Ford Scorpio V6 2.9i Probleme mit Warmstart nicht zu finden?

  • Hallo liebe Hecktrieb-Freunde,



    ich würde gerne meine „Probleme“ mit einem Ford Scorpio, Bj88 2.9i 12V schildern und eventuell kann mir jemand einen Tipp geben wo der Fehler liegen könnte.

    Vorab, der Motor läuft sehr gut, hat auch Leistung.

    Leider weist er folgendes Phänomen auf: Startet man den Wagen kalt ist alles i.O. Er läuft im Kaltstart (erhöhte Drehzahl) pendelt sich nach ein paar Minuten/Km auf 900U/Min ein,

    läuft sauber und hat von beginn Leistung.


    Stellt man ihn warm oder heiß ab und startet binnen max 30min erneut (weiterfahrt) hat er eine schlechte Gasannahme. Es fühlt sich an als ob jemand in die andere Richtung gegenziehen würde.

    Das dauert ein paar Minuten/Km dann merkt man wie wenn jemand einen Schalter umlegt das sich das Phänomen erledigt hat und er läuft wieder wie er soll.


    Was habe ich bis jetzt gemacht:


    Kompression geprüft, auf allen Zylindern ca. 11bar

    Druckverlustprüfung, I.O.

    Benzindruck gemessen, auch unter Last, I.O.

    MAP getetstet (Frequenz/Vakuum lt. Liste), i.O.

    Sensoren gemessen, i.O.

    Auspuffanlage dicht, i.O.

    Luftfilter i.O.

    Hydros Grundeinstellung, i.O.

    ZZP (steht bei Überschneidung auf 2°, also auf 17° eingestellt, i.O.

    Einspritzdüsen geprüft und getauscht, i.O.



    Mir gehen die Ideen aus und ich hoffe das mir eventuell jemand noch einen Rat geben kann wo ich suchen soll/kann.

    Die Kat`s weiß ich nicht wie die zu testen wären, aber ASU ist kein Problem (nur CO wegen H).



    Schöne Grüße und vielen Dank fürs Lesen schon mal..



    Manfred

    Einmal editiert, zuletzt von ManfredV6 ()

  • Ich habe ein ähnliches Problem mit dem Leerlauf, den ich bis heute nicht orten konnte. Bei mir immer nur, wenn der Motor heiss gefahren ist( jedoch dann Leerlauf bzw. Standgas zu hoch ). Nachdem ich alle Sensoren und LLRV ausschließen kann, neue Lamdas drin habe, bekam ich hier im Forum einen Tipp, der mir

    auch von anderer Seite bestätigt wurde. Fehler evtl in der Verkabelung, das werde ich im Winter angehen, da diese recht alt ist.

    Kann man bei Dir ausschließen, daß die Verkabelung die Ursache ist ? Bei mir werde ich mal die Kabel vom Steuergerät zum Steuerklappenpotentiometer überbrücken, da hier mein Fehler liegen könnte.

    Das nur als Hinweis von einem Motorlaien, der hier auch immer recht ratlos ist und sich an jedem Hinweis wie einem Strohhalm

    festhält.

    Gruß Christian

  • Danke Christian, guter Hinweis,

    Das kann ich jedoch ausschließen, Verkabelung von mir selbst in Stand gesetzt und x-fach durchgemessen bin ja auch stolzer Besitzer einer BreakOut-Box :-)


    VG

    Manfred

  • Moin Manfred,


    falls der Wagen über eine Unterdruck-Zündverstellung verfügt, würde ich diese mal auf Gängigkeit prüfen und ggf. ein bisschen schmieren.

  • Servus,

    leider keine Unterdruck-Zündverstellung, ist ein EFI mit Zündmodul. Das hab ich auch schon getauscht.

    Zu diesem Thema, es gibt Graue und Schwarze, der Unterschied ist mir nicht klar, beide funktionieren :confused


    VG Manfred

  • Gängiges Problem waren immer mal die alten Lamdasonden mit 3 Kabeln. Die bekommen die Signalmasse über den Auspuff, und da gibt's oft Übergangswiderstände vom Steuergerät bis zur Sonde. Das sorgt oft für die dollsten Probleme. Ich würde mal den Widerstand zwischen Batterie minus und dem Gehäuse der Sonde messen.

  • Hallo Willi, danke das werde ich machen, oder eventuell gleich auf 4Draht umbauen? Sollte das Problem eigentlich dann ausschließen?

    Ist in diesem Fall ein Steuergerät mit einer Lambda und nur eine verbaut.

    VG Manfred

  • Ich hab keine Ahnung von der Efi, aber es hört sich nach Dampfblasen an, da es ein i ist, hat die Pumpe nicht genug Druck? Oder ist das Rückschlagventil undicht? Dann könnte sich nämlich durch den Verringerten Restdruck Dampf vorne in Motor Nähe bilden.

  • Servus,

    interessanter Ansatz, aber der Druck am Motor(Rail) ist gemessen und passt, Rückschlagklappe ist keine vorhanden, ist ein Benzindruckregler verbaut der im Rücklauf den erforderlichen Druck hält.

  • Ok, dann kann man das ja abhaken, wenn die Drücke stimmen. Ist wohl auch eher ein Thema bei Vergasern, wo es ja praktisch keinen relevanten Druck gibt.

  • Welcher MAP Sensor ist verbaut ? Schau Mal auf die Teilenummer. Die älteren lösen sich alle auf nach den Jahren und sorgen für tolle Probleme (beschleunigen ohne Gas beim Bergabfahrten, umrundet Motorlauf wenn warm, Ruckeln, Leistungsverlust ...)

  • Hallo Willi, hab jetzt auf eine neue Bosch 4Draht umgebaut, auch gemessen, wenn diese Temperatur hat regelt die auch super. Leider ist mein Phänomen immer noch da.

    Ich meine das ich meinen Fehler im Kraftstoffkreis suchen muss. Aber wo :confused

  • @ZZP (steht bei Überschneidung auf 2°, also auf 17° eingestellt, i.O.


    Das versteh ich nicht.

    Bei Überschneidung gibt es keinen Zündzeitpunkt.


    Also auf 17Grad eingestellt. Warum also und weshalb 17Grad?


    Erklär mal verständlich wie du ihn eingestellt hast.

  • Sorry, hab das so salopp geschrieben :-)

    Also, da es öfter vorkommt das die Markierung an der Riemenscheibe nicht sehr genau ist, hab ich den Zünd OT genau bestimmt, also geschaut wann Zylinder 4 auf Überschneidung ist(Ventile/Kipphebel). Dann zeigt die Kerbe auf 2Grad vor OT. Somit sind echte 15Grad Einstellwert bei 17 Grad :thumbsup

    Wobei ein 2Grad verstellter Zündzeitpunkt mein Phänomen nicht hervorrufen sollte.

    Vg

  • Ich hänge mich mal hier dran, da es um den Zündzeitpunkt geht, allerdings habe ich kein Warmstartproblem.

    Da mein Motor immer noch nicht richtig will, habe ich mir eine Stroboskoplampe gekauft und mal abgeblitzt.

    Leerlauf ist bei meinem Auto im Stand höchsten etwas zu niedrig als zu hoch ( zumindest wenn er nicht spinnt ! ).

    Am Motorblock ist die Skala 15-12-9-6-3-0--3.

    Bei Leerlauf steht die Kerbe der Scheibe auf 6 ???? Muß man sich da wundern, wenn er überhaupt fährt ?

    Der Motor ist der BRE. Ich lese jetzt aber verschiedentlich, daß man bei dem Motor den ZZP nicht verstellen kann,

    sondern dass das Steuergerät diesen einstellt. Heisst das, daß man den Verteiler gar nicht verstellen kann oder

    darf ? Was ist für die Meldung der Werte an das Steuergerät verantwortlich ? Hat der MAP etwas damit zu tun ?

    Bin etwas ratlos, ist aber auch echt nicht mein Fachgebiet.

    Danke und Grüße

    Christian

  • Wenn mich meine Erinnerung nicht trübt kann der ZZP durch verdrehen des Verteilers Grundeingestellt werden, dafür muss man aber ein Kabel trennen.

  • Verdrehen des Verteiler stimmt, dafür über den Tester das Steuergerät vorbereiten oder den Spout trennen wenn vorhanden. Wenn beim Motor/Elektrik alles passt geht es auch ohne im Standgas.

  • Merci. Tester habe ich leider nicht und den Spout habe ich bisher nicht gefunden. Ist ja ein Kitcar, da ist leider alles etwas anders.

  • Vielleicht Zündpule Zündmodul !??

    Kann ja sein das bei erhöhter Temperatur nach Ausfahrt durch einen kleinen Defekt oder Widerstand im Bauteil dieser Fehler auftritt


    Nur so‘ne Idee Manfred und CCBM

    Einmal editiert, zuletzt von Stute ()

  • Das ist eine gute Idee für ein anderes Problem. Das Zündmodul ist das einzige Teil, daß ich bisher nicht getauscht habe. Kürzlich stand ich neben dem

    Auto mit laufenden Motor. Plötzlich ging wieder die Drehzahl nach oben, ohne daß ich das Auto nur berührt hatte.

    Also ZZP vermutlich die Ursache für den Leistungsmangel und das teilweise Auspuffknallen und Zündmodul wegen dem oft erhöhten Leerlauf.

    Was anderes fällt mir nicht mehr ein. Selbst ein Parallelkabel von Drosselklappenpoti zum Steuergerät hat nix gebracht.

  • Genau, Spout war es.

    Müsste ein einzelnes (grünes?) Kabel am Verteiler sein.

    Ein Schaltplan bringt sicher Aufklärung.

  • Noch eine Frage an die Spezialisten: In meinem einen Handbuch steht, daß beim V6 2,9i der ab Werk eingestellte ZZP versiegelt wäre. In einem anderen Handbuch verstehe ich es so, daß dies nur für die Cosworthmotoren

    gilt. Was nun ? Natürlich stellt sich sowieso die Frage, ob bei dem Alter nicht soweiseo mal irgendwer rumgedreht oder getauscht hat. Eine Versiegelung

    erkenne ich bei mir nicht.

  • Tatsächlich hatten die 2,9 12V ab Werk ein Siegel am Verteilerfuß. Das war quasi so ein Klecks Schraubensicherungslack, der ist aber in der Regel nicht mehr vorhanden oder unter Ölschmodder verborgen oder bei einer Motorwäsche weggeblasen worden oder, oder...


    Die Grundeinstellung des Zündverteilers kann man aber recht einfach kontrollieren. Dazu muss der Pin für das "Spout" Signal zwischen TFI Zündmodul und Motorsteuergerät unterbrochen werden.


    US Ford mit TFI Zündung haben für den Zweck extra einen Stecker mit einer Brücke, die man sehr einfach entfernen kann, "In-Line Spout Connector" (Bilder aus dem Netz geklaut):


    Das haben wir hier leider nicht, lohnt meiner Meinung auch nicht wirklich, solch einen Stecker nachzurüsten. In Natur sieht der TFI Stecker in etwa so aus:


    "Spout" ist der 2. Pin von links, ich meine mich zu erinnern, dass die Kabelfarbe blau mit einem roten Strich ist. Man kann die Pins im Stecker relativ einfach aus dem Gehäuse entriegeln.


    Zuerst den Stecker vom TFI Modul (das sitzt entweder direkt am Motorcraft - Verteiler (graue Verteilerkappe), oder extern irgendwo im Motorraum bei Bosch Verteilern (braune Kappe).


    Zum Abziehen des Steckers drückt man den Riegel zum Stecker hin, dann geht der Stecker ganz leicht ab. Nicht hochhebeln, dabei würde die Gefahr bestehen den Riegel des Steckers abzubrechen.


    Jetzt liegt der Stecker wie auf dem Bild vor einem. Zum Entriegeln des Pins (wie gesagt der 2. von links, Kabelfarbe sollte blau/rot sein) muss zuerst die rote Pin -Sicherungsleiste aus dem Stecker raus. Das geht einfach mit einem kleinen Schraubendreher.


    Wenn man jetzt in den Stecker hinein sieht erkennt man kleine graue Plastikzungen, mit denen die Pins gehalten werden. Diese kleine Zunge hebelt man mit einem kleinen Schraubendreher vorsichtig etwas hoch, gleichzeitig zieht man vorsichtig an dem betreffenden Kabel den Pin zurück, so weit wie es geht. Der Pin muss nicht komplett aus dem Steckergehäuse raus.


    Jetzt den Stecker wieder auf das Zündmodul aufstecken, der rote Riegel muss dafür nicht wieder in den Stecker eingebaut werden, Deshalb den Stecker mit etwas Gefühl aufstecken. Anschließend nochmal kontrollieren, ob der PIN 2 immer noch maximal zurückgezogen ist.


    Jetzt den Motor starten und die Blitzlampe anschließen. Wenn man jetzt etwas Gas gibt während man gleichzeitig die Zündmarkierung anblitzt wird man feststellen, dass keine Zündzeitpunktverstellung mehr stattfindet.


    Jetzt durch Verdrehen des Verteilers den Zündzeitpunkt auf 10° vor OT einstellen, falls er nicht passen sollte. Vorher natürlich die Klemmschraube des Verteilers lösen. Bei dem heutigen Sprit kann man auch etwas mehr Frühzündung einstellen, ich mache immer 12 bis 14°, damit verschiebt man das komplette Zündkennfeld etwas in Richtung "früh", hat etwas mehr Leistung und etwas weniger Verbrauch.


    Wenn alles passt Motor aus, Stecker vom Zündmodul abziehen, Spout Pin am Kabel wieder ganz einschieben, bis er einrastet. Rotes Sicherungsteil wieder in den Stecker einsetzen, Stecker wieder auf das Zündmodul aufstecken.


    Jetzt wieder den Motor starten und nochmal abblitzen. Beim Gasgeben muss der Zündzeitpunkt jetzt wieder stark wandern, die gemessenen Zündzeitpunkte interessieren uns jetzt aber nicht mehr, jetzt hat das Motorsteuergerät wieder die Macht.