Motor versäuft

  • Wo fang ich an... also mein motor ist ein 4 Zylinder mit 68 PS 1600ccm und dem Standard einfach Motorcraft vergaser drauf (Taunus MK1)


    Nach jedem Start säuft er innerhalb von ca. 5 Sekunden ab und meistens sind fast alle Zündkerzen nass.


    hab dann mehrmals alles trocknen lassen und wieder probiert... mit verschieden gemischeinstellungen und starthilfespray. immer das selbe ergebnis. nur eben lief er mal kurz auf hochtouren und hat sich gesund angehört, aber nach 2-3 sekunden isser gleich ausgegangen und ein lautes "pffffffff" kam aus dem vergaser. (hoffe da is nix kaputt gegangen, aber ich probiers morgen nochmal wenn alles trocken ist)


    ansonsten viel mir auf dass die drosselklappe nach betätigung des gaszuges fast ganz zufällt und auch nicht mehr auf ihre anfangs eingestelle leerlaufeinstellung einrastet. kenn mich da nicht so aus und weis leider nicht wie das alles sein muss.


    ansonsten lief der wagen recht gut vorher... er stand jetzt nur ein paar wochen, weil ich einiges an der karosserie zu tun habe


    jemand ne idee was es sein kann?


    achso, und da ich sowieso mal auf nen weber doppelregistervergaser umsteigen wollte, dachte ich mir wärs auch ein guter zeitpunkt das jetzt zu tun (wobei ich das problem mit dem jetzigen vergaser trotzdem gern lösen wollte) kann man den auf den 68 PSler mit niedriger kompression überhaupt draufmachen?


    Grüße, Joe

  • hatte ich genau so.
    bei mir wars der verteiler, also die kappe.
    nimm mal ab uns mach den gammel weg.
    dann etwas bremsenreiniger reinjauchen, trocknen lassen und ab die muschi.

  • kanna ja mal alle kerzen raus nehmen und schauen ob es noch überall funkt.
    und da er eh den gaser umbaut...

  • das klingt nicht nach zündung. nimm mal nen 17er schlüssel und "klopf" an die schwimmerkammer, wenn das ventil hängt, dann schmeisst dir diespritpumpe einfach direkt den sprit in den ansaugtrakt.... klopfen könnt schon reichen, zumindest vorläufig. wenn du nen weber suchst, dann frag mal den ratrod, der will sowas verkaufen, glaub ich.

  • also das mit der verteilerkappe probier ich mal.... denke es aber eher nicht, da er wie gesagt einmal eindeutig auf 4 zylindern gelaufen ist vom geräusch her.


    motor ist bereits ein austauschmotor mit neuem zahnriemen usw, also ich HOFFE nicht dass da was kaputt ist, sonst darf ich schon zum 3ten mal nen motorumbau diese jahr machen :seuffearbeit: (ich mein, beim 68 ps motor dürfte es wenigstens nichts mit den ventilen sein, da freiläufer, oder?)


    sonst noch ne idee wegen der drosselklappe? kann mir wer sagen wie die zu stehn vorm starten, währen dem laufen usw. ?

  • Krass, dacht nicht daß das Zeug so günstig weg geht. Dann bin ich wohl draußen, werd den dann erstmal noch eigelagert lassen. Sorry

  • ansonsten viel mir auf dass die drosselklappe nach betätigung des gaszuges fast ganz zufällt und auch nicht mehr auf ihre anfangs eingestelle leerlaufeinstellung einrastet. kenn mich da nicht so aus und weis leider nicht wie das alles sein muss.

    Welche Drosselklappe? Die oben im Vergaser? Das wäre dann die Klappe der Kaltstartautomatik. Das muß so!
    Wie Du möglicherweise schon ein- bis fünftausendmal hier gelesen hast, soll man vor dem starten aufs Gaspedal latschen. Das macht man, damit die Klappe zufallen kann. Entsprechend der Kühlwassererwärmung wird sie sich im Betrieb zunehmend öffnen.
    Was hast Du da an Leerlauf eingestellt? Und vor allem an welcher Schraube? Geht der Motor auch aus, wenn Du richtig Gas gibst?


    Die eigentliche Drosselklappe sitzt unten im Vergaser. Im Leerlauf ist die geschlossen und die für den Leerlauf erforderliche Sprit-/Luftmenge wird an der Drosselklappe vorbeigeleitet (Umgemisch) Das Mischungsverhältnis wird über die Leerlaufgemischregulierschraube ganz unten im Vergaserfuß eingestellt. (CO-Tester ist hier sehr hilfreich). Das Umgemischvolumen stellst Du über mit der Leerlaufdrehzahleinstellschraube, seitlich am Vergaser gegenüber der Schwimmerkammer und etwas höher als die Gemisch-Schraube, ein. Beide Einstellschrauben drücken eine Spiralfeder zusammen.


