich nicht unbedingt reinsprühen, nimm besser normales 10W40 oder was du halt sonst auch nimmst, lässts nen bissl stehen, dann von hand paar umdrehungen drehen, dann mit Anlasser drehen (ohne Zündkerzen) bis Öldruck da ist und dann normal starten.
    Vorher natürlich alle flüssigkeiten wechseln.
    Da siehste auch ob das öl noch in ordnung ist.
    Kühlerkreislauf vllt mal spülen, wenn da feine risse irgendwo sind, kanns verdunsten und dann haste so ein Gelee zeug.
    Benzin am besten auch raus und frisches rein. Wenn du eh die Ventile einstellen willst kannste auch die Ventildeckel abmachen und gucken ob oben Öl ankommt.
    Am besten langsam und vorsichtig vorgehen, wobei viele einfach meinen frisches Öl und anorgeln...

  • ich würde die bremsanlage komplett ausbauen und alles reinigen, weil garantiert einige kolben festgegangen sind,
    ggf. neue ringe, manschetten, neu schläuche usw. und dann gleich auf silikonbremsflüssigkeit umrüsten.

  • Ich würde unbedingt die Ölwanne demontieren!!!
    Das kühlwasser kann in die Wanne gelaufen sein(wie auch immer) und das Frostschutzmittel dein Öl zu Gelee verwandelt haben.
    Bitte kuck da nach! Das hat manchem karren schon das Leben ausgehaucht.
    Gerade wenn du meinst das kühlwasser und Öl nicht mehr ausreichend vorhanden sind.
    Das Ölgelee kannst am Messstab auch nicht richtig nachweisen.

  • Wenn Kühlwassser durchgesickert ist, dann sieht mans glaube beim Öl ablassen.
    Auf jeden Fall ists wohl nicht so wie im Fernsehen, wo nach zig Jahren ne neue Batterie reinkommt und dann 200km gefahren wird.

  • Definitiv Ölwanne ab und mal die Ölpumpe ansehen, bzw reinigen.
    Danach wie schon erwähnt Ventildeckel runter und Motor mit der Hand drehen bis das neue Öl oben ankommt.
    Kühlsystem spülen eventuell Zitronensäure einwirken lassen und danach gründlich spülen.
    Dann bist Du schon auf der sicheren Seite

  • Vielen Dank für die zahlreichen Tipps.Habe dazu noch ein paar Rückfragen:
    1. Wieviel Öl sprüht man so in den Zylinder? Und vor allem wie macht man das? Ich meine, bei WD40 drückt man auf den Knopf und das Öl wird durch die Düse versprüht, aber wie macht man das mit normalem Öl?
    2. Wenn ich die Ölwanne abschraube um mir die Ölpumpe anzusehen, woran kann ich erkennen, dass etwas nicht stimmt?

  • Ein Stück transparenten Schlauch in die Motoröl-Flasche stecken,
    dann am anderen Ende des Schlauchs den Finger auf die Öffnung, nun Schlauch raus und in die Kerzenöffnung einfädeln ( Finger ist immer noch drauf).
    Dann Finger weg, kurz warten, --> et voila, Öl ist im Brennraum.
    Edit , natürlich nur ein paar ml


    Und vor dem ersten starten, wenn eh alle Kerzen raus sind, den Motor mit dem Anlasser ordentlich durchorgeln.
    Das sorgt dafür, das vor dem ersten Motorstart an allen Schmierstellen Öl ist und gleich nach dem Start Öldruck anliegt.

    Einmal editiert, zuletzt von Ackersaege ()

  • Wenn ich die Ölwanne abschraube um mir die Ölpumpe anzusehen, woran kann ich erkennen, dass etwas nicht stimmt?


    garnicht. ich wüsste auch nicht wozu das gut sein soll


    Das kühlwasser kann in die Wanne gelaufen sein(wie auch immer) und das Frostschutzmittel dein Öl zu Gelee verwandelt haben.
    Das Ölgelee kannst am Messstab auch nicht richtig nachweisen.


    das hab ich noch nie gehört. das frostschutzmittel sorg dafür dass sich öl und wasser mischen?


    Motor mit der Hand drehen bis das neue Öl oben ankommt


    das wird anstrengend. würde ich auch eher machen wie ackersaege schreibt.


    das kühlsystem ist meiner erfahrung nach das was nach langer standzeit probleme macht. bypass bohrung zugeschmoddert, ein schlauch dicht, wapu gammelig...
    natürlich kann kühlwasser in die brennräume gelaufen sein, das merkst du aber schon beim ersten durchdrehen von hand. wenn er sich schön durchdrehen lässt,
    mach etwas öl rein, orgel mal ohne kerzen durch und dann feuer

  • Ein Stück transparenten Schlauch in die Motoröl-Flasche stecken,
    dann am anderen Ende des Schlauchs den Finger auf die Öffnung, nun Schlauch raus und in die Kerzenöffnung einfädeln ( Finger ist immer noch drauf).
    Dann Finger weg, kurz warten, --> et voila, Öl ist im Brennraum.



