Vergangenes Wochenende war der G-Bär wieder im Ruhrpott - zum letzten Mal in diesem Jahr. Ursprünglich war der Ablauf der 4 Tage völlig anders vorgesehen, doch irgendwann habe ich überhaupt nichts mehr geplant und bin quasi einfach so ins Wochenende reingestolpert. Und dafür war es echt klasse.
DONNERSTAG
Als wir in Basel abfahren, ist es draussen pulloverwarm, die Sonne scheint aus einem hellblauen Himmel herunter. Traumwetter. Die Piste ist nicht sehr voll, der Taunus läuft wie am Schnürchen gezogen. Ab 150 brummt allerdings die Hinterachse verdächtig, verlangt scheinbar nach frischem Schmierstoff. Soll sie bekommen, aber später. Hinter Karlsruhe gibts dann erst mal n`ausgiebiges Frühstück - ab Frankfurt wird das Wetter schliesslich grau und kalt, ab Köln auch noch schmierig-nieselig. Als wir in Essen ankommen, sieht der Ghia aus wie frisch aus dem Schlamm gezogen. Zudem strahlen mich an jeder zweiten Strassenkreuzung diese ulkigen Umweltzonen-Schilder an, die man scheinbar planlos einfach irgendwo aufgestellt hat - deren Platzierung macht absolut keinen Sinn. Aber es kümmert offensichtlich auch niemanden, denn die meisten Autos haben ja gar keine Plakette auf der Scheibe drauf - im Gegensatz zu mir, auch wenn meine die falsche Farbe hat (schwarz). Als ein /8er Diesel und ein alter Käfer an mir vorbeituckern, wird es mir zu blöd - also munter aufs Gas getreten und gut is.


FREITAG
Das Wetter ist kalt, aber wenigstens trocken. Obwohl ich meine Bude eigentlich in Kisten und Kästen verstauen müsste, habe ich weder Bock aufs Aufstehen noch zu sonst irgendwas anderem - meine bessere Hälfte will ohnehin lieber shoppen gehen. Na, das kommt mir grade gelegen - also ab ins CentrO Obärhausen. Nach dem Einkaufsbummel gleich noch ne runde über den Weihnachtsmarkt geschlendert, abends gibbet dann frische Pizza bei einem gemütlichen Fernsehabend - in einer noch völlig unangetasteten Wohnung. Soviel zum Thema Umzug.
SAMSTAG
Eigentlich wollte ich ja dieses Wochenende mit dem grössten Teil meiner persönlichen Habseligkeiten umziehen. Aber wo ich nun schon in Essen bin, da könnte man ja gleich mal eben zur Motorshow fahren - aber zuerst gehts auf den Schrottplatz, weil der ja so schön praktisch auf dem Weg liegt. Kurz, bevor ich in die Altendorfer Strasse einbiege, sehe ich vor mir einen Wagen über die Kreuzung rauschen, mit gleicher Zielrichtung. War das etwa ein Taunus? Also hurtig aufs Gas getreten und das Forumsauge aus dem Schlaf reissen...

Leider biegt der Taunus nach rechts ab und nicht wie ich, verbotenerweise nach links in die Schrottplatzauffahrt ein. Dafür kommt er 40 Sekunden später ebenfalls auf den Parkplatz gefahren - es ist in der Tat ein T II. Auch ein 78er, auch ein Zweitürer, auch ein V6 und auch ein Ghia. Dafür mit Atomat. Zufälle gibts...


Der Kollege heisst Brian, hat noch nie was vom Mongoforum gehört, dafür aber Probleme mit seinem Vergaser. So gebe ich ihm ne Anfahrtsbeschreibung vom Schrotti im Duisburger Hafen, die Adresse von Motomobil und von unserem Forum. Forumsauge will aber unbedingt noch ein paar Bilder - dann soll es halt so sein. Mein Männe ist etwas genervt, es ist ja auch schon halb 12...



Ab zur Messe. Kein Stau, keine Wartezeiten. Parken ist gegenüber zum Vorjahr eine Eurone billiger geworden, der Eintritt gleich geblieben. Insgesamt gibts kaum nennenswerte Highlights, ausser die Halle mit den Schrottskulpturen und die Ausstellung des Street Magazins. Ein paar schöne V8, wie jedes Jahr halt. Es ist nicht sehr voll, weit weniger Publikum als in den Vorjahren. Aber irgendwie sind auch weniger Aussteller am Start, alles macht n` überschaubaren Eindruck.
Hier etwas zum Thema "Anbauteile, die das Erscheinungsbild eines an sich schönen Autos total versauen können"

Im Gegensatz zu mir findet der französchische Aussteller die HotRod-Interpretation seines Audi TT als durchaus gelungen...


...dafür finde ich diesen Asicona inmitten dieser automobilen Plastikwüste als gradezu erfrischend. Schönes Teil.

In der Tat - weniger Aussteller. Dieser Parcour entstand nur, weil es dieses Jahr zu wenig Anfragen gab - die Halle musste also irgendwie mit irgendwas gefüllt werden.

Aufgeschnappte Gesprächsfetzen aus der Menge: "War für heute nicht die Lina angesagt? Wo ist Lina denn jetzt? Kannst Du Lina irgendwo sehen? Was denn, Lina ist nicht da? Schade! Und wer ist dann dieser komische Typ mit der Glatze da?"
Nach vier Stunden ist unser Rundgang beendet - nun beginnt der gemütliche Teil. Gegen 1700 sammeln wir Stefan und Steffi zuhause auf und fahren in die Essener City - auf den Weihnachtsmarkt. Für mich gibts warmen Kakao, für alle anderen Glühwein, Glühbier und Feuerzangenbowle. Das Wetter ist richtig schön kalt und trocken, also ideal für ein kleines bisschen Weihnachtsstimmung an einem richtig schönen Abend mit richtig netten Leuten.






Auf dem Rückweg gibt es noch Stefans Neuerwerb, seine Scholle, zu begutachten...

SONNTAG
Aufstehen um 700, Brötchen holen um 800, und dann Extrem-Möbelpacking und Karton-Stemming - Sonntag morgende können soooo ätzend sein...aber um halb einse gehts ja schon wieder Richtung Zeche Zollverein. Kleine, aber feine Runde - dennoch wird die Benzinquatscherei sehr bald ins Cafe verlagert - auch wenn es kurz zuvor aufgehört hat zu regnen, kriecht die kühle Feuchtigkeit durch jedes Kleidungsstück.




Um 1500 klinke ich mich dann aus - für uns steht ja noch die Fahrzeugbeladung und der Rückweg nach Basel an. Gegen 2300 laufen wir dann endlich in der heimischen Tiefgarage ein - bei konstant 120 schafft der Taunus trotz voller Beladung die Strecke von knapp 700 mit nur einer Tankfüllung. Respekt.

So bleibt mir jetzt noch, Danke zu sagen an Se für die Teile, an Stefan fürs Bringen, an Steffi und Stefan für den tollen Abend und überhaupt an alle, die am Sonnatg noch nach Zollverein gekommen sind.