    Ein kapitaler Motorschaden liegt nicht vor. a) würde der sich überhaupt nicht Starten lassen, b) macht der durch massive mechanische Geräusche auf sich aufmerksam. Das hier ist ein klassischer Fall von Einstellungs-Scheiß. Gemisch viiiiiiiieeeeeeeeel zu Fett gepaart mit falschem ZZP. Fang mal mit dem Ventilspiel an, und arbeite Dich durch die Basics durch. Dann wird es auch wieder.


    Wenn der Luftfilter nicht drauf ist, kann man das Nockenwellenrad am Ventildeckel vorbei so grade unter der Zahnriemenabdeckung sehen. wenn der Anlasser dreht, bewegt sich auch das NW-Rad.


    :uwe: Wenn die Einstellung nicht stimmt, kann der Vergaser auch mal Feuer spucken. Im Luftfilterkasten erstickt das von selbst. Ohne Luftfilter sieht es spektakulär aus und kann sich leicht zu einem Drama entwickeln.

  • Ja, genau... die klappe für die kaltstartautomatik hab ich gemeint... na dann is gut... ventile müssten noch in ordnung sein (wurden beim einbau gecheckt - seitdem ca. 1000 km gefahren). aber zzp wollte ich noch machen... stimmt!


    also hier mal meine einstellungen vom vergaser:


    - leerlaufschraube sehr weit rausgedreht (die schraube, an der das gasgestänge-teil anliegt)


    - gemischregulierschraube versucht gegen mitte zu drehen (die schraube, die schräg aus dem vergaserfuß rauskommt)


    ansonsten bin ich heute leider nicht dazu gekommen es nochmal zu versuchen, aber denke morgen kann ich dir den rest beantworten. auf jeden fall schon mal danke für die tipps!

  • Mal davon abgesehen, daß man den Vergaser eigentlich nur mit einem CO-Tester vernünftig einstellen kann, und weil Du 'eh schon lustig dran rumgedreht hast:


    Dreh die Gemischregulierschraube ganz rein und dann drei Umdrehungen wieder raus. Als Grundeinstellung, nur um die Karre ans laufen zu kriegen reicht das. Muß aber unbedingt mit dem Tester überprüft werden. Läuft der Motor später dauerhaft zu fett, merkst Du das im Portemonaie. Wenn er zu mager läuft, wird die Verbrennung zu heiß, was für die Ventile nicht gut ist.....


    Die Leerlaufschraube drehst Du soweit rein, daß sie am Gasgestänge anliegt und eine Umdrehung weiter. Ob die weiter rein, oder raus muß, wirst Du an der Drehzahl merken.


    Kontaktabstand mit der Fühllehre kontrollieren und ggf nachstellen. Sollte 0,4mm sein, wenn der Kontakt genau auf der Verteilernocke steht.
    Wenn Du nicht weißt, wo der ZZP steht bzw Du da auch schon was verstellt hast, drehst Du die Riemenscheibe auf 8° vor OT (die dritte breite Kerbe von links gesehen). Dann nimmst Du die Verteilerkappe ab und kontrollierst, ob der Finger auf die Kerbe im Verteilerrand zeigt. Du löst die Klemmschraube am Verteilerfuß. Dann ziehst Du das grüne Kabel von der Zündspule ab, schließt eine Prüflampe dran an, die auf der anderen Seite mit Batterie-Plus verbunden ist.
    Wenn Die Lampe jetzt aus ist, war die Einstellung nicht schlecht. Du drehst den Verteiler im Uhrzeigersinn, bis die Lampe leuchtet und vorsichtig wieder zurück. Sobald das Licht erlischt, stoppst du die Drehung und fixierst den Verteiler mittels Klemmschraube. Der Finger sollte natürlich immernoch auf die Kerbe zeigen. Diese Einstellung später mit der Blitzlampe kontrollieren. (die Werkstatt, in die Du wegen das CO-Testers musst, kann das auch)


    Verteilerkappe montieren, starten und hier berichten.

  • Er lief!!!


    Habs nach deiner beschreibung auf 8° eingestellt und den Verteilerfinger auf die kerbe zeigen lassen. (Stobolampe hatte ich keine)


    Nach kurzem Rödeln lief er fast einwandfrei an und hat sich echt gut angehört.


    nun die schlechte nachricht: ;( nach nicht mal ner minute kam plötzlich weißer rauch unterhalb des ansaugkrümmers raus. noch ehe ich den zündschlüssel ziehen konnte, ist der motor schlagartig ausgegangen. also ohne langsam ausgehen oder so... einfach stehen geblieben.


    und jetzt sprint er nicht mehr an... man hört nur kurz wie der anlasser versucht ihn zu drehen, aber er schafft es nicht. habs dann selbst probiert in anzudrehn, aber der is bombenfest S_M


    irgendwie habe ich die leise befürchtung dass der jetzt verdammt nochmal schrott ist..... der ganze block war jedoch nicht mal annähern heiss.... eher lauwarm

  • auweia......


    hört sich nicht gut an.


    geht der motor weder vor noch zurück zu drehen?


    nimm doch mal alle kerzen raus und schau ob sich was ändert.