    Und vor dem ersten starten, wenn eh alle Kerzen raus sind, den Motor mit dem Anlasser ordentlich durchorgeln.
    Das sorgt dafür, das vor dem ersten Motorstart an allen Schmierstellen Öl ist und gleich nach dem Start Öldruck anliegt.


    Und vorallem drückts das überschüssige Öl raus, also keinesfalls Öl rein, Kerzen rein und orgeln, mit Öl als inkompressiblem Medium mag der Motor das ned so gerne ;)


  • 2. Wenn ich die Ölwanne abschraube um mir die Ölpumpe anzusehen, woran kann ich erkennen, dass etwas nicht stimmt?


    Guck Dir mal das Sieb an, ob das verdreckt oder verklebt ist.

  • Und vorallem drückts das überschüssige Öl raus, also keinesfalls Öl rein, Kerzen rein und orgeln, mit Öl als inkompressiblem Medium mag der Motor das ned so gerne ;)


    Deswegen ja auch Kerzen raus ;)


    Aber wie gesagt, viele Wege führen nach Rom und jeder macht es anders.
    Nur ganz ohne würde ich den Motor nicht einfach starten wollen...

    Einmal editiert, zuletzt von Bochumer ()

  • Guck Dir mal das Sieb an, ob das verdreckt oder verklebt ist.

    Und schau Dir die Zylinderwände genau an. (dabei Motor von Hand durchdrehen) Irgendwo ist das Kühlwasser hin. Wenn es seinen Weg in die Brennräume gefunden hat könnte da Gammel sein, der Dir später die Kolben aufreibt.

  • Zitat

    das hab ich noch nie gehört. das frostschutzmittel sorg dafür dass sich öl und wasser mischen?


    Und jetzt...? Man kann ja nicht immer überall alles mitbekommen. Ist manchmal auch besser so. :D
    Jedenfalls sollten m.M.n. alle Alarmglocken läuten wenn Kühlwasser und Öl einfach so, ohne Fleck unterm Karren, aus einem ruhenden Fahrzeug verschwinden.


    Deshalb würde ICH die Ölwanne demontieren und kucken. Natürlich wenn das Öl abgelassen ist. Beim Ölwechsel lässt sich ja gleich Menge, Konstistenz etc. prüfen.
    Wenn dann alles raus ist, kann die Wanne ab und gereinigt werden. Die Schwebestoffe sitzen nach all den Jahren dann unten und werden gleich mit entfernt.

  • Ich werde morgen früh mal das Öl ablassen und gucken was dabei herauskommt: Öl oder Ölwassergemisch
    Den unteren Kühlschlauch werde ich auch mal abschrauben um zu gucken, ob wirklich alles Wasser weg ist.


    Bei genauerem Hinsehen ist mir aufgefallen, dass der obere Kühlerschlauch sehr porös ist. Aber porös sollte ja nicht heißen, dass viel Wasser dort herausdiffundieren kann...


    Morgen werde ich schlauer sein...

  • das hab ich noch nie gehört. das frostschutzmittel sorg dafür dass sich öl und wasser mischen?


    das war ne frage...ist das so, dass durch das frosstschutzmittel sich öl und wasser mischen und zu gelee verwandeln?

  • Kommt auf den Planeten an wo man geparkt hat



    Motor, zwei Möglichkeiten:


    -Flüssigkeiten wechseln (wer penibel ist spült), Motor drehn lassen, Öldruck kontrollieren, fahrn


    - Motor komplett machen



    Alles andere ist ne halbe Sache

  • Hi Tim,


    Ah so...Es kann zu einer chemischen Reaktion zwischen den Stoffen kommen, welches dazu führt dass sich das Öl eindickt. Wie das genau funktioniert weiß ich nicht. Es gab hierzu sogar mal nen kleinen Beitrag in der Markt.

  • Das alte Öl raus. Wenn da bloß weißer Schlein kommt weißt du, das irgendwas faul ist.
    Das Wasser auch raus. Wenn da bloß rostige Brühe kommt, weißt du, das da was faul ist.
    Den alten Sprit raus.
    Kerzen raus.
    Motor von Hand drehen. Wenn der sich beim drehen komisch anfühlt, ist das warscheinlich Korrosion an den Zylinderwänden. Dann weißt du das also auch.
    Wenn irgendwas davon zutrifft: Motor auf und reinschauen. Wenn alles gut scheint:


    Neues Öl, neues Kühlmittel, neuen Sprit. Neue Batterie.


    Ohne Kerzen beherzt durchorgeln lassen.
    Kerzen rein. Feuer.
    Entweder er läuft oder eben nicht.


    Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

  • Wurde ja schon einiges zu geschrieben -


    Ich würds so machen -


    Ölschraube auf und Öl ablassen
    Zündkerzen raus und mit Spritze jeweils ca. 2ml normales Motoröl in jeden Verbrennungsraum
    Ventildeckel runter und Ventile einstellen


    Nachdem du die Ventile eingestellt hast - sollte ja ne weile dauern und an der Ölablassschraube sollte nur noch ein Tropfen hängen , den Motor per Starter ein paar mal durchdrehen.Keine Angst wegen dem weil kein Öl mehr drinne ist, du hast ja Öl direkt in die Verbrennungsräume gespritzt. Ca. 10 runden mal Orgeln lassen. (ob du das per Hand oder per Starter macht ist absolut das gleiche für den Motor ) Dadurch fliegt nochmal ne menge Öl unten raus sodaß wirklich nur noch sehr wenig Altöl im Motor jetzt ist, und das frische Öl in den verbrennungsräumen verteilt sich gut. Dann ölablassschraube zu - Öl nur bis minimum reinkippen, Zündkerzen und Ventildeckel alles wieder drauf und Motor starten und im Leerlauf - max erhöhtes Standgas - richtig warmlaufen lassen.Wenn Motor warm, das Öl was jetzt den Rest des Altöls gebunden und jetzt durch die wärme die konsistenz von Wasser hat komplett ablassen und normal neu befüllen.
    Ölwanne ab sehe ich echt kein Grund für, und er schreibt doch das alle flüssigkeiten bis auf Bremsflüssigkeit raus sind, wie sollte das Kühlwasser auch in die Ölwanne kommen, geht ja nur über die Kopfdichtungen, dann wären die oder eine von denen ja platt, und überhaupt - selbst in der Ölwanne soll ja kaum was drin sein, und wenn sieht man das schon sehr gut beim ablassen was da so rauskommt.

  • wo wir gerade darüber reden, was haltet ihr von so etwas:


    Motorspülung


    Klingt von der Grundidee nicht schlecht. Den alten Rotz vorab raus, ein billiges neues Öl zusammen mit der Motorspülung rein, ein bisschen laufen lassen und dann den mit dem Öl gelösten Dreck wiederum ablassen.


    Hat jemand von euch damit (gute) Erfahrungen gemacht?

  • wie sollte das Kühlwasser auch in die Ölwanne kommen, geht ja nur über die Kopfdichtungen, dann wären die oder eine von denen ja platt


    Der Themenstarter hat einen V6.


    Da gibt es bei der ZKD kaum Wege, das Wasser in das Öl gelangt.
    Der Weg vom Wasser zum Öl ist allenfalls über die Ansaugbrückendichtung möglich.
    Dort sogar, wenn sie nicht regelmäßig auf festen Sitz geprüft wird.


    Motorspülung würd ich lassen, grober Mist bleibt vor dem Sieb hängen.

  • wo wir gerade darüber reden, was haltet ihr von so etwas:


    Motorspülung

    Ich würd sowas bei einen alten Motor von dem du weisst das der verkokt ist lieber lassen.Wenn das zuviel Ölkohle und schmodder ablöst setzt das den Sieb von der Pumpe,den Ölfilter und eventuell sogar kleinere Ölkanäle im Zylinderkopf sowie Ölschmierbohrungen an den Lagern zu.
    Wenn du einen freien Motor hast der kaum ablagerungen hat, dann könnte man das schon alle paar jahre mal machen um den weiterhin frei zu halten.

  • Der Themenstarter hat einen V6.


    Da gibt es bei der ZKD kaum Wege, das Wasser in das Öl gelangt.
    Der Weg vom Wasser zum Öl ist allenfalls über die Ansaugbrückendichtung möglich.
    Dort sogar, wenn sie nicht regelmäßig auf festen Sitz geprüft wird.

    ...ich bin natürlich kein Experte und bewege mich hier auf ganz dünnem Eis.
    Aber ich bin mir zu 100% sicher, dass mir mein freundlicher Ford-Händler vor gut 20 Jahren bei der Komplettabdichtung meines siffenden V6 zwei O-Ringe (?) vorenthalten hat, die zur Abdichtung des Kühlkreislaufes vom Stirnraddeckel zum Kurbelgehäuse dienten.


    Ich habe notgedrungen damals die beiden alten Dichtungen wieder eingebaut, der Erfolg war, dass nach dem Befüllen das schöne neue Kühlmittel gleich den Weg ins neue Motoröl fand und eine ekelhafte Emulsion erzeugte.


    Ich durfte dann den Stirnraddeckel am mittlerweile eingebauten Motor wieder abbauen und diese beiden unscheinbaren Dichtungen nebst Kühlmittel und Öl wechseln und war stinksauer. Der freundliche Mann von Ford sagte mir dazu, er hätte diese Dichtungen nicht übersehen, sie seien im Standard-Dichtsatz nicht mit aufgeführt gewesen.

  • zwei O-Ringe (?) vorenthalten hat, die zur Abdichtung des Kühlkreislaufes vom Stirnraddeckel zum Kurbelgehäuse dienten.


    das sind Rechteck-Ringe und sind im kompletten DISA enthalten.


    Und wenn diese Ringe undicht werden, dann läuft das Wasser normalerweise außen am Block raus.
    Deswegen ist auch das Blech zwischen Stirnraddeckel und Block in dem Bereich geschlitzt und die Ringe werden OHNE Dichtmasse eingebaut.