Erstes Auto habe ich mir 1988 zum Abi geschenkt. Mein Kumpel fuhr einen Escort 2 1,3L in veneziarot. Sowaswollte ich auch haben. Dann stand einer in Bochum an der Hattinger Str. mit einem Schild drin zu verkaufen. Zur Probefahrt hat mein Vater meinen Onkel mitgeschickt, weil er selbst in Urlaub war und ich natürlich nicht warten konnte. Mein Onkel hat sich während der Probefahrt angeregt mit dem Verkäufer unterhalten. Als VW-Fahrer hatte er natürlich keine Ahnung von Autos. Und so wurde ein 79er 1,3GL mit dem 73 PS Motor mein erstes Auto. Nach ein paar Tagen habe ich gemerkt, dass der Vorbesitzer nicht der erste Halter war, sondern dass der Brief bei diesem neun Jahre alten Auto schon vollgeschrieben war. Zu schweißen gab es auch einiges. Mein Vater war entsetzt ob des Wegrutschens in der Kurve und hat mir einen neuen Satz Reifen spendiert. Als ehemaliger Knochescortfahrer mit 44PS hätte er wissen müssen, dass Escorts halt gerne seitlich fahren. Nach ein paar Wochen ist dann die Lima abgebrochen und die erste Urlaubsfahrt hat der Motor nicht überlebt. Egal, im Reviermarkt gab es für nen Fuffi nen gebrauchten samt Fächerkrümmer. So hab ich dann auch Schrauben gerlernt und wusste dann auch, warum man diesen Chokezug so weit herausziehen konnte. Nach und nach wurde der Escort immer weiter aufgewertet (Velourspolster, Holz, zum Heckspoiler, der eh schon dran war, gesellten sich ein Kamei-Frontspoiler, Talbotspiegel als Plastikkopie... Alles höchst peinlich. Und doch habe ich an dem Auto besonders die Ausstellfenster geliebt und das coole Getriebe, bei dem der Schalthebel im zweiten die (angezogene) Handbremse berührte. Und die anlage, die ich in stundenlanger Arbeit da reingefrickelt hatte.
Nach etwas mehr als einem Jahr ging der Escort dann in die verbotene Stadt, ebenfalls an einen Fahranfänger und ich habe von einem Rentner dann einen echten Ersthandwagen gekauft und das war ein 79er TC3 1,6L. Das war vom Komfort schon ein deutlicher Aufstieg. Der Rentner hatte sich natürlich einen Sierra bestellt.