  • Kühlwasser und Öl war drin!


    aber danach konnte ich 1 liter kühlwasser nachfüllen...


    das mit den kerzen probier ich mal eben aus... bin gleich wieder da

  • öl prüfen, nimm dazu auch deine nase. wenn wirklich das schwimmerventil locker war, kann es sein, das das motoröl ganz mächtig nach sprit stinkt. wenn dem so ist, ist der motor warscheinlich fratze. das benzin mogelt sich an den kolbenringen vorbei und wäscht erstens den ölfilm runter und zweitens mischt es sich fein mit dem öl, das dann nix mehr schmiert.


    berichte!


    ich hab noch nen guten kopf über, den kannste haben, wenn du brauchst.

  • Zitat

    aber danach konnte ich 1 liter kühlwasser nachfüllen...



    hört sich nach massivem wassereinbruch an.
    hatte ich schonmal. wenn der anlasser den motor gedreht hat, is analog das kw aus dem geöffneten kühler gelaufen

  • Kühlwasser und Öl war drin!


    aber danach konnte ich 1 liter kühlwasser nachfüllen...


    das mit den kerzen probier ich mal eben aus... bin gleich wieder da

    Dann steht wohl ein oder mehrere Zylinder voll Wasser. ZKD inne Rüben...

  • das mit dem öl kann ich erst morgen prüfen (also denke mal ablassen, oder?)


    zum ölstand kann ich auch leid nichts sagen, weil ich mir nicht gemerkt hab wie hoch der vorher war.


    zurückdrehen geht leider auch nicht, weil sich dann die schraube löst.


    wenns jetzt "nur" an der zylinderkopfdichtung lag... hätt ich da gute chancen dass der wieder läuft mit ner neuen, oder is dass dann eher irreperabel?


    werde wohl morgen auf jeden fall mal den kopf mit nem kollegen runtermachen, dann wird mans vielleicht sehn was es ist.


    DC


    da war der zahnriemen gerissen und da der 72 PSler kein freiläufer war hatte ich dann auf dem 1sten Zylinder 0 kompression (wahrscheinlich irgendwas an den ventilen). das haben wir aber erst bemerkt NACHDEM wir sämtliche dichtungen erneuert haben und der bock nur auf 3 Zylindern lief. daraufhin hatte ich kein bock mehr auf das teil und hab mir den freiläufer mit 4 PS weniger besorgt. der block ist aber sicher noch in ordnung, bis auf winzige kerben von den ventilen auf den kolben und steht in meiner garage


    achso, den kopf davon hab ich natürlich auch noch, aber wie gesagt... is wohl was an den ersten 2 ventilen


    also ich such schon mal getrost nach nem motorkran bei ebay :pinch:


    verdammt, das warn viele edit´s

  • wenns jetzt "nur" an der zylinderkopfdichtung lag... hätt ich da gute chancen dass der wieder läuft mit ner neuen, oder is dass dann eher irreperabel?

    Schwer zu sagen. Wasser ist inkompressibel. Wenn DIr zuviel Wasser zu schnell in die Brennkammer läuft, ist das, als wenn da plötzlich ein Stein drin läge.
    Es tut einen ziemlichen Schlag. Der geht zum einen richtung Kopf, der sich verziehen könnte und zum anderen auf die Kurbelwelle und das Pleuellager des betroffenen Zylinders, sowie vermutlich auf die angrenzenden Kurbelwellenlager.


    Wenn Du Wasser drin hast, dann läßt sich das nicht weiter zusammenquetschen, weshalb auch der Motor nicht weiterdreht. Nimmst Du die Kerzen raus, kann das Wasser durch die Kerzenlöcher entweichen und der Motor dreht weiter.


    Dreh' die Kerzen raus, dann weißt Du wo die Reise hingeht. Um Benzin im Öl würde ich mir keinerlei Sorgen machen.


    Zitat

    der block ist aber sicher noch in ordnung, bis auf winzige kerben von den ventilen auf den kolben und steht in meiner garage

    Hatte ein Arbeitskollege mal mit einem Sierra. Hat den Kopf zum Motorenbauer gebracht, der ihm da neue Ventilführungen und Ventile eingesetzt hat. Offensichtlich hatte der treffende Kolben beim Einschlag ein seitliches Kippmoment bekommen und die Zylinderwand beschädigt. Jedenfalls ist der Motor mit dem überarbeiteten Kopf eine Weile gut gelaufen, bis sich der kleine Schaden in der Zylinderwand zu einem ausgewachsenen Kolbenkipper entwickelt hatte.
    Möglicherweise kannst Du aus zwei Motoren einen bauen, aber ich würde da unbedingt fachkundigen Rat einholen